“Nele & Paul” habe ich heute morgen schweren Herzens verabschiedet. Das Ende ging mir sehr nahe. Birbæks Romane wirken auf den ersten Blick wie leichte Unterhaltungslektüre, sind das zum Teil auch. Aber es steckt jedes Mal mehr Tiefe drin, als man anfangs ahnt. Diese Mischung aus Unterhaltung und Tiefgang macht seine Bücher zu etwas Besonderem.
Weiter geht es jetzt wieder im phantastischen Bereich mit “Sherlock Holmes und das Uhrwerk des Todes” von Christian Endres. Sherlock Holmes sei keine Phantastik sondern im kriminellen Genre einzuordnen? Von wegen. Watson hat sich erst später dazu entschließen können, auch die etwas anderen Fälle festzuhalten, die er mit seinem Freund Sherlock Holmes erlebt hat. Lange Zeit wollte er gar nicht an die Existenz von Magie und Wesen aus dem Reich der Mythen glauben. Doch er musste sich eines besseren belehren lassen. In dieser Kurzgeschichtensammlung finden sich allerhand Erzählungen über ihre Begegnungen mit unglaublichen Wesen und auch anderen Welten. Oder kanntet ihr schon die Geschichte, wie Holmes in Oz einen Anschlag auf den Blechmann aufklärt?
Die ersten drei Kurzgeschichten habe ich schon gelesen und bin begeistert. Christian Endres schickt den Leser mit seinem Schreibstil ohne Umschweife ins viktorianische England. Kaum angekommen, schon rätselt man mit Holmes und Watson über das Verschwinden von Waisenkindern, fliegt mit ihnen nach Oz und begegnet so einigen Figuren, die man aus anderen Geschichten kennt. Eine gelungene Mischung aus dem klassischen Sherlock Holmes und allerhand Mythen auf einer phantastischen Bühne.


