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Ein Jahres-Abschluss-Stöckchen

Katrin hatte auf Buchsaiten eine schöne Stöckchen-Idee zum Abschluss des Jahres, das ich gerne mitgenommen habe.

-Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir wenig versprochen habe, das mich dann aber positiv überrascht hat? (und Begründung)

“Die Beschenkte” von Kristin Cashore und “Die Monster von Templeton” von Lauren Groff. Beide wurden mir mit den Worten “Das könnte was für Dich sein” in die Hand gedrückt, bei beiden hatte ich erstmal leise Zweifel. Aber meine Kolleginnen kennen mich anscheinend doch ganz gut. ;-) Beide Bücher haben mich sofort gefesselt und ich hatte sehr schöne Lesestunden mit ihnen.

- Welches war das Buch in diesem Jahr, von dem ich mir viel versprochen habe, das mich dann aber negativ überrascht hat? (und Begründung)

„Die Welt ohne uns“ von Alan Weisman. Das Thema klang sehr interessant, die Ausführung war dann aber so zusammenhanglos und er verlor sich gerne mal in für mich weniger interessanten Themen, dass ich das Buch abgebrochen habe.

- Welches war eure persönliche Autoren-Neuentdeckung in diesem Jahr und warum?

Michel Birbæk mit „Beziehungswaise“, „Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr“ und „Was mich fertig macht ist nicht das Leben sondern die Tage dazwischen“. Er schreibt emotional ohne kitschig zu werden, angenehm zynisch und sehr direkt. Ich mag seinen Schreibstil und freue mich schon sehr auf die Leserunde zu „Nele & Paul“ mit Autorenbegleitung auf leserunden.de.

- Welches war euer Lieblings-Cover in diesem Jahr und warum?

Das ist schwierig, dieses Jahr gab es einige sehr schöne Cover. Zum Beispiel „Die Monster von Templeton“, schlicht in schwarz-weiß, aber mit vielen Details aus dem Buch. „Arkadien erwacht“ von Kai Meyer hat ebenfalls ein wunderschönes Cover, das man nach der Lektüre auch erst wirklich versteht. Ich mag es, wenn das Cover zum Buch passt, was gerade in der Fantasy leider nicht immer der Fall ist. Aus dem gleichen Grund gefiel mir auch das sehr minimalistische Cover zu „Zwei an einem Tag“ von David Nicholls so gut, genau wie das Buch beschränkt es sich auf die beiden Charaktere. „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss hat ebenfalls ein wunderschönes Cover, auch wenn es der „Mantel und Stab“- Manier folgt, die sich gerade in der Fantasy breit macht. Es gab noch viele weitere Cover, die nicht ganz unschuldig daran waren, dass ich mir das dazu gehörige Buch gekauft habe.

Diana Gabaldon – Echo der Hoffnung

echohoffnung

„Echo der Hoffnung“ ist der siebte Band der Highland-Saga. Jamie und Claire sind noch immer in Amerika, wo der Unabhängigkeitskrieg in vollem Gange ist. Auch Frasers Ridge bleibt davon nicht verschont. Jamie fühlt sich für das Schwert inzwischen zu alt, will aber trotzdem nicht tatenlos zusehen. So beschließen sie nach Schottland zurück zu kehren, um seine Druckerpresse zu holen. Der Weg nach Schottland ist allerdings alles andere als leicht, wenn die britische Marine sämtliche Häfen abriegelt und auch unterwegs gerne mal andere Schiffe kapert um deren Besatzung in den Dienst zu pressen. Wie schon in den Bänden davor, erleben die Frasers allerhand Abenteuer. Auch Jamies Neffe Ian ist wieder mit von der Partie, der je nach Gelegenheit mal als Schotte, mal als Indianer durchgeht. Natürlich sind auch Briana und Roger nicht vergessen, die unerwarteten Besuch aus fernen Zeiten bekommen.

Nachdem mir der fünfte Band etwas weniger gut gefiel, erfüllen sowohl der sechste als auch der siebte Band meine Erwartungen wieder voll. Ja, ab und an ist es etwas anstrengend schon wieder zu lesen, wie gut Jamie trotz seiner sechzig Jahre noch aussieht. Für diese Zeit ein hohes Alter, auch ungeachtet der vielen Kämpfe und Kriege die er erlebt hat. Aber das gehört zu den Büchern einfach dazu. Auch die für historische Romane oft typischen Zufälle kommen vor. Amerika ist nicht klein, trotzdem begegnet Jamie seinem Sohn William nicht selten.

Dazu kommen aber zum einen die historische Korrektheit, die Gabaldons Bücher auszeichnet, wie auch das Gefühl des nach Hause Kommens, sobald man die erste Seite liest. Nach dem man schon so viele Seiten mit Jamie und Claire gelitten (und geliebt) hat, ist es immer wieder schön zu lesen, wie es mit ihnen und ihrer Familie weiter geht. Das Abschiednehmen fällt mir bei ihren Büchern immer besonders schwer. Diesmal war das Ende leider auch etwas ungeschickt, es gibt viele offene Fragen, da es sehr abrupt endet. Damit ist aber zumindest sicher, dass es einen weiteren Band geben wird, nachdem der siebte früher schon als der Letzte angekündigt wurde. Auf den achten Band freue ich mich jetzt schon, obwohl es sicher wieder mindestens zwei Jahre dauern wird, bis er erscheint. Gut Ding will eben Weile haben.

Wer die ersten Bände mochte, kann getrost auch beim siebten Band wieder zugreifen. Es ist immer wieder schön, mit den Frasers in vergangene Zeiten abzutauchen und ganz nebenbei noch einiges über Geschichte zu lernen. Als kleine Zugabe gibt es diesmal auch einen Stammbaum, im Inneren des Schutzumschlags. Bei all den zeitlichen Verwirrungen nicht unpraktisch.

Kai Meyer – Arkadien erwacht

arkadien

Rosa versucht ihr altes Leben hinter sich zu lassen und neu anzufangen. Auf Sizilien, woher ihr Vater stammt, dass sie aber seit Jahren nicht betreten hat. Allerdings ist es nicht so leicht zur Ruhe zu kommen, wenn man wie ihre Familie einem Mafiaclan angehört und sie gleich am ersten Tag Bekanntschaft mit dem Erben eines verfeindeten Clans macht. Nicht lange nach ihrer Ankunft auf Sizilien erfährt Rosa Alcantara vom dunkelsten Geheimnis der Cosa Nostra, dass die unmenschlichen Taten der Familien in gänzlich anderem Licht erscheinen lässt und ihr Leben von Grund auf verändert.

„Arkadien erwacht“ ist der Auftakt einer neuen Reihe, die unter Umständen auch mehr als drei Bände haben wird. Wenn es so spannend weiter geht, wie der erste Band hoffen lässt, können es gar nicht genug Bände werden. Von der ersten Seite an steckt man mitten im Geschehen, rätselt zusammen mit Rosa, was die merkwürdigen Vorkommnisse zu bedeuten haben, zweifelt mir ihr an den Versprechungen Alessandros und hofft doch wieder, dass er es ehrlich mit ihr meint.

Auch wenn es ein Jugendbuch ist, kann es Erwachsene durchaus begeistern. Die Liebesgeschichte zwischen Rosa und Alessandro ist alles andere als kitschig, die Hauptgeschichte handelt von der Cosa Nostra und ihrem unmenschlichen Geheimnis. Was dem Buch einen Schuss Mystik verpasst. Ich konnte das Buch am Ende kaum mehr aus der Hand legen, habe die letzten Seiten regelrecht verschlungen, weil es so spannend wurde.

Nachdem mich der erste Band der Merle-Trilogie eher enttäuscht hatte, hat „Arkadien erwacht“ mich nun doch von Kai Meyers Werken überzeugt. Die Nachfolgebände werden sicher gelesen, die Stürmkönige-Trilogie steht schon auf der Wunschliste.

Fast bücherlose Weihnachten

Mit Büchern unter dem Weihnachtsbaum rechne ich ja gar nicht, das traut sich aus gutem Grund kaum jemand. Dass ich aber auf der Hinreise die Zugfahrt kaum zum Lesen genutzt habe, war doch eher untypisch. Ich war noch so im Vorweihnachtsstress, dass ich mich gerade mal auf eine Zeitschrift konzentrieren konnte. “Der törichte Engel” von Christopher Moore konnte mich nicht wirklich fesseln.

Erst auf der Rückfahrt habe ich festgestellt, dass ich mit “Großmama packt aus” von Irene Dische ein richtig gutes Buch mit auf Reisen hatte. Die Zeit wurde dann auch wie geplant zum Lesen verwendet. Während der Familienfeierlichkeiten kommt man ja auch nicht dazu.

Aus lauter Verzweiflung und anscheinend in geistiger Umnachtung hatte ich mir auf der Hinfahrt in Frankfurt noch ein Buch gekauft. Fragt mich nicht, wie ich dazu kam, dieses Buch zu nehmen, irgendwie sprach mich das Cover an. Nach 20 Seiten habe ich es schaudernd ganz tief unten im Koffer versteckt.  Den Titel verrate ich euch nicht. Nur so viel: bei der nächsten Nackenbeißer-Lesenacht bin ich dabei, wenn Vampire auch erlaubt sind. Man muss ja auch wissen, worüber man lästert. ;-)

Kaum zu Hause stehe ich jetzt wieder vor der schweren Entscheidung, mit welchem Buch es weiter gehen soll. Mit der “Elfenkönigin” von Bernhard Hennen zurück nach Albenmark, oder doch lieber mit Irene Disches Großmama nach New York in den 40er Jahren? Oder für einen Abend mit “Arthur und die vergessenen Bücher” von Gerd Ruebenstrunk im Lesesessel verschwinden? Gar nicht so einfach. Vielleicht sollte ich erst mal meinen Koffer auspacken.

Frohe Weihnachten!

Ich wünsche Euch allen frohe Weihnachten!

Den Lesenden unter meinen Lesern das ein oder andere Buch unter dem Weihnachtsbaum, allen anderen was immer ihr euch wünscht. Vor allem ein bisschen Ruhe, nach den stressigen Vorweihnachtstagen. Lasst es euch gut gehen und esst nicht zuviel. ;-)

Zurück in Albenmark

Lange mussten wir auf “Die Elfenkönigin”, den vierten Band der Elfenreihe von Bernhard Hennen warten. Damit ich ihn in Ruhe genießen kann, stand er noch ein paar Wochen auf dem SUB. Heute durfte ich endlich damit anfangen.

Aber ich bereue es nicht, gewartet zu haben. Die Elfenbücher sollte man nicht in kleinen Happen lesen müssen, viel schöner ist es, immer wieder mal eine oder auch zwei Stunden am Stück in Albenmark abzutauchen. Denn das kann Hennen wirklich gut, eine Atmosphäre aufbauen, die einen voll und ganz in ihren Bann zieht.

Das ist auch gleich ab der ersten Seite wieder geschehen. Ich bin sehr gespannt auf die Geschehnisse zwischen Emerelle und Falrach. Eine etwas verworrene Geschichte um eine Liebe, die mehrere Jahrhunderte und eine Wiedergeburt enthält. Aber auch darauf, wie es den Trollen ergeht, die momentan die Herrschaft an sich gerissen haben. Obwohl man schon seit dem ersten Band die historischen Rahmenbedingungen kennt und eigentlich weiß, wie es ausgeht, ist es doch immer wieder spannend, die einzelnen Abschnitte zu verfolgen.

John Updike – Die Hexen von Eastwick

HexenEastwick

Drei geschiedene Frauen, die nach der Trennung besondere Fähigkeiten entwickeln. Sie können hexen. Jede Woche treffen sie sich zu ihrem kleinen Hexenzirkel und vertreiben sich die Zeit mit eher spielerischen Hexereien. Die Zeit, die ihnen neben der Eroberung jedes zu habenden (oder auch nicht zu habenden) Mannes in Eastwick noch bleibt. Da zieht ein interessanter, „leicht“ exzentrischer Mann in den Ort. Natürlich wollen alle drei ihn gerne erobern, doch keine würde es vor ihren Freundinnen offen zugeben. Bald geht es hoch her, im vom Meer umfluteten Landsitz des Umworbenen.

Es ist ein sprachgewaltiges Buch, auf das man sich einlassen muss. Die Handlung hatte für mich allerdings einige Längen. Das Hexenthema wurde oft auf mehreren Seiten überreizt, wenn zum Beispiel ewig ein Tennisspiel beschrieben wird, in dem der Ball sich in alles mögliche verwandelt. Zur Handlung hatte das nicht beigetragen und hätte kürzer ausfallen können. Allgemein hätte das Buch auch ohne die Hexerei funktioniert. Mit dem hier gezeigten Frauenbild hatte ich ein Problem. Alle Singlefrauen sind ständig auf der Jagd nach dem nächsten Mann, egal ob der verheiratet ist oder nicht. Die drei reichen sich die Männer teilweise regelrecht durch. Sorry, aber so ist die Welt einfach nicht. Auch wenn so mancher Mann sie sich vielleicht so wünscht.

Begeistert war ich nicht von dem Buch, der Nachfolger „Die Witwen von Eastwick“ ist von meiner Wunschliste gestrichen. Es war ok, nicht wirklich schlecht, aber mehr muss ich davon nicht lesen.

Weihnachtslektüre der etwas anderen Art

Wer nichts dagegen hat, Weihnachten mit Zombies oder gar dem Tod persönlich zu begehen, könnte mit den folgenden beiden Buchtipps seinen Spaß haben.

In “Der törichte Engel” von Christopher Moore sorgt ein etwas übereifriger Engel dafür, dass etliche Friedhofsbewohner dem Ort Pine Cove ein ganz besonderes Weihnachtsfest bescheren. Dabei sollte er doch nur den Weihnachtsmann wieder lebendig werden lassen … Moore schreibt angenehm schräge Romane, die meisten werden ihn dank “Die Bibel nach Biff” kennen. Wobei ich das als sein schwächstes Buch empfand. “Der törichte Engel” ist gleich nach “Ein todsicherer Job” eines seiner besten Bücher. Ich lese sie nicht mehr in der Öffentlichkeit, da ich schon mehrmals seltsam angeschaut wurde, wenn ich plötzlich laut lachen musste.

“Schweinsgalopp” von Terry Pratchett sollte man ebenfalls am besten in der Vorweihnachtszeit lesen. Der Schneevater (im Original wesentlich passender als “Hogfather” unterwegs) wurde Opfer der Assasinengilde. Wer springt für ihn ein? TOD persönlich. Wie so oft gibt er sich alle Mühe, die Gebräuche und das Verhalten der Menschen zu verstehen. Doch so ganz gelingt ihm das mal wieder nicht. Sein “HO HO HO” klingt aber schon gar nicht so schlecht. Verheerender wirkt sich allerdings das entstandene Glaubensvakuum aus. Plötzlich werden allerhand Gestalten real, sobald nur jemand an sie glaubt. Die Zahnfee ist noch eine der harmloseren Figuren. Oder habt ihr noch nie, sei es auch nur ganz kurz, an den Sockenvertilger geglaubt? (habt ihr gerade das “klingelingeling” gehört? schon ist es geschehen, er ist real).

Endlich “Irgendwo ganz anders”

Auch wenn ich mich tatsächlich öfter mal “irgendwo ganz anders” hin wünsche, diesmal ist der fünfte Band der Thursday Next Reihe von Jasper Fforde gemeint. Fforde hat einen ganz eigenen Stil, den sicher nicht jeder mag. Aber ich finde ihn einfach genial.

Neben äußerst passenden Beschreibungen zur allgemein üblichen Politik (“von einer Krise zur nächsten zu stolpern und das Land mit ständigen Ad-hoc-Gesetzen und schlagzeilenträchtigem, aber sinnlosem Aktionismus zu beruhigen”) wurde auch das Leben mit einem Pubertierenden ziemlich treffend beschrieben (“er grunzte und maulte bei der kleinsten Bitte, lag bis Mittag im Bett und gammelte dann in einem Zustand herum, der einem Karriere-Zombie alle Ehre gemacht hätte”). Da musste ich doch spontan an Moggadodde und ihre Erfahrungen denken.

Die Idee, Dummheit zu sammeln und in einer großen Mega-Dummheit alle zehn Jahre aufzubrauchen ist einfach typisch für Ffordes schräge Einfälle, von denen es anscheinend auch in diesem Buch wieder nur so wimmelt. Immerhin besser, als wenn es von ditransitiven Verbisoiden wimmelt. Fragt mich nicht, was das sein soll, aber es klang ungesund. ;-)

Ich freue mich schon auf die noch fehlenden 360 Seiten.

Der Abschied naht

Nach einem etwas längeren Frühstück sind es jetzt nur noch 25 Seiten bis zum Ende von “Das Echo der Hoffnung”. Von einer lieb gewonnen Person aus der zweiten Reihe musste ich schon Abschied nehmen. Hoffentlich folgt ihr nicht noch jemand. Ich hoffe sehr, dass es noch einen achten Band der Highland-Saga geben wird. Gerne warte ich auch wieder ein paar Jahre darauf, wenn er dafür wieder so gut wird wie alle vorhergehenden.

Jetzt drücke ich mich erst mal mit Hausarbeit vor den letzten Seiten. Auch wenn mit “Irgendwo ganz anders” von Jasper Fforde schon die nächste tolle Lektüre auf mich wartet, die den Abschied von Jamie und Claire etwas leichter machen wird.