Über die “Für alle Leser von (beliebigen Autor einsetzen)”-Empfehlungen in den Verlagsvorschauen schüttele ich ja oft genug den Kopf. Man fragt sich, ob die Leute, die diese Empfehlungen aussprechen, überhaupt jemals etwas von den Autoren gelesen haben. Wahrscheinlich gibt es einfach eine Highscore Liste in jedem Verlag, getrennt nach Genres. Da fischt man sich dann die gerade bekannten und beliebten Autoren heraus und setzt sie willkürlich in den Verlagsvorschauen ein. Anders kann ich mir das nicht erklären.
Heute fand ich eine besonders “gelungene” Mischung. “Für alle Fans von Stephenie Meyer, Sergej Lukianenko und Bernhard Hennen”. Wer die drei zusammen gewürfelt hat, kann noch nie etwas von ihnen gelesen haben. Ganz egal wie man zu den Autoren stehen mag (zwei davon lese ich sehr gerne), sie schreiben absolut nicht miteinander vergleichbare Bücher. Wie kann man Romantacy mit russischer Dark Fantasy oder High Fantasy vergleichen? Ich würde nicht mal Hennen (“Die Elfen”) und Lukianenko (“Wächterreihe”) mischen wollen. Dann noch ein “Biss”-chen Meyer dazu und das ganze wäre unlesbar. Welches Buch dermaßen beworben wurde, verschweige ich mit Absicht. Das klang nämlich eigentlich ganz interessant und überhaupt nicht nach einem der drei genannten Autoren.
Nachdem in der gleichen Vorschau auch noch Robin Hobb (“Weitseher Zyklus”) mit Christopher Paolini (“Eragon”) verglichen wurde, habe ich sowieso aufgehört, diese Empfehlungen zu lesen. Robin Hobb hat eine fantastische und komplexe Welt erschaffen, mit Charakteren von bisher selten gefundener Tiefe. Christopher Paolini hat den “Herrn der Ringe” mit “Star Wars” in einen großen Kessel gekippt und mal kräftig umgerührt. Für solche Vergleiche gehört man eigentlich den Drachen vorgeworfen.


