Der Großteil meines Nach-der-Prüfung-endlich-lesen-Stapels ist abgelesen, also habe ich mich jetzt an den größten Brocken davon gewagt: “Limit” von Frank Schätzing. Mit 1300 Seiten wird er mich wohl eine Weile beschäftigen. “Der Schwarm” gefiel mir damals sehr gut, auf den ersten 50 Seiten hatte ich auch sofort wieder Spaß mit Schätzings Schreibstil. Manch anderem Leser ist er zu ausufernd, aber ich finde es toll, wie er auf die kleinsten Details achtet. Nur dass die Personenvorstellung jetzt schon über 50 Seiten andauert müsste doch nicht sein. Spätestens in der Hälfte des Buches lässt er sie bestimmt sowieso wieder über den Jordan gehen. Oder in diesem Fall über den Jupiter?
Trotzdem wird es hier nicht ganz ruhig werden. Da mir der Brocken zu schwer ist, um ihn durch die Gegend zu tragen, gibt es natürlich noch Zwischendurchlektüre. Aktuell begleitet mich “Nicht so schlimm” von Nicolas Fargues in der Mittagspause. Wobei ich mir noch nicht so sicher bin, ob das Gejammere eines betrogenen Betrügers nicht vielleicht doch schlimm ist. Muss ich mich wundern, dass meine Frau mich betrügt wenn ich sie betrüge, sie deshalb gleich nochmal betrügen und mir ach so betrogen vorkommen?



Hallo Emily, mit Limit wirst du tatsächlich einige Zeit zu tun haben. Ich habe ein ganzes Wochenende richtig viel gelesen und war erschrocken, wie wenig Fortschritt zu sehen ist. Kleine Schrift, dünnes Papier… Limit ist in Wahrheit eher 2000 Seiten stark. Aber es macht Spaß und nachher weiß man auch, dass man was geschafft hat.
@Marcel: das habe ich inzwischen auch bemerkt.
Bin jetzt auf Seite 150 und es hat ewig gedauert, weil wirklich sehr viel auf einer Seite drauf steht. Aber da es alles andere als langweilig ist, passt das schon. So habe ich noch eine Weile meinen Spaß damit und kann nachher stolz behaupten, es überstanden zu haben.
Ich habe damals, als der Roman erschienen ist, genau vier Tage nichts anderes gemacht, als zu lesen. Ich kann mich der Meinung hier nur leider nicht anschließen, denn ich finde, dass Schätzing überbewertet wird. Detailliert zu beschreiben ist das eine. Seinen Lesern aber ständig besserwisserisch unter die Nase zu reiben, was man als Autor denn so alles weiß, und dabei von einem belehrenden Zeigefinger auch noch regen Gebrauch macht, ist für mich ziemlich selbstverliebt. Ich hatte bei der Lektüre sehr oft den Eindruck, dass sich Frank Schätzing furchtbar gerne selbst liest. Das ging mir auf Dauer ziemlich auf die Nerven. Und das hat auch nichts mit seinem Stil zu tun – der ist sehr gut.
Sorry.
@nantik: Dafür musst Du Dich noch nicht entschuldigen.
Vielleicht sehe ich das nach den letzten 1000 Seiten ja genauso. Bisher hatte ich noch nicht das gefühl des belehrenden Zeigefingers, aber es ist ja noch genug Zeit, diesen Eindruck zu ändern. *g*