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Kerstin Gier – Rubinrot

rubinrot

Gwen ist froh, dass sie ein ganz normaler Teenager ist, mit ganz normalen Problemen. Nicht wie ihre Cousine Charlotte, die als Trägerin des Zeitsprunggens schon von klein auf darauf getrimmt wird, in allen Zeiten zu Recht zu kommen. Doch dann stellt sich heraus, dass doch alles ganz anders ist. Plötzlich findet sich Gwen im London vergangener Zeiten wieder. Sie steckt unversehens inmitten von Intrigen und Geheimgesellschaften. Als ob das nicht schon schwierig genug wäre, taucht auch noch Gideon auf. Sie gibt sich ja alle Mühe etwas Negatives an ihm zu finden, aber es will ihr einfach nicht gelingen.

Ich stand Rubinrot lange ziemlich kritisch gegenüber. Ein Jugendbuch das von Liebe handelt und ganz in Rosa daher kommt… Da war wohl meine Rosaphobie schuld an der Ablehnung. Völlig zu Unrecht. Die vielen begeisterten Rezensionen haben mich dann doch einen Versuch wagen lassen, worum ich auch sehr froh bin. Ich hätte einen zauberhaften Roman verpasst, den ich in kürzester Zeit durch geschmökert hatte, weil ich ihn gar nicht mehr weg legen wollte. Ja, es ist ein Jugendbuch, aber mit Niveau und überhaupt nicht kitschig. Es ist spannend, und hört gemeiner Weise quasi mitten in der Handlung auf. Zu meinem Glück gibt es die Fortsetzung „Saphirblau“ schon.

Ein wunderbares Buch, perfekt um sich ein Paar Stunden weg zu träumen und alles um sich herum zu vergessen. Auch noch wenn man die Jugendjahre schon einige Zeit hinter sich gelassen hat.


Rubinrot – Liebe geht durch alle Zeiten – Kerstin Gier

352 Seiten, Arena Verlag
ISBN: 9783401063348, Preis 14,95 €
Hardcover

Mal den neuen Vampir-Hype testen: “Gezeichnet”

Auf der Bestsellerliste steht er auf Platz eins, wo immer man auch büchertechnisch unterweg ist, stolpert man über ihn. Den ersten Band der angeblich einzigen legitimen Nachfolge-Serie der Biss Romane. “Gezeichnet” von P. C. und Kristin Cast, Beginn der Reihe “House of Night”.

Unverhofft erscheint auf Zoeys Stirn eine saphirblaue Mondsichel. Damit ist klar, sie ist gezeichnet, wird zu einem Vampyr werden. Im House of Night, einem Vampyrinternat, soll sie ausgebildet werden. Sofern sie den Wandlungsprozess überlebt.

Auch wenn mich die Biss-Reihe von Stephenie Meyer nicht wirklich begeistert hat (ich weiß bis heute nicht wie sie endet und will es auch gar nicht wissen), kam ich um “Gezeichnet” nicht herum. Die Neugier hat mich gepackt, ich will wissen, warum es auf Platz eins der Bestsellerliste gelandet ist. Hat es den Platz verdient, oder waren das nur die nach Nachschub dürstenden Meyer-Fans? Da ich den englischen Band auf Tauschticket nagelneu und günstig bekam, werde ich es einfach testen. Gefällt es mir nicht, werde ich es dort auch gut wieder los. Mein Gewissen tröste ich mit der Fremdsprachenübung über das wahrscheinlich recht niedrige Niveau hinweg. Die ersten Seiten handelten schon mal nur von typisch amerikanischen Teenagerproblemen. Aber es kann ja noch besser werden.

Statt Papier- gerade Wunschgeflüster

Bevor ich schon wieder mit dem Buch fertig bin will ich euch doch noch schnell mitteilen, dass ich gerade “Wunschgeflüster” von Melina Gerosa Bellows lese. Ein wirklich schönes Buch, ein wenig wie das Leben: mal sonnig, mal traurig, mal nachdenklich stimmend, mal einfach nur zum Spaß haben einladend. Auf jeden Fall tiefgründiger als ich erwartet hätte.

Vielen Dank an den Droemer Knaur Verlag, der mir das Buch vorgeschlagen und ein Leseexemplar zur Verfügung gestellt hat. Es wäre mir sonst sicher entgangen, was sehr schade gewesen wäre.

Mit den Rezensionen hinke ich dank anderweitiger Verpflichtungen gerade etwas hinterher, sie werden aber so bald wie möglich nachgeliefert.

Florian Illies – Ortsgespräch

Ortsgespräch

Nostalgie pur. Florian Illies erzählt von seinen Erinnerungen an die Heimat, in der Provinz. Jeder Leser, der selbst aus einer eher ländlichen Gegend stammend in die Stadt gezogen ist, wird  auf eigene Erinnerungen stoßen. Zum Beispiel der unendliche Austausch aller möglichen im Garten wachsenden Produkte und deren verschiedenster Verarbeitungsformen. Wer wurde noch nie von der Zucchinischwemme erwischt, wenn einem mal wieder sämtliche Nachbarn auf einmal welche schenken möchten? Sie haben doch gerade so viele und können die gar nicht alle essen. Die Nachbarn als bald auch nicht mehr.

Er räumt auch mit so mancher Mär auf, wie zum Beispiel der berühmten Stille auf dem Land. Ich hatte sie schon verdrängt, er brachte sie mir wieder in Erinnerung: die im Sommer ständig irgendwo laufenden Rasenmäher, die Motorsägen, die mühseligen Versuche des Nachbarn im Winter das Auto zum laufen zu bringen. An die Kirchenglocken gewöhnt man sich schnell, doch die all samstäglich punkt 12.00 Uhr gellende Feuerwehrsirene vermisse ich wirklich nicht.

„Ortsgespräch“ gefiel mir wesentlich besser als „Generation Golf“. Bis zum Ende bleibt das leicht gemischte Gefühl der Erinnerungen an muffelige Uraltwohnzimmer und die schönen Tage am Badesee erhalten. Der Erzählstil ist locker, man hat fast das Gefühl, als würde man sich mit jemandem über die gute alte Zeit austauschen. Wobei er auch die Veränderungen nicht auslässt, die im Laufe der Zeit wohl an keinem ländlicheren Eckchen vorüber gehen, wie zum Beispiel dem Verschwinden der kleinen Läden.

Eine nette Zwischendurchlektüre, genau das Richtige für einen gemütlichen Nachmittag.

Ortsgespräch – Florian Illies
208 Seiten, Heyne
ISBN: 9783453405332, 8,95 €
Taschenbuch

Die magische Grenze …

… wurde überschritten. Mein Stapel ungelesener Bücher kann eigentlich nicht mehr als Stapel bezeichnet werden. Würde ich die Bücher wirklich stapeln, kämen sie auf eine Höhe von 3,40 Meter. So hoch sind meine Decken gar nicht. ;-)

Aber nicht die 3 Meter waren die magische Grenze, sondern die 100 Stück. Laut aktueller Zählung stehen hier 102 ungelesene Bücher. Das fatale daran ist, dass ich wirklich jedes davon auch gerne lesen möchte. Leider kann ich immer nur eins auf einmal lesen.

Bei meinem Bücherpensum würden all die ungelesenen Bücher aber gerade mal knapp über ein Jahr reichen, wenn ich keine neuen mehr dazu kaufen würde. Viel zu kurz! Außerdem braucht ein Genrehopper wie ich immer eine gewisse Auswahl für die Folgelektüre. Welch furchtbare Vorstellung, nicht das richtige Buch zu Hause zu haben. Da beruhigen so ein paar ungelesene Bücher doch ungemein. Wer sich jetzt Sorgen um meinen Geldbeutel macht: Tauschticket ist an mindestens der Hälfte der Bücher Schuld, die andere Hälfte ist geschenkt, geerbt oder hat mich von einem Mängelexemplartisch angelacht. Und Gelegenheiten sollte man beim Schopf ergreifen, wer weiß, wann sie sich wieder ergeben.

Rubinroter Wunschgeflüster Nachschub

Lange hatte ich überlegt, ob das Buch etwas für mich ist. Nach vielen begeisterten Rezensionen in verschiedenen Bücherblogs werde ich es demnächst testen. “Rubinrot” von Kerstin Gier ist endlich hier eingezogen. Nachdem alle anderen schon den zweiten Band “Saphirblau” lesen und in den höchsten Tönen loben, muss ich mal langsam aufholen. ;-) Wer noch nicht weiß, worum es geht: eine unverhoffte Zeitreise und Liebe. Allerdings wurde mir gesagt, ich darf es erst nach meiner Klausur am Samstag anfangen, da ich es sonst nicht mehr aus der Hand legen würde. Den Rat beherzige ich mal lieber, da ich mich nur zu gut kenne, und das nicht ganz abwegig ist.

Gleichzeitig zog “Wunschgeflüster” von Melina Gerosa Bellows ein. Das mir netterweise vom Droemer Knaur Verlag zur Verfügung gestellt wurde. Bella wünscht sich allerhand, doch ihr größter Wunsch ist es, ihren Zwillingsbruder von seinem Autismus zu befreien. Erst als sie ihn fast verliert, lernt sie, ihn so zu akzeptieren, wie er ist. Ich bin sehr gespannt, was aus diesem vielversprechenden Plot gemacht wurde. Das Cover ist auf jeden Fall wunderschön. Wenn draußen alles grau und trüb ist, macht es um so mehr gute Laune. Obwohl es relativ schlicht ist, strahlt es irgendwie Frische und Glück aus.

Bevor die beiden verschlungen werden, lese ich aber noch “Weit übers Meer” von Dörthe Binkert zu Ende. Das lag lange auf dem SUB, eigentlich hatte ich es nur befreit, weil es mit gerade mal 300 Seiten so schön dünn ist. Um dann fest zu stellen, dass es richtig gut ist. Kurz vor der Abfahrt nach Amerika betritt eine geheimnisvolle Dame im weißen Abendkleid das Schiff in Antwerpen. Ihr Erscheinen führt bei einigen Mitreisenden dazu, dass sie ihr eigenes Leben überdenken, sind sie da, wo sie hin wollten? Sollte man jemanden, der aus dem vorgegebenen Weg ausbricht, bewundern oder verachten? Anfang des 20. Jahrhunderts war das Rollendenken noch sehr festgefahren, geriet aber gerade ins Wanken.

Sven Regener – Neue Vahr Süd

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„Neue Vahr Süd“ erschien nach „Herr Lehmann“, spielt zeitlich aber vor ihm. Frank Lehmann hat schlicht und ergreifend verschlafen zu verweigern. Also bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich dem Dienst am Vaterland zu stellen. Gleichzeitig zieht er von zu Hause aus, in eine mehr als chaotische WG mit einigen seiner Freunde. Man könnte fast von Glück reden, dass er nur am Wochenende dort hausen muss. Auch wenn ihm das Leben in der Kaserne nicht wirklich zusagt. Warum müssen die einen auch andauernd anschreien? Nebenbei gibt es noch Verwicklungen in der Gefühlswelt, er ist nicht der einzige, der sich für Sibille interessiert. Und da ist ja auch noch Birgit.

Das zweite Werk von Sven Regener gefiel mir noch besser als Herr Lehmann. Es enthält einen köstlichen Humor, der einen auch bei Szenen, über die man im realen Leben besser nicht lachen würde, zum grinsen bringt. Ob die Bundeswehr so war wie sie hier gezeichnet wird, kann ich nicht beurteilen. Die Beschreibungen decken sich aber mit Berichten von Freunden, die ebenfalls da durch mussten und etliche Klischees sind natürlich auch erfüllt. Man möchte wirklich nicht in Lehmanns Haut stecken, der so gar nicht in das Bild des gehorsamen Soldaten passt. Das ist das faszinierende an Regeners Geschichten. So schräg sie auch scheinen mögen, man kann sich gut vorstellen, dass sie trotzdem tagtäglich, irgendwo in Deutschland, genau so geschehen. Oder Anfang der 80er geschehen sind, ein wenig Nostalgie ist für alle, die die Zeit erlebt haben, auch enthalten.

Simons Katze

Heute habe ich mir ein Buch gegönnt, dass perfekt geeignet ist, Stress und anklopfende Winterdepressionen zu vertreiben. Zumindest für Katzenbesitzer. “Simons Katze” von Simon Tofield ist eine Sammlung kleiner schwarz-weißer Comics, die das Leben mit einer Katze zeigen. Wer je eine Katze besaß wird bestätigen können: diese Katze ist eine äußerst typische Katze. Schon auf den ersten Seiten musste ich ständig lachend nicken. Genau so sind sie, die kleinen Stubentiger.

Kennengelernt habe ich Simon und seinen Vierbeiner auf Youtube, dort gibt es einige nette Trickfilme über die beiden. Auf Papier werde ich sie mir ans Bett legen, so kann ich jetzt jeden Abend mit guter Laune einschlafen, egal was der Tag gebracht hatte.

Markus Heitz – Drachenkaiser

drachenkaiser

„Drachenkaiser“ ist die Fortsetzung zu „Mächte des Feuers“ und schließt direkt an dessen Handlung an. Beide spielen in einer fiktionalen Parallelwelt, die auf unserer zur Zeit der zwanziger Jahre basiert. Mit dem kleinen aber feinen Unterschied, dass uralte Drachen heimlich, still und leise die Geschicke der Welt lenken. Ganze Staaten sind nur ihre Marionetten, die sie ohne Skrupel einsetzen um ihre Macht zu vergrößern.

Gegen diese Drachen kämpfen Silena und Grigorij noch immer, auch nach der großen Schlacht am Triglav gibt es noch genügend von ihnen zu beseitigen. Die Schwäche der zum Großteil besiegten Drachen der alten Welt lockt neue Feinde heran. Drachen aus dem fernen Osten wollen sich Europa unter die Krallen reißen. Doch Silena und ihre Mitstreiter haben da auch noch ein Wörtchen mitzureden, unverhofft bekommen sie auch Unterstützung von einem bisher unbekannten Drachentöter. Das ferne China ist ihnen bald nicht mehr so fern, wie sie annahmen.

„Mächte des Feuers“ gefiel mir sehr gut, „Drachenkaiser“ leider nicht mehr ganz so gut. Für meinen Geschmack gab es zu viele Handlungsstränge, die zwar am Ende alle zusammen fanden, aber anfangs oft zusammenhanglos waren. Die ganze Handlung wirkte leicht unrund, überraschende Wendungen teilweise etwas plump. Das Stilmittel des Cliffhangers am Kapitelende wurde meiner Meinung nach zu oft bemüht. Findet es sich an so gut wie jedem Kapitelende, baut es keine Spannung mehr auf, da ich, sobald es auch nur ein wenig spannend wird, sofort damit rechne, dass das Kapitel gleich zu Ende ist und ich die Auflösung erst Seiten später lesen werde.

Alles in allem war „Drachenkaiser“ eine nette Lektüre, das Setting in den 20er Jahren gefiel mir immer noch sehr gut. Die Drachen sind faszinierend beschrieben, es macht Spaß sich zu überlegen, was wäre, wenn all das nicht nur reine Phantasie wäre. Markus Heitz Fans werden auch mit diesem Buch sicher ihren Spaß haben, ich habe allerdings schon bessere Werke von ihm gelesen. Allen voran „Ritus“ und „Sanctum“, meine Lieblingsbücher dieses Autors.

Sehr gespannt bin ich auf “Judassohn”, das im März erscheinen wird. Darin treffen wohl Charaktere aus “Ritus”, “Sanctum”, “Kinder des Judas” und “Blutportal” aufeinander. Kleinere Überschneidungen gab es ja schon schon zwischen den Romanen. Seine Dark-Fantasy-Romane haben mir bisher noch immer sehr gut gefallen, Popcorn-Literatur vom feinsten, die man gar nicht mehr aus der Hand legen will.

Für Würzburger Phantastikbegeisterte

Phantastik hat soviel mehr zu bieten als nur Bücher in fremden Welten. Wer sich für irgendeine der vielen Möglichkeiten begeistern kann, findet in Würzburg mit Hermkes Romanboutique die ideale Anlaufstelle. Neben Büchern aus Fantasy und Science Fiction finden sich hier auch Comics, Spiele und Material für Tabletops und Rollenspieler.

Um allen Phantastikbegeisterten auch im Netz einen Treffpunkt zu bieten, wurde jetzt das Brot und Spiele Forum eröffnet. Hier kann man sich neben den schon genannten Themen auch über LARP, Serien und Filme oder was auch immer irgendwie mit Phantastik zu tun hat austauschen. Da Foren von Lesern und Schreibern leben, schaut doch einfach mal vorbei, stellt euch kurz vor und schreibt mit.