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Ein Leseabend!

Für die meisten nichts besonderes, für mich der erste entspannte Abend, an dem ich einfach nur lesen darf, für dieses Jahr. Gelesen habe ich viel, aber gemütlich im Sessel saß ich dann doch mehr mit meinen Skripten und schlauen Büchern. Jetzt ist es überstanden, die Prüfungen sind geschrieben, das wird gleich mit einem gemütlichen Abend und einem guten Buch gefeiert.

Aktuell lese ich “Die Maurin” von Lea Korte, die mir auch sehr gut gefällt, da es kein typisches “-in” Buch ist. Statt dessen hat mich ein historisch fundierter Roman über Granada durch die letzten Tage begleitet.
Für heute Abend habe ich mir aber schon lange ein Buch zur Seite gelegt, das ich auf jeden Fall ganz gemütlich und in aller Ruhe lesen wollte. “Saphirblau” von Kerstin Gier wird mich heute Abend unterhalten.
So lange ich mich wachhalten kann, wahrscheinlich übermannt mich dann doch bald die Müdigkeit. Aber morgen ist ja auch noch ein Tag. Der erste von vielen, an denen ich nicht mehr lernen muss. :)

Matt Ruff – Bad Monkeys

badmonkeys

Jane Charlotte darf sich mit dem Gefängnispsychiater unterhalten, weil sie den falschen Mann getötet hat. Die Geschichte die sie ihm erzählt, ist äußerst merkwürdig. Sie gehöre zur Organisation der „Bad Monkeys“, die sich zum Auftrag gemacht haben, die Welt von bösen Menschen, schlechten Affen eben, zu befreien. Als der Psychiater ihre Geschichten überprüft findet er einige Übereinstimmungen, aber auch so manche Ungereimtheit. Was an Jane Charlottes Berichten ist wahr und was nur Phantasie?

„Bad Monkeys“ war mein erstes Buch von Matt Ruff, wird aber definitiv nicht das letzte sein. „Fool on the hill“ liegt schon auf dem Stapel ungelesener Bücher. Es war genial, kaum hatte ich angefangen zu lesen, war ich in seinem Sog gefangen. Selbst beim kochen habe ich gelesen, weil ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Es ist schräg, es ist spannend, man möchte es an einem Stück verschlingen. Gegen Ende meint man, der Lösung ganz nahe zu sein, wartet eigentlich nur noch auf die Bestätigung. Da kommt noch mal alles ganz anders und viel besser als jede Variante, die der Leser sich überlegen konnte.

Wer gerne mal etwas schräge Geschichten liest, sollte sich dieses Buch schnappen. Es ist einfach toll.

Bad Monkeys – Matt Ruff
272 Seiten, Deutscher Taschenbuchverlag
ISBN 9783423211796, 8,95 €

Bücher mit Bildern

heldentage

Nach einem langen Lerntag fällt es mir manchmal schwer, das Gehirn einfach abzuschalten. Da Schlaf auch eine nicht ganz unwichtige Zutat zum Lernerfolg ist, musste ich etwas finden, womit ich den ewigen Gedankenfluss stoppen kann.

Mit “normalen” Büchern, also denen die hauptsächlich Text enthalten, klappte das nicht wirklich gut. Zum einen lese ich mich da gerne fest, zum anderen denke ich danach einfach weiter. Durch Zufall kam ich dann auf die Lösung des Problems: Bücher mit Bildern, auch Comics genannt.

Darauf gekommen bin ich über “Simons Katze”, dass ich mir eigentlich nur gekauft hatte, weil mir die Videos so gut gefielen. Schnell merkte ich, dass ich damit nach dem Lernen perfekt abschalten kann. Da das Buch leider nicht unendlich ist, wurden gleich im Anschluss alle vier “Nichtlustig”-Bände gelesen. Der Verleiher dieser Bücher hatte dann auch noch einen guten Tipp für die letzten Tage bis zur Prüfung, “Heldentage” von Flix hat mich einige Abende lang gut in den Schlaf gebracht.

Nicht weil “Heldentage” so langweilig wäre, ganz im Gegenteil, es fiel mir schwer meinen Vorsatz, immer nur einen Monat zu lesen, auch wirklich einzuhalten. Es ist nämlich eine Art Tagebuch, Flix hat ein Jahr lang zu jedem Tag einen kleinen Comicstrip gezeichnet. Entstanden ist die Idee aus einer Wette, dass er das kein halbes Jahr durchhalten würde. Da es ihm soviel Spaß gemacht hat, wurde dann sogar ein ganzes Jahr daraus.

Da er in “Heldentage” auch immer wieder mal über den Schaffenskampf mit “Mädchen” berichtet, ist das jetzt gerade die Lektüre für die allerletzten unruhigen Abende.

So fand ich nach etlichen Jahren doch noch zu den Büchern mit Bildern, die vorher so gar nicht mein Genre waren. Ich denke, das ein oder andere wird auch in Zukunft noch hier einziehen.

Heldentage – Flix
376 Seiten, Carlsen
ISBN 9783551786463, 18,00 €

Daniel Glattauer – Gut gegen Nordwind

nordwind

Eigentlich wollte Emmi ihr Zeitschriftenabonnement per E-Mail kündigen. Ein Tippfehler in der Adresse bringt sie in Kontakt mit Leo. Schnell stellen beide fest, dass sie gar nicht mehr ohne die Mails des anderen sein wollen. Obwohl sie sich nie gesehen haben, oder vielleicht auch gerade deshalb, kommen sie sich immer näher. Unausweichlich kommt irgendwann der Moment, in dem sie sich entscheiden müssen. Wollen sie sich treffen, oder den Kontakt abbrechen?

Ein wunderschöner Schmöker für einen gemütlichen Abend. Die gesamte Handlung wird nur in Form der E-Mails erzählt, die Emmi und Leo tauschen. Das mag für manchen Leser etwas ungewohnt sein, mich hat es nicht weiter gestört. Was auch daran liegen mag, dass ich selbst viel per E-Mail kommuniziere. Es war schön zu verfolgen, wie sich langsam aber sicher immer mehr Gefühle zwischen Leo und Emmi entwickeln. Auch die üblichen Missverständnisse rein schriftlicher Unterhaltungen bleiben natürlich nicht aus.

Ich hatte lange überlegt, ob ich das Buch lesen soll. Den zweiten Teil hatte ich als E-Book mal angelesen, da hatte er mich aber nicht wirklich gepackt. Wahrscheinlich weil ich den Anfang der Geschichte nicht kannte. Jetzt möchte ich wissen, wie es zwischen den beiden weitergeht.

Wer sich gerne mal wieder mit einem leichten Schmöker einen ruhigen Abend machen möchte, könnte mit diesem Buch richtig liegen. Ich bin erst ins Bett, als es zu Ende war, so sehr hatte mich die Geschichte der beiden gefesselt.

Gut gegen Nordwind – Daniel Glattauer
223 Seiten, Goldmann
ISBN 9783442465866, 7,95 €
Taschenbuch

Vampire mal klassisch

Über Vampire lese ich eigentlich ja sehr gerne ab und an mal ein Buch. Die Chroniken der Vampire von Anne Rice habe ich zum Teil zwei Mal gelesen, auch die eher an Blade erinnernden Vampire von Markus Heitz gefallen mir ganz gut. Momentan traue ich mich allerdings kaum, mir spontan ein Vampirbuch zu kaufen. Auch wenn der Klappentext etwas anderes verspricht, ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, einen Nackenbeißer (Schnulzenroman) zu erwischen, in dem die (natürlich furchtbar gut aussehenden) männlichen Protagonisten einfach längere Eckzähne und eine spezielle Ernährungsweise verpasst bekamen. Oder man stößt auf eher für die jugendliche Zielgruppe gedachte Romane mit glitzernden Vampirboys.

Auf Empfehlung habe ich mich dann doch mal wieder an einen Vampirroman getraut, ich lese jetzt “Blutzoll” von Tanya Huff. Es ist der erste Band einer mehrteiligen Reihe, die inzwischen auch zu der TV-Serie Blood-Ties verarbeitet wurde. Die ersten Seiten sind vielversprechend. Düster, die Hauptcharaktere alles andere als perfekt, Nebencharaktere haben bisher nie lange überlebt. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.

Und sie morden weiter…

Heute sind einige der schon erwarteten Bücher eingetroffen. Der Stapel für die Zeit nach dem großen Tag X ist jetzt vollständig.

Stapel2

Aber da lag tatsächlich noch ein Päckchen zuviel vor meiner Haustür. Die Absenderin kannte ich, erwartete aber eigentlich keine Post von ihr. Oder doch? Da war ein Gewinnspiel auf Literaturschock, an dem ich teilgenommen hatte. Es kann doch nicht sein, dass ich gleich zweimal so kurz hintereinander Glück gehabt haben sollte? Ich, die schon als Kind bei jeder Tombola zielsicher die Nieten gefunden hatte?

Tatsächlich, die Glücksfee scheint einige Enttäuschungen von früher wieder gut machen zu wollen. Ein Fanpaket zu “Männer die auf Ziegen starren” ist bei mir eingezogen. Den ich mir sowieso unbedingt im Kino anschauen wollte. Neben zwei Freikarten für den Film gab es auch das Filmplakat und, sonst würde ich euch ja nicht davon berichten, das Buch zum Film. Ein weiterer Mordanschlag auf meine guten Vorsätze, aber es war eine tolle Überraschung. :)

MaennerZiegen

Guter Vorsatz hinterrücks ermordet!

Eigentlich hatte ich ja vor, meinen Stapel ungelesener Bücher wieder unter 100 Stück zu bekommen. Die Bücher, die ich mir für die Zeit nach der Prüfung kaufen wollte, hätten dem Vorsatz auch nicht wirklich geschadet, weil sie kaum die erste Woche ungelesen verbringen werden. Doch irgendwie haben sich gerade alle gegen meinen guten Vorsatz verschworen.

Erst gewinne ich “Der Kinderdieb” von Brom, was mich sehr gefreut hat, da mich die unterschiedlichen Lesermeinungen neugierig gemacht haben. Dann bekomme ich das Angebot, “Die Magier von Montparnasse” doch noch bei mir einziehen zu lassen. Wer könnte da schon “Nein” sagen? Ich nicht, nachdem ich sehr unglücklich über das Verschwinden meines Vorablesen-Exemplares war.

Da aller guten Dinge drei sind, gab es noch eine weitere SUB-Sabotage. Völlig überraschend bekam ich “Besessen” von Antonia S. Byatt geschenkt. Der gute Vorsatz ist damit vorerst endgültig dahin, die Freude aber riesig! Damit ich nicht verbotener Weise schon vor der Prüfung anfange zu lesen, wurde das Buch in Fesseln gelegt:

Besessen

Ob die mich lange aufhalten, weiß ich nicht. Die Schenkende hatte das Buch nämlich dermaßen gelobt, dass ich am liebsten gleich loslesen würde. Andererseits wäre es wahrscheinlich besser, ihm in zwei Wochen meine volle Aufmerksamkeit gönnen zu können. Auch hier nochmal: vielen lieben Dank an B. aus W.! Und natürlich auch an alle anderen, die an der Ermordung meines guten Vorsatzes beteiligt waren. ;)

Stephen Fry – Der Sterne Tennisbälle

SterneTennisbälle

Ned hat alles, was man sich wünschen kann. Er gehört zur Oberschicht, sieht gut aus, in der Schule läuft es einwandfrei, er hat eine tolle Freundin. Da kann man schon verstehen, dass weniger begünstigte neidisch werden. Als ihm einige Neider einen dummen Streich spielen, wird aus dem Spaß tödlicher Ernst. Durch einen dummen Zufall kommt alles anders als geplant, Ned verschwindet für Jahre spurlos.

„Der Sterne Tennisbälle“ hat mich von der ersten Seite an gefesselt. Stephen Fry versteht es, den Leser sofort in die Geschichte hinein zu ziehen und die Handlung niemals langweilig werden zu lassen. Sehr angenehm hat er teilweise Zeitabschnitte von zehn Jahren abgehandelt, wo so manch anderer Autor wahrscheinlich eher zu sehr ins unwichtige Detail gegangen wäre. Thema des Romans ist die Rache. Auch wenn man die Motive der Handelnden nachvollziehen kann, bleibt am Ende die Frage, wie weit Rache gehen darf.

Schon „Geschichte machen“ vom selben Autor gefiel mir sehr gut, seine weiteren Bücher stehen auf der Wunschliste.

Der Sterne Tennisbälle – Stephen Fry
391 Seiten, Aufbau TB
ISBN 9783746619224, 9,50 €
Taschenbuch

Grenzenlose Vorfreude

Nachdem ich mich monatelang zurück gehalten habe und nur Bücher ertauscht, aber nicht eines gekauft habe, wurde heute zugeschlagen. Da die Bücher ein paar Tage brauchen, bis sie endlich bei mir sind, wurde mit den Hamsterkäufen für die Zeit nach der Prüfung angefangen. Lauter Bücher, die mich schon lange reizen, aber in den letzten Wochen nicht erlaubt waren, weil sie zuviele Seiten haben.

Als erstes nach der Prüfung will ich “Saphirblau” von Kerstin Gier lesen. Die Fortsetzung von “Rubinrot” wird sicher genau das richtige zur Entspannung und Abkühlung meines bis dahin sicher heiß gelaufenen Gehirns sein.
Danach geht es mit etwas düsterer aber immer noch leichter Kost weiter, “Judassohn” von Markus Heitz wird auch bald mein sein. Ein Vampirthriller, die Fortsetzung von “Kinder des Judas”. Ich freue mich auf spannende Dark-Fantasy. Ob ich mich gleich danach an “Limit” von Frank Schätzing mache, weiß ich noch nicht. Aber einziehen darf es auf jeden Fall schon mal. Mit 1300 Seiten ist das schon ein sehr großer Brocken, vielleicht muss es noch ein wenig warten.

Ebenfalls demnächst eintrudeln werden nämlich auch “Blutzoll” von Tanja Huff, noch ein Vampirroman, mal wieder ertauscht. Ebenso die düstere Variante von Peter Pan: “Der Kinderdieb” von Brom, den ich gewonnen habe. Nach sehr unterschiedlichen Rezensionen bin ich schon gespannt darauf. Vorher werde ich aber sicher noch “Die Magier von Montparnasse” lesen, mit denen mir eine liebe Bekannte gerade eine riesige Freude gemacht hat. Mein Vorablesen-Exemplar war ja leider verschollen, sie vermacht mir ihres, so komme ich doch noch in den Genuss. Über die Nachricht habe ich mich gerade wirklich unglaublich gefreut.

Ihr seht, viele tolle Bücher sind im Anmarsch, über die ich euch demnächst berichten werde. Bis dahin dauert es nur noch ein paar Tage, die ich mir gerade mit “Hotel Elysium” von Tanja Huff etwas angenehmer gestalte, nachdem ich mich durch die letzten Seiten von “Firmin – Ein Rattenleben” von Sam Savage regelrecht durchbeißen musste.

Andrew Davidson – The Gargoyle

Gargoyle

„The Gargoyle“ lässt sich nur schwer einem Genre zuordnen. Es handelt von der Liebe, ist aber kein wirklicher Liebesroman. Neben romantischen und historischen Elementen findet sich auch ein Schuss Mystik.

Der Protagonist, dessen Name nie genannt wird, führt ein wildes Leben, verdient sich sein Geld als Pornodarsteller. Meist nimmt er seine Umwelt nur durch einen Drogennebel wahr. Im Rausch hat einen schweren Autounfall, der Großteil seines Körpers, ehemals sein Kapital, verbrennt. Als er nach einiger Zeit auf der Verbrennungsstation erwacht, kann er sich nicht damit abfinden, in Zukunft als „Monster“ weiter leben zu müssen. Da erscheint Marianne Engel an seinem Krankenbett, die behauptet, ihn bereits seit 700 Jahren zu kennen. Sie seien damals ein Liebepaar gewesen. Bei ihren Besuchen erzählt sie ihm neben der Geschichte ihrer eigenen Vergangenheit verschiedene andere Geschichten über meist tragisch endende Beziehungen. Sie scheint ihn trotz seines neuen Aussehens zu lieben. Kann sie ihn davon überzeugen, dass auch dieses Leben lebenswert ist?

An diesem Buch habe ich ziemlich lange gelesen. Was zum Teil daran lag, dass ich mir die günstigste englische Ausgabe gekauft hatte, die leider ein sehr schlechtes Druckbild hatte. Oft war die Schrift extrem verlaufen und nur schwer lesbar. Besonders ungünstig war es bei den schwarz hinterlegten Sätzen. Es gibt einen Satz im Buch den ich gar nicht lesen konnte, da nur ein schwarzer Balken sichtbar war.

Allerdings war das wohl nur ein Grund für die lange Lesedauer. So richtig gefesselt hat es mich nicht wirklich. Die Nebenhandlungen empfand ich oft als interessanter als die Haupthandlung. Nach einem Kapitel hat es mir erst mal wieder gereicht und das Buch lag in der Ecke. Es war aber nicht so uninteressant, dass ich es abbrechen wollte. Nur waren ziemlich viele andere Bücher immer wieder spannender.

Ein wirkliches Fazit fällt mir bis heute schwer, ich weiß noch immer nicht, wie ich es bewerten soll. Für empfindliche Leser ist es eindeutig nicht geeignet, da der Unfall und auch die folgende Behandlung seiner Wunden sehr detailliert beschrieben werden. Wer damit kein Problem hat und eine Liebesgeschichte mit historischem Hintergrund und einigen Rätseln mag, sollte sein Glück damit versuchen. Auch wenn ich mich denen nur teilweise anschließen kann, habe ich einige begeisterte Meinungen zu dem Buch gelesen.

Ein Tipp für alle, die sich die englische Ausgabe holen wollen: gönnt euch die etwas teurere Ausgabe, es lohnt sich.

The Gargoyle – Andrew Davidson
465 Seiten, Anchor Books
ISBN 9780307473721, ca. 5,80 €
Taschenbuch Englisch