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Suzanne Collins – Die Tribute von Panem „Tödliche Spiele“

PanemSpiele

Alljährlich finden in Panem die Hungerspiele statt. Aus jedem der zwölf Distrikte werden je ein Mädchen und ein Junge gelost, die als Tribut an diesen Spielen teilnehmen müssen. Die 24 Teilnehmer haben nur ein Ziel: zu überleben. Erst wenn nur noch einer von ihnen übrig ist, hat das Spiel ein Ende. Als das Los auf ihre kleine Schwester Prim fällt, meldet sich Katniss freiwillig als Tribut. Zusammen mit Peeta, dem Jungen der ihren Distrikt vertreten muss, landet sie in der Arena. Aber hier zählt ihre Herkunft nicht mehr, auch sie werden sich irgendwann gegenüber stehen und nur einer von ihnen darf überleben. Doch dann rettet Peeta ihr das Leben. Katniss weiß nicht mehr, was Spiel und was Realität ist. Wem kann sie vertrauen?

„Tödliche Spiele“ war tödlich für meinen Zeitplan, einmal angefangen hätte ich es am liebsten am Stück verschlungen. Es hatte soviel mehr zu bieten, als ich erwartet hatte. Natürlich spielt der Kampf ums Überleben in der Arena eine große Rolle. Doch geht es dabei auch viel mehr um Freundschaft und Vertrauen, Zusammenhalt und auch ein wenig Liebe. Und darum wie schwierig all das ist, wenn das ganze Land dich und die anderen Teilnehmer lieber tot sehen möchte.

Beängstigend fand ich die Darstellung, wie die Hungerspiele als das große Medienspektakel des Jahres gefeiert wurden. Wie Menschen mit den Leben anderer spielen, nur um zu unterhalten und zu zeigen, welche Macht sie besitzen. Beängstigend, weil es nicht unmöglich scheint. Weil es so abgrundtief menschlich ist.

„Tödliche Spiele“ ist der erste Band der Reihe „Die Tribute von Panem“ und hat mich mit seiner unerwarteten Tiefe und seiner Spannung so begeistert, dass ich es kaum erwarten kann, demnächst den zweiten Band „Gefährliche Liebe“ zu lesen.

Die Tribute von Panem “Tödliche Spiele” – Suzanne Collins
414 Seiten, Oetinger
ISBN 9783789132186, 17,90 €
Hardcover

Klein aber fein II

Nach “Ein geschenkter Tag” von Anna Gavalda folgt gleich noch ein Büchlein. “Odd and the Frost Giants” von Neil Gaiman ist mit gerade mal 100 sehr großzügig bedruckten Seiten eigentlich kaum als Buch zu bezeichnen. Trotz der Kürze genieße ich es gerade mit Odd und einigen bekannten germanischen Göttern in Asgard unterwegs zu sein. Bei dem Wetter liest man doch gerne mal über Eisriesen.

Klein aber fein

Heute morgen habe ich mit “Ein geschenkter Tag” von Anna Gavalda angefangen. Wahrscheinlich werde ich es am Abend auch schon wieder beenden, mit 144 Seiten ist es nur ein kurzes Lesevergnügen. Es hat die typische Gavalda-Wohlfühlatmosphäre und macht richtig Spaß. Drei Geschwister treffen sich auf der Fahrt zu einer Familienhochzeit und beschließen spontan einfach abzuhauen und den vierten aus ihrer Runde zu besuchen. Die vier sind sich genauso ähnlich wie sie verschieden sind. Einfach schön, mit ihnen unterwegs zu sein.

Bei Radulf rumpelt es literarisch

Oder auch nicht, denn eigentlich wurden die Werke die Radulf Rumpel in seinem Blog rezensiert gar nicht veröffentlicht. Zum Glück, wenn man seine Artikel der Reihe “Bücher, die Gottseidank nie erschienen sind” so liest.

Bisher lässt Radulf uns an seiner Meinung über “Der Blechbommel” von Günter Grass und “Der Steppdeckenwolf” von Herrmann Hesse teilhaben. Vorsicht, nicht in der Öffentlichkeit lesen, ihr könntet euch durch spontane Lachanfälle blamieren.

Radulf, bitte mehr davon!

Vernetzt: Die Buchfrage

Guckt mal kurz nach rechts in die Sidebar. Genau, da ist was Neues. Nämlich die Buchfrage. Auf der Lovelybooks Seite gibt es die schon länger, jetzt kann sie jeder, so er denn möchte, in seinem Blog einbauen. So könnt ihr von überall eure Bücherfragen stellen. Großer Vorteil daran: die Frage wird natürlich auch auf allen Seiten, die das Widget eingebaut haben, angezeigt und kann von dort beantwortet werden. So sind viele Bücherblogs miteinander vernetzt und es gibt hoffentlich etliche interessante Antworten zu euren Fragen und den ein oder anderen Büchertipp.

Was mich wirklich begeistert, ist die Anpassungsfähigkeit des Widget-Designs. Ihr könnt die Größen und Farben einstellen, wie die Fragen angezeigt werden sollen, eigentlich alles, was das Bloggerherz begehrt. So lässt es sich optisch an jeden Blog anpassen. Hier findet ihr den Konfigurator für das Buchfrage-Widget.

Viel Spaß beim basteln, vernetzen und fragen.

Zwischen dem Fußball ein wenig Fitzek

Wer noch nicht weiß, was er heute zwischen den Fußballspielen machen soll, kann sich die Zeit mit einer Online-Lesung von Sebastian Fitzek vertreiben. Diesmal nicht aus dem Lovelybooks Gartenhaus, sondern live von seiner Lesung zu “Der Augensammler” in Wien. Es soll wohl auch keine reine Lesung werden, auf sowas hat Fitzek laut eines Interviews “keine Lust”. Weil seine Leser im Normalfall selber lesen können, möchte er mehr bieten.  Deshalb bekommt ihr eine Mischung aus Lesung, Show und Vortrag geboten.

Los geht es um 19.00 Uhr und dauert wohl ungefähr anderthalb Stunden. Perfektes Timing, um danach das nächste Fußballspiel zu schauen.

Nachtrag: Wer es verpasst hat, kann sich die Lesung hier nachträglich anschauen. Es lohnt sich, Sebastian Fitzek hat sehr viel zu seinen Recherchen erzählt und auch die ein oder andere Anekdote blieb nicht aus. Es war lustig, lehrreich und die gelesenen Abschnitte haben so richtig Lust auf “Der Augensammler” gemacht.

Andreas Eschbach – Black Out

BlackOut

In gar nicht all zu ferner Zukunft. Christopher ist auf der Flucht, zusammen mit Serenity und Kyle sucht er deren Vater. Der schon seit Jahren gegen die Technisierung der Welt predigt und sich mit ein paar Freunden zurückgezogen hatte, um friedlich mit möglichst wenig Technik in Einklang mit der Natur zu leben. Bis ihm ein Terroranschlag zur Last gelegt wird und er plötzlich als gesuchter Terrorist untertauchen muss. Warum muss Christopher ihn unbedingt finden? Warum fürchtet er sich vor jeder Überwachungskamera, als stünde er selbst auf der Fahndungsliste? Serenity findet sein Verhalten etwas übertrieben, bis sie die Macht von Christophers Feinden am eigenen Leib zu spüren bekommt. Er scheint tatsächlich vor einer allmächtigen Einheit auf der Flucht zu sein. Wer sind diese Leute? Und was haben sie mit ihrem Vater zu tun?

„Black Out“ ist der erste Teil einer neuen Jugendthrillerreihe von Eschbach. Wann die Fortsetzung erscheinen soll, konnte ich noch nicht herausfinden. Aber lesen werde ich sie sicher. Obwohl ich von Eschbachs „Erwachsenenliteratur“ immer leicht enttäuscht war, wegen zu häufiger Zufälle und zu schwacher Charakterzeichnung, habe ich es noch einmal mit diesem Jugendbuch versucht und wurde positiv überrascht.

Von der ersten Seite an findet man sich mit Christopher zusammen auf der Flucht, anfangs genauso unwissend wie Serenity und Kyle, wovor und wohin sie überhaupt fliehen. Erst mit der Zeit löst sich das Rätsel um Christophers Feind, der sich als Gefahr für die ganze Menschheit entpuppt. Einer Gefahr, die beim aktuellen Wissenschaftsstand noch nicht aktuell ist, aber so logisch erklärt wird, dass man sich durchaus vorstellen kann, ihr vielleicht noch nicht morgen, aber eventuell übermorgen zu begegnen.

Die stückweise Auflösung lässt die Spannung auch nicht sinken, ganz im Gegenteil steigert sie sich bis kurz vor Schluss immer weiter. Da es eine Fortsetzung geben wird, ist das Ende nicht abgeschlossen, es bleibt noch viel Raum für weitere Bände.

Ein toller Jugendthriller, der sich viel zu schnell weg liest. Das richtige Futter um sich in den  Sommerferien oder dem Urlaub richtig gut unterhalten zu lassen.

Black Out – Andreas Eschbach
461 Seiten, Arena
ISBN 9783401060620, 17,95 €
Hardcover

Schon wieder Endzeit

Nachdem ich “Black out” von Andreas Eschbach viel schneller beendet hatte als gedacht, bin ich jetzt in “Alterra – Die Gemeinschaft der Drei” von Maxime Chattam unterwegs. Wie die Überschrift schon verrät, ein Endzeitroman. Ein gigantischer Schneesturm fegt über die Stadt hinweg. Als er abflaut sind alle Erwachsenen verschwunden, jegliche Technik versagt den Dienst. Mutanten und seltsame “Stelzenläufer” jagen die übrig gebliebenen Kinder.

In der Ausführung gibt es leider ein paar Mängel, es finden sich einige Logikfehler, was ich ja gar nicht leiden kann. Es gibt keinen Strom, aber die Türklingel funktioniert. Eine Glasscheibe wird von außen eingeschlagen, die Scherben fallen nach außen. Physikalisch schwer möglich. Wenn ich auf einen Strom von Käfern sehe, kann ich garantiert nicht ihre Bauchfarbe erkennen. Vielleicht ansatzweise, aber nicht so sehr, dass ihre roten Bäuche dafür sorgen, dass sie wie ein Lavastrom aussehen. Wäre interessant, wieviel davon einer fehlerhaften Übersetzung zuzuschreiben ist.

Trotzdem habe ich gerade die ersten 100 Seiten am Stück gelesen, weil es sehr spannend ist. Ohne die Fehler wäre es aber noch spannender, über sowas kann ich mich nämlich immer noch ein paar Seiten lang aufregen. ;-)

Neuer Versuch mit Eschbach

Meine bisherigen Versuche mit Andreas Eschbachs Romanen liefen eher mittelmäßig, weshalb ich ihn für mich eigentlich schon abgeschrieben hatte. Dann wurde mir sein neuer Jugendthriller aber wärmstens empfohlen und ich habe mich breit schlagen lassen. Deshalb lese ich gerade “Black out” von Andreas Eschbach und bin zu meinem eigenen Erstaunen extrem begeistert.

Von der ersten Seite an hat es mich gepackt, ich muss mich wirklich von dem Buch los reißen. Ständig ist man schon auf der nächsten Seite und liest doch noch ein Stückchen. Die Kapitel sind recht kurz, “eins geht noch” denke ich immer wieder. Fazit für mich: Eschbachs Jugendbücher in Zukunft sehr gerne, die anderen lasse ich wohl einfach sein.

Bisher gab es für mich nur einen Punkt, der mich etwas stört: sie fahren mit einem zerschossenen Auto durch die Gegend, Löcher in der Motorhaube. Und das fällt niemandem auf? Keiner verliert ein Wort darüber? Aber das ist eben Eschbach.

Leonie Swann – Garou

Garou

„Garou“ ist die Fortsetzung zu „Glennkill“. In seinem Testament hatte der in „Glennkill“ verstorbene Schäfer verfügt, dass seine Schafe Europa besuchen sollen. Das tun sie in „Garou“ dann auch. Zusammen mit ihrer Schäferin Rebecca beziehen sie in Frankreich ihr Winterquartier neben einem alten Schloss. Doch mit der winterlichen Ruhe ist es schnell vorbei, als ein gerissenes Reh neben ihrer Weide gefunden wird. Obwohl niemals Hunde zu sehen sind, hört man nachts ab und an ein unheimliches Heulen aus dem Wald. Vor einigen Jahren hatte es hier wohl schon einmal eine Schafsherde gegeben. Nur ein Schaf ist noch von ihr übrig. Wenn es denn ein Schaf ist, was unter all der ungeschorenen Wolle steckt. So sicher kann man da nicht sein, es ist ziemlich verwirrt und spricht ständig mit Schafen, die sonst niemand sieht. Die Ziegen von der Nachbarweide nennen den Schrecken beim Namen: ein Loup-Garou geht um. Der Werwolf hat schon früher getötet, und nicht nur Rehe…

„Garou“ hat den gleichen wolligen Charme wie schon „Glennkill“. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht, wieder mit den Schafen unterwegs zu sein. Die Welt aus ihrer Sicht zu sehen, zu verfolgen wie sie das Leben ihrer Schäferin auf herrlich schafige Weise so manches mal missverstehen und ihr zu gerne die Meinung sagen würden.  Dumm sind sie nicht, zumindest nicht alle. Mopple the Whale denkt zwar hauptsächlich ans Fressen, ist aber das Gedächtnisschaf und kann sich an fast alles erinnern. Das Denken übernimmt dann Maple, das klügste Schaf der Herde. Jedes Schaf hat etwas beizutragen, zusammen sind sie stark und lösen auch diesen Fall wieder, in dem nicht alles so ist wie es zu sein scheint.

Mit den Ziegen wurde das Charakterrepertoire erweitert. Sympathischer sind einem eindeutig die Schafe, auch wenn ich die kleine Madouc am Ende schon sehr ins Herz geschlossen hatte. Wer schon mal mit Schafen und Ziegen zu tun hatte, wird die Unterschiede zwischen den Vierbeinern hier sehr treffend beschrieben finden. Wenn Schafe und Ziegen aufeinander trafen, kam es immer wieder zu wunderbaren Szenen mit viel Humor.

„Garou“ ist wieder ein Krimi der etwas anderen Art mit sehr viel Charme und Atmosphäre, aber auch die Spannung kommt nicht zu kurz. Eine tolle Fortsetzung zu „Glennkill“, ich hoffe es wird noch weitere Bände mit den wolligen Ermittlern geben.

Garou – Leonie Swann
416 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442312245, 19,95€
Hardcover