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In letzter Minute…

… habe ich noch ein Buch für die Monatsstatistik beendet. “Nation” von Terry Pratchett gehört jetzt ebenfalls zu den wenigen, diesen Monat gelesenen Büchern. Die Statistik folgt morgen.  Auch wenn es weniger waren als sonst, war es ein guter Monat mit sehr guten Büchern. “Nation” ist ganz anders als die Scheibenwelt Romane von Pratchett, aber wunderschön. Mit viel Stoff, über den man nachdenken kann.

Das war wohl auch Absicht, nicht umsonst steht im Anhang, nach diversen “probiert das nicht zu Hause aus, liebe Kinder”-Anmerkungen,  unter Thinking:

“This book contains some. Whether you try it at home is up to you.”

Michael Tietz – Rattentanz

rattentanz

23. Mai, 7.00 Uhr. Von einer Minute auf die andere endet die Zeit wie wir sie kennen, die Gesellschaft wird quasi wieder ins Mittelalter zurück geworfen. Wie das geschehen kann? Ein Computervirus legt sämtliche Computer auf der Welt lahm. Es gibt keinen Strom mehr, kein fließend Wasser, keinerlei Kommunikationsmöglichkeiten, Flugzeuge fallen einfach vom Himmel. Wie gehen die Menschen mit der neuen Situation um? Wie könnten sie trotzdem überleben?

Michael Tietz hat ein spannendes Endzeitszenario entworfen. Nach einem leicht holprigen Anfang, bei dem mir die Personenbeschreibungen zu konstruiert vorkamen, wird es extrem spannend und man könnte die Nacht durchlesen. Zumindest bis zur Hälfte des Buches, dann wurde es mir stellenweise etwas zu lang. Da hätte ein wenig Kürze die Spannung erhalten können. Trotzdem wird es niemals wirklich langweilig, durch ausgewogene Wechsel zwischen den verschiedenen Erzählperspektiven bleibt ein gewisses Spannungsniveau erhalten. Neben der Haupthandlung gibt es auch immer wieder kurze Einblicke in Einzelschicksale. Ab und an fielen mir kleinere Logikfehler im Handlungsablauf auf, aber es waren keine groben Schnitzer und verzeihlich.

Ob es wirklich schon am ersten Tag zu Plünderungen käme ist fraglich. Aber wer weiß das schon, möglich wäre es. Der Autor beschreibt eine fiktive Möglichkeit, wie die Gesellschaft auf solch einen Einschnitt in das gewohnte Leben reagieren könnte. Das erschreckende daran ist, dass man sich durchaus vorstellen kann, dass es genau so ablaufen könnte.

Ein empfehlenswertes Buch, nach dessen Lektüre man sich ein einige Gedanken mehr um sein Leben und die Umwelt macht.

Warnung vor dem Buche

Solltet ihr noch etwas anderes vorhaben, wie zum Beispiel Lernen, fangt gar nicht erst mit “Arkadien erwacht” von Kai Meyer an. Zum Abendessen wollte ich nur ein paar Seiten lesen, konnte es aber nicht mehr weg legen und habe die letzten 90 Seiten am Stück verschlungen.

Zugegeben, “Grundlagen der Volkswirtschaftslehre” waren auch nicht wirklich eine harte Konkurrenz. Aber auch ohne diese Alternative hätte mich das Buch gefesselt. Es war einfach unglaublich spannend, von der ersten Seite an. Auf den zweiten Band freue ich mich jetzt schon, bis dahin überlege ich, ob nicht die Sturmkönige-Trilogie gelesen werden könnte. Andererseits sollte ich damit vielleicht doch besser bis nach der Prüfung warten. ;-)

Abstecher nach Arkadien

Nachdem ich mich jetzt schon eine ganze Weile auf einer Insel herumtreibe (“Nation” von Terry Pratchett), mache ich mal einen kurzen Abstecher nach Arkadien (“Arkadien erwacht” von Kai Meyer).

“Nation” gefällt mir sehr gut, ist aber für einen Pratchett relativ ernsthaft und bietet viel Stoff zum nachdenken. Denken muss ich dank Lernerei gerade auch so schon recht viel, daher brauche ich mal wieder eine leichte Zwischenlektüre. “Arkadien erwacht” scheint ein angenehm leichter aber dennoch spannender Schmöker zu sein, soweit ich das nach 80 Seiten beurteilen kann. Daher werde ich den jetzt erstmal zwischendurch lesen.

Eigentlich warten ja auch “Drachenkaiser” von Markus Heitz und “Die Elfenkönigin” von Bernhard Hennen darauf, endlich gelesen zu werden. Möglichst bevor “Echo der Hoffnung” von Diana Gabaldon am 27. November erscheint, mit dem ich dann vermutlich den Rest des Jahres beschäftigt sein werde. Für über 1000 Seiten braucht es mehr Lesezeit, als ich gerade habe.

Nick Hornby – Juliet, Naked

julietnaked

Annie ist selten mit ihrem Freund Duncan alleine, meist ist auch Tucker Crowe mit von der Partie. Zumindest in Duncans Gedankenwelt, den hält nämlich auch die Tatsache, dass Tucker seit 20 Jahren untergetaucht ist, nicht davon ab, ihn zu verehren. So wird zum Beispiel auch ihr USA-Urlaub zu einer Tucker-Crowe-Tour. Inklusive Besuch der Toilette, in der Tucker Crowe angeblich den Beschluss gefasst hat, dem Musikbusiness den Rücken zu kehren. Dann geschieht das Unerwartete, ein Album mit akustischen Solodemos des letzten Erfolgsalbums kommt heraus. Die Crowe-Gemeinde gerät in Verzückung, was Annie nicht daran hindert, ihre negative Meinung ebenfalls im Internet zu veröffentlichen. Tucker liest Annies Besprechung und fühlt sich endlich einmal verstanden. Er schreibt Annie eine Mail, der Beginn so einiger Verstrickungen.

„Juliet, Naked“ handelt wieder einmal von Musik. Aber nicht nur das Thema war der Grund, dass ich mich an „High Fidelity“ erinnert fühlte. Das Buch handelt ebenso von Beziehungen und Leidenschaften, davon wie sie Leiden schaffen aber auch Zufriedenheit und Glück begründen können. Wenn man nur den richtigen Weg für sich findet, wobei man sich auch mal eingestehen muss, falsch abgebogen zu sein.

Bisher mochte ich noch alle Bücher von Nick Hornby, dieses hier tanzt nicht aus der Reihe. Ich habe es an einem Tag verschlungen und konnte kaum genug davon bekommen. Wer „High Fidelity“ oder „About a boy“ mag, kann mit dem Buch nichts falsch machen. Der etwas merkwürdig anmutende Titel wird auch recht früh erklärt und passt wirklich gut. Wenn man den Hintergrund erst einmal kennt.

Deutscher Phantastik Preis 2009

Phantastik-News hat die Gewinner des diesjährigen Deutschen Phantastik Preises veröffentlicht, der am 17. Oktober auf der Buchmesse Con verliehen wurde. Ermittelt wurden die Sieger durch Abstimmung, an der sich 1800 Fans beteiligt hatten.

Hier sind die Preisträger. Dieses Jahr muss ich nichts nachlesen, da ich die Gewinner sowohl in der Rubrik “Bester deutschsprachiger Roman” als auch “Bester internationaler Roman” schon kenne. Beide haben den Preis meiner Meinung nach auch verdient.

Bester deutschsprachiger Roman
1. Markus Heitz: Das Schicksal der Zwerge (Piper)
2. Markus Heitz: Blutportale (Knaur)
3. Lynn Raven: Der Kuss des Dämons (Ueberreuter)
4. Claudia Kern: Sturm – Der verwaiste Thron 1 (Blanvalet)
5. Kai Meyer: Dschinnland – Die Sturmkönige 1 (Bastei-Lübbe)
6. Nina Blazon: Faunblut (cbj)

Bestes deutschprachiges Romandebüt
1. Ju Honisch: Das Obsidianherz (Feder und Schwert)
2. Stephan Russbült: Die Oger (Bastei-Lübbe)
3. Bernd Perplies: Tarean – Sohn des Fluchbringers (Egmont Lyx)
4. Eveline Mattle: Die Saga von Andalaya – Das letzte Zeitalter (Persimplex)
5. Siegfried Langer: Alles bleibt anders (Atlantis)

Bester internationaler Roman
1. Patrick Rothfuss: Der Name des Windes (Klett-Cotta)
2. Cassandra Clare: Chroniken der Unterwelt – City of Bones (Arena)
3. John Scalzi: Die letzte Kolonie (Heyne)
4. Brian Keene: Der lange Weg nach Hause (Otherworld Verlag)
5. Neal Stephenson: Principia (Manhattan)

Beste deutschsprachige Kurzgeschichte
1. Christian Endres: “Feuerteufel” (aus: Disturbania – Atlantis)
2. Thomas Vaucher: “Tyrions Wacht” (aus: Der Treue geopfert – Arcanum)
3. Heidrun Jänchen: “Ein Geschäft wie jedes andere” (aus: Der Lotus-Effekt – Wurdack)
4. Frank Hebben: “Côte Noir” (aus: c’t 26/2008+1/2009 – Heise)
5. Linda Budinger: “Planet der Riesenfrösche” (aus: Der Himmelspfeifer – Lerato)

Beste Original-Anthologie/Kurzgeschichten-Sammlung
1. Christoph Marzi: Nimmermehr (Heyne)
2. Die Geschichtenweber und Christoph Hardebusch (Hrsg.): Die Unterirdischen (Wurdack)
3. Die Drachenkinder (Hrsg.): Geschichten eines Krieges (Peter Hopf)
4. Torsten Low: Lichtbringer (Torsten Low)
5. Geisterspiegel.de: Dark Future (Romantruhe)

Beste Serie
1. Perry Rhodan (VPM)
2. Vampir Gothic (Romantruhe)
3. Das Geheimnis von Askir (Piper)
4. Mark Brandis (Wurdack)
5. Maddrax (Bastei)

Bester Grafiker
1. Dirk Schulz
2. Ernst Wurdack
3. Arndt Drechsler
4. Mark Freier
4. Swen Papenbrock

Bestes Sekundärwerk

1. Star Trek in Deutschland: Wie Captain Kirk nach Deutschland kam, Mike Hillenbrand & Thomas Höhl (Heel)
2. Magira – Jahrbuch zur Fantasy, Hermann Ritter & Michael Scheuch (Fantasy Club e.V.)
3. Nautilus – Abenteuer und Phantastik (Abenteuer Medien)
4. Mephisto (Martin Ellermeier)
5. phantastisch! (Achim Havemann)

Bestes Hörbuch/Hörspiel
1. H. P. Lovecraft: Necronomicon (LPL/Lübbe)
2. Mark Brandis (Steinbach Sprechende Bücher)
3.Gruselkabinett 30: Der Vampir (Titania Medien)
4. James M. Barrie: Peter Pan (Titania Medien)
5. Die schwarze Sonne 7: Goldene Morgenröte (Lausch)

Beste Internet-Seite
1. www.fantasyguide.de
2. www.bibliotheka-phantastika.de
3. www.phantastik-couch.de
4. www.zauberspiegel-online.de
5. www.geisterspiegel.de

Herzlichen Glückwunsch allen Preisträgern!

Isabel Abedi – Lucian

Lucian

Rebecca kramt in einer Kiste mit Erinnerungsstücken und hält gerade ihren alten Teddybären namens Lu in Händen, als es geschieht. Es fühlt sich an wie ein hauchfeiner Riss, tief in ihrem Inneren. Da ist plötzlich ein Gefühl der Leere, das sie nicht deuten kann.

Kurz darauf taucht Lucian in ihrem Leben auf, der nicht weiß woher er kommt, alle Erinnerungen verloren hat. Wie durch Zufall begegnen sie sich immer wieder. Doch beide spüren eine gegenseitige Anziehung, die sie nicht mehr an den Zufall glauben lässt. In seiner Nähe fühlt Rebecca sich ganz. Was verbindet die beiden miteinander? Ist Lucian wirklich nur ein Mensch?

„Lucian“ ist ein zauberhafter Roman, der mich von der ersten Seite an in seinen Bann gezogen hat. Er handelt von der Liebe, doch nicht nur der zwischen Liebenden, sondern auch der zwischen Eltern und Kindern und ebenso zwischen Freunden. Wie in vielen Jugendromanen wird das Thema Freundschaft groß geschrieben, denn wer hilft mehr als eine Freundin, auf die man sich jederzeit verlassen kann, wenn die eigenen Eltern einem nicht mehr glauben.

Trotz der Tiefe der Emotionen kommt niemals das Gefühl von Kitsch oder übertriebener Tragik auf. Es ist auch kein klassischer Liebesroman, obwohl die Liebe zwischen Rebecca und Lucian das Hauptthema ist. Dank Lucians Geheimnis gehört es eher in die Richtung Mystery.

Das Rätsel um Lucians Herkunft ist es auch, das einen immer wieder weiter lesen lässt. Ganz langsam wird es aufgelöst. Selbst nach der Auflösung kommt aber keine Langeweile auf, ganz im Gegenteil. Denn dann geht es um Leben und Tod.

Die Erklärung von Lucians Existenz ist so schön, man wünscht sich es könnte wirklich so sein. Wer das Buch gelesen hat, weiß was ich meine.

Isabel Abedi hat wieder einmal einen wunderbaren Jugendroman geschrieben, an dem auch erwachsene Leser noch ihre Freude haben. Wenn sie bereit sind, sich auf die Welt der heutigen Jugend mit I-Pod und E-Mails einzulassen, sich gleichzeitig aber an die eigenen Empfindungen in dieser Zeit zu erinnern. Auch daran, wie schön und gleichzeitig schwer es sein kann, sich das erste Mal zu verlieben.

61. Frankfurter Buchmesse 2009

Es ist wieder so weit, die 61. Frankfurter Buchmesse öffnet ihre Pforten vom 14. bis zum 18. Oktober. Gastland ist dieses Jahr China.

Nachdem ich es in den letzten Jahren nicht geschafft habe, werde ich dieses Jahr hoffentlich auch mal wieder dort sein. Ich freue mich schon auf fantastische Stunden zwischen Büchern, Büchermenschen und allem was irgendwie mit Büchern zu tun hat.

“And Another Thing…” – 6. Band der Anhalter Reihe

Eoin Colfer hat es “gewagt”, den sechsten Band der Trilogie in fünf Teilen von Douglas Adams, “The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy”, zu schreiben. “Gewagt” deshalb, weil Douglas Adams mit der Anhalter-Reihe etwas ganz Besonderes geschaffen hatte, er hatte einen ganz eigenen, faszinierenden Stil. Daher stand ich der Mitteilung, dass nun jemand die Fortsetzung schreibt, sehr kritisch gegenüber. So sehr ich Colfers “Artemis Fowl” Reihe mag, er ist nicht Douglas Adams und dieses Projekt empfand ich als anmaßend.

Nach diesem Interview im Telegraph bin ich eher geneigt, dem Buch eine Chance zu geben. Colfer ist sich bewusst, dass er viel gewagt hat. Er will nicht Adams Werk fortführen und versucht auch nicht seinen Schreibstil zu kopieren. Aber er hat die Chance genutzt mit Charakteren einer Reihe, die er selbst verehrt, zu arbeiten und etwas neues zu schaffen. Auch wenn seine erste Reaktion auf das Angebot Ablehnung war und er heute noch zweifelt, ob es die richtige Entscheidung war.

Gerade diese Zweifel haben bei mir bewirkt, dass Eoin Colfer wieder einige Sympathipunkte mehr bekam. Ich hoffe für ihn, dass er den Auftritt vor 1.200 Adams Fans gut überstanden hat.

Auf deutsch erscheint “And Another Thing…” am 12. Oktober unter dem Titel “Und übrigens noch was …” im Heyne Verlag. Das Hardcover werde ich mir wohl nicht leisten, aber wenn es als Taschenbuch erscheint, werde ich es entgegen meiner Vorhersagen doch lesen. Wenn ich danach darüber schimpfe, weiß ich zumindest worüber.

Alle Jahre wieder

Der Herbst ist jedes Jahr lesetechnisch ziemlich stressig. Um die Frankfurter Buchmesse herum erscheinen immer allerhand interessante Titel. Das fatale daran: was für November angekündigt wird, erscheint gerne auch schon Anfang Oktober. So erging es mir dieses Jahr mit “Die Elfenkönigin” von Bernhard Hennen, “Die Werwölfe” von Christoph Hardebusch, “Arkadien erwacht” von Kai Meyer und heute sah ich auch schon “Das Dunkelbuch” von Gordon Dahlquist.

Ich hatte ja gehofft, der Oktober wird noch ganz entspannt mit “Drachenkaiser” von Markus Heitz und “Nation” von Terry Pratchett verbracht. Doch jetzt biegt sich mein SUB-Regal langsam aber sicher durch. Ich überlege schon einen Stapel daneben anzufangen.

Wenn “Echo der Hoffnung” von Diana Gabaldon auch schon früher erscheint, ebenfalls für November angekündigt, ist der SUB gnadenlos überladen. Damit wären dann aber auch fast alle “muss ich sofort haben”-Bücher für dieses Jahr erledigt, nur Jasper Ffordes “Irgendwo ganz anders” fehlt noch. Das ist aber erst für Dezember angekündigt, die Lektüre ist für die Weihnachtsheimreise eingeplant.

Einerseits finde ich es sehr angenehm, so viele tolle Bücher auf dem SUB zu haben. Andererseits fehlt mir gerade die Zeit sie auch zu lesen, sie alle schon vor mir zu sehen ist hart. Dummerweise sind es alles Autoren, bei denen mir jegliche Beherrschung abgeht, ich kann sie nicht erst kaufen, wenn ich Zeit dafür habe. Wie jedes Jahr, müssen ja auch gleich eine ganze Reihe meiner Lieblingsautoren neue Werke auf einmal veröffentlichen. Denkt denn niemand an die armen Leser? ;-)