Schon wieder Endzeit

Nachdem ich “Black out” von Andreas Eschbach viel schneller beendet hatte als gedacht, bin ich jetzt in “Alterra – Die Gemeinschaft der Drei” von Maxime Chattam unterwegs. Wie die Überschrift schon verrät, ein Endzeitroman. Ein gigantischer Schneesturm fegt über die Stadt hinweg. Als er abflaut sind alle Erwachsenen verschwunden, jegliche Technik versagt den Dienst. Mutanten und seltsame “Stelzenläufer” jagen die übrig gebliebenen Kinder.

In der Ausführung gibt es leider ein paar Mängel, es finden sich einige Logikfehler, was ich ja gar nicht leiden kann. Es gibt keinen Strom, aber die Türklingel funktioniert. Eine Glasscheibe wird von außen eingeschlagen, die Scherben fallen nach außen. Physikalisch schwer möglich. Wenn ich auf einen Strom von Käfern sehe, kann ich garantiert nicht ihre Bauchfarbe erkennen. Vielleicht ansatzweise, aber nicht so sehr, dass ihre roten Bäuche dafür sorgen, dass sie wie ein Lavastrom aussehen. Wäre interessant, wieviel davon einer fehlerhaften Übersetzung zuzuschreiben ist.

Trotzdem habe ich gerade die ersten 100 Seiten am Stück gelesen, weil es sehr spannend ist. Ohne die Fehler wäre es aber noch spannender, über sowas kann ich mich nämlich immer noch ein paar Seiten lang aufregen. ;-)

5 Kommentare

  1. Ailis sagt:

    Ach, das kann ich gut verstehen, solche Fehler mag ich auch nicht. Es sind oft Kleinigkeiten, aber ich kann das dann nicht einfach überlesen. Gerade hatte ich auch so eine Stelle, wo jemand sich aus dem Sattel seines Pferdes schwingt und 4 Sätze weiter wird er von seinem Angreifer unsanft aus dem Sattel geholt – aufgestiegen ist er zwischenzeitlich nur leider nicht. :-D

  2. Emily sagt:

    @Ailis: Solche Fehler sind wirklich grausam. Das man als Autor mal den Überblick verliert, verstehe ich ja. Aber das lesen doch noch ein paar Leute bevor es veröffentlicht wird.

  3. Ailis sagt:

    Ja, denke ich ja auch. Allerdings muss ich aus Erfahrung auch sagen, dass man auch als Lektor manches einfach nicht sieht – auch beim siebten Mal nicht. Erklären kann ich das nicht – frei nach dem Motto: Klingt komisch, ist aber so. :-D

  4. Mary sagt:

    Ich habe gerade bei Amazon gesehen, dass das empfohlene Lesealter 14-15 Jahre ist. Liest es sich auch wie ein Jugendroman?
    Ich mag Endzeitromane, aber ein Jugend-Endzeitroman würde mich dann noch abschrecken ;-)

  5. Emily sagt:

    @Ailis: Natürlich übersehen auch Lektoren mal was. Deshalb lasse ich ein oder zwei Fehler pro Buch auch mal ohne Kommentar durchgehen. Aber drei Stück auf den ersten hundert Seiten, fand ich recht viel. Vorallem die Käferbäuche haben mich echt gestört. ;)

    @Mary: es ist weniger gewalttätig, als ein Erwachsenenroman zu dem Thema wohl wäre. Jugendbücher ab 14/15 finde ich eigentlich schon immer ganz gut lesbar. In dem Alter habe ich ja auch schon “Erwachsenenliteratur” gelesen, der Unterschied ist nicht mehr so groß. Meist fällt mir nur auf, dass sie eben oft weniger brutal sind. So auch hier. Wenn es mal zum Kampf kommt, wird der nicht so genau beschrieben und ist meist schnell vorbei.

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