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Kristin Cashore – Die Beschenkte

Beschenkte

Katsa ist eine Beschenkte. Manche Menschen werden mit einer besonderen Gabe geboren, man erkennt sie an den unterschiedlich farbigen Augen. Sie wurde mit der Gabe des Kampfes beschenkt, weshalb ihr Onkel sie gnadenlos als sein Werkzeug einsetzt. Sie soll jeden, der ihm im Weg steht, zur Ordnung rufen. Durch Folter oder auch Mord.

Als sie dem Prinzen Bo begegnet, der ebenfalls ein Beschenkter ist, trifft sie das erste Mal auf einen Menschen, der ihr ebenbürtig ist. Zusammen ziehen sie aus, um das Geheimnis um die Entführung von Bos Großvater zu lösen.

„Die Beschenkte“ wird mit dem Satz „für alle Leser von Stephenie Meyer“ beworben, was meiner Meinung nach nicht zutrifft. Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, doch die ist hier eher nebensächlich. Viel mehr geht es darum, wie man mit einer besonderen Begabung umgehen kann. Das eine Begabung abhängig davon, wie man sie nutzt, wertvoll oder schädlich sein kann. Wie man damit umgeht, wenn man anders ist als alle anderen.

Katsa entwickelt sich im Laufe des Buches, sie ist kein starrer Charakter der einmal eingeführt, immer auf die gleiche Art und Weise agiert. Auch die beschriebene Welt ist nicht einfach schwarz weiß, wie man es oft in Jugendromanen findet, sondern weist viele Grautöne auf. Es wird immer wieder deutlich gemacht, dass alles zwei Seiten hat. Die Sprache ist für ein Jugendbuch recht anspruchsvoll, so dass auch erwachsene Leser Vergnügen bei der Lektüre haben. Katsas Alter vergisst man recht schnell, „Die Beschenkte“ ist ein gelungener Vertreter der „All Age Fantasy“.

Ich habe das Buch an nur einem Tag durchgelesen. Es liest sich schnell und flüssig, ist von Anfang an spannend und man möchte es nicht mehr aus der Hand lesen. Von dem Vergleich mit den „Biss“ Büchern sollte man sich nicht abschrecken lassen, mit denen hat es wirklich nichts gemeinsam. Wer wegen des Vergleichs überlegt das Buch zu kaufen: lasst euch von meiner Behauptung nicht abschrecken. Es ist anders als die Bücher von Stephenie Meyer, aber ein tolles Buch. Prinz Bo ist eine harte Konkurrenz für Edward, nur nicht so bissig.

Von Ratten verfolgt

Ratten

Neben anderen sehr schönen Geschenken gab es gestern auch einige “rattige” Gaben. Zu dem Buch “Firmin – Ein Rattenleben” kam das passende Lesezeichen von “flat animals” mit, eine Leseratte. Lustigerweise bekam ich dann auch noch “Leserattenfutter”, Fruchtgummibuchstaben für große und kleine Leseratten. Für mein leibliches Wohl ist also auch gesorgt.

Vielen Dank für alle rattigen und nichtrattigen Geschenke und die vielen Glückwünsche. Auch an alle,  die gestern Abend, zum Teil noch bis spät in die Nacht, beim Stammtisch waren, das war ein gelungener Abschluss eines sehr schönen Geburtstags.

Christoph Marzi – Heaven, Stadt der Feen

Heaven

„Heaven“ spielt im London unserer Zeit, doch etwas ist anders. Vor achtzehn Jahren tauchte ein Komet am Himmel auf, seit dem sind über einem Teil Londons keine Sterne mehr zu sehen. Heaven, die eigentlich Freema heißt, ist von Sternen fasziniert und beobachtet die noch vorhandenen gerne nachts von den Dächern Londons aus. Einer dieser Ausflüge kostet sie ihr Herz. Sie wird von zwei seltsamen Männern überfallen, die ihr das Herz heraus schneiden. Eigentlich müsste sie jetzt tot sein, das weiß sie ebenso wie die Diebe, doch sie steht auf und läuft davon. David findet das verstörte Mädchen und nimmt sich ihrer an. Gemeinsam machen sie sich auf die Suche nach der Lösung des Rätsels, warum Heaven ohne Herz leben kann. Hat es etwas mit dem verschwundenen Stück Nachthimmel zu tun?

Wer ein Buch in der Art von „Lycidas“ erwartet, wird enttäuscht werden. „Heaven“ ist ein Jugendfantasyroman, die Handlung wesentlich einfacher gestrickt als in „Lycidas“ und den Folgebänden dieser Reihe. Es ist der typische Jugendbuchplot, die beiden Hauptcharaktere werden von einem geheimnisvollen Bösen verfolgt, ab und an bekommen sie unverhofft Hilfe, auch von eher ungewöhnlicher Seite. Typisch für Marzi sind die häufigen Bezüge zu Liedern oder auch Büchern. Der Schreibstil ist allerdings ganz anders als in „Lycidas“, in dem ich mir ständig Sätze hätte anstreichen können, weil sie mir so gut gefielen. Solche Sätze fehlten mir hier. Ab und an schien es, als hätte er es versucht. Aber der Zauber aus der „Lycidas“-Trilogie kam einfach nicht auf.

Es ist ein schönes Jugendbuch, ein angenehmer Schmöker für ein paar gemütliche Stunden. Die Geschichte ist trotz der meist vorhersehbaren Handlung interessant, die Auflösung des Rätsels gefiel mir sehr gut. Ohne eine Liebesgeschichte geht es momentan wohl kaum noch in der Jugendfantasy, aber sie ist hier dezent und nicht übertrieben. Alles in allem ein gutes Buch, aber kein typischer „Marzi“.

Kuriosester Buchtitel 2009

Die Redaktion von Schotts Sammelsurium schreibt zusammen mit dem Brancheblatt Buchmarkt zum zweiten Mal einen Preis für den kuriosesten Buchtitel des Jahres aus. Die Longlist ist nun draußen, jeder kann den seiner Meinung nach kuriosesten Buchtitel wählen. Ich konnte mich kaum entscheiden zwischen “Gestatten, Bestatter! Bei uns liegen Sie richtig” und “Wie man mit einem Schokoriegel die Lichtgeschwindigkeit misst und andere nützliche Experimente für den Hausgebrauch”.

Anfang Oktober geht die Shortlist mit den Top6 Titeln online, aus denen die Jury den Gewinner ermittelt, der dann auf der Frankfurter Buchmesse gekürt wird.

Ich mach was mit Büchern.

Das wisst ihr schon, weiß ich ja. Aber viele andere, die auch was mit Büchern machen, noch nicht. Bücher und die Leidenschaft fürs Lesen verbinden. Im Internet fehlt diese Verbindung aber oft noch. Daher hat Leander Wattig die Aktion “Ich mach was mit Büchern” ins Leben gerufen und im MedientrendsWiki eine Seite angelegt, auf der sich alle die mit Büchern zu tun haben eintragen können. Egal ob beruflich oder privat, ob sie darüber bloggen oder lieber nur lesen, alle Büchermenschen können sich hier versammeln. Mir gefällt die Idee gut, so manchen eingetragenen Blog kannte ich noch nicht. Es würde mich freuen, wenn sich noch viele, die irgendwie mit Büchern zu tun haben, beteiligen und damit Herrn Wattigs Idee unterstützen.

Die Ratten tanzen

Nachdem mich eine Weile kein Buch richtig fesseln konnte, hat “Rattentanz” von Michael Tietz es endlich geschafft. Nur mit Mühe kann ich immer wieder von dem Buch losreißen. Ein wirklich spannendes Endzeitszenario, was würde passieren, wenn plötzlich sämtliche Computer auf einmal den Geist aufgeben. Es gibt keinen Strom mehr, kein fließend Wasser, sämtliche Kommunikationsmittel sind tot. Nach einem noch leicht holprigen Anfang hat es mich fest im Griff. Man kommt fast in Versuchung, Vorräte für den Fall der Fälle anzulegen.

“Der Anwalt des Königs” von Sansom pausiert dafür wieder, nachdem ich darin erstmal weiter gelesen hatte. In “Gargoyle” komme ich langsam aber stetig weiter. Alle anderen angefangenen Bücher stapeln sich gerade auf dem Küchentisch.

Martha Grimes – Inspektor Jury lichtet den Nebel

JuryNebel

Grausame Morde geschehen, Kinder werden scheinbar grundlos niedergestochen. Oder gibt es vielleicht doch einen Grund für die furchtbaren Taten? Hängen sie vielleicht mit dem bisher ungelösten Mordfall zusammen, der neunzehn Jahre zuvor geschah?

Die Reihe um „Inspektor Jury“ ist eine schöne, klassische Krimireihe. Stück für Stück folgt man den verschiedenen Fäden, bis sich gegen Ende ein Muster ergibt.

Man merkt den Büchern natürlich an, dass sie schon etwas älter sind. Meine vorliegende Ausgabe ist schon 24 Jahre alt. Ab und an ertappte ich mich bei der Frage, warum er nicht einfach sein Handy nimmt, wenn Jury mal wieder auf der Suche nach dem nächsten Münzsprecher war. Auch Computer findet man hier noch nicht, die Ermittler wühlen noch altmodisch in Aktenbergen und haben deutlich mehr Schwierigkeiten Informationen zu beschaffen, als es heute der Fall wäre.

Aber gerade dieses Flair ist es, was mir an den Büchern so gut gefällt. Gerne findet eine Besprechung auch mal in einem alten Pub statt, oder man verkehrt in noblen Herrenhäusern.

Ein Krimi zum Abschalten und in vergangenen Zeiten versinken, verbunden mit einer gehörigen Portion Spannung. Genau das richtige für zwischendurch. Da die Reihe noch einige Bände hat, werde ich Inspektor Jury noch öfter begleiten dürfen und freue mich schon darauf.

Mein SUB (Stapel ungelesener Bücher)

Der Urlaub wirkt trotz Buchkäufen schon, der SUB ist auf 84 ungelesene Bücher gesunken. Dazu kommen 5, an denen ich gerade lese. Da ich auch immer wieder gerne in den Listen anderer Bücherwürmer stöbere, hier mal eine Auflistung meiner noch zu lesenden Bücher. Eine ziemlich bunte Mischung.

  • Abraham, Daniel – Sommer der Zwietracht
  • Adams, Douglas – Macht’s gut und danke für den Fisch
  • Adams, Richard – Unten am Fluss
  • Allende, Isabel – Das Geisterhaus
  • Alvarez, Viola – Wer gab Dir, Liebe, die Gewalt
  • Arrowsmith, Nancy – Elben, Trolle, Hobgoblins
  • Austen, Jane – Emma
  • Auster, Paul – Das Buch der Illusionen
  • Barbery, Muriel – Die Eleganz des Igels
  • Berenbaum, May – Blutsauger, Staatsgründer, Seidenfabrikanten
  • Binkert, Dörthe – Weit übers Meer
  • Brennen, Herbie – Das Elfenportal
  • Bronte, Charlotte – Jane Eyre
  • Bruhns, Wibke – Meines Vaters Land
  • Cadbury, Deborah – Dinosaurierjäger
  • Campbell, Alan – Scar Night
  • Clemens, James – Das Buch der Entscheidung
  • Clemens, James – Das Buch der Prophezeiung
  • Clemens, James – Das Buch der Rache
  • Cornwell, Bernard – Der Winterkönig
  • Dahl, Arne – Ungeschoren
  • Dickens, Charles – Oliver Twist
  • Duve, Karen – Die entführte Prinzessin
  • Dyachenko – Das Jahrhundert der Hexen
  • Edwardson, Ake – Geh aus, mein Herz
  • Erikson, Steven – Das Reich der sieben Städte
  • Fleischhauer, Wolfram – Das Buch, in dem die Welt verschwand
  • Fleischhauer, Wolfram – Drei Minuten mit der Wirklichkeit
  • Frank, Anne – Tagebuch
  • Freund, Wieland – Die unwahrscheinliche Reise des Jonas Nichts
  • Gaiman, Neil – Anansi Boys
  • Gerritsen, Tess – Schwesternmord
  • Grimbert, Pierre – Die Magier
  • Hausdorf, Hartwig – Die Rückkehr der Drachen
  • Hearn, Lian – Der Glanz des Mondes
  • Hennen, Bernhard – Der Ketzerfürst
  • Highsmith, Patricia – Der talentierte Mr. Ripley
  • Hoeg, Peter – Fräulein Smillas Gespür für Schnee
  • Hoffmann, Markolf – Splitternest
  • Indridason, Arnaldur – Todeshauch
  • James, Peter – Stirb ewig
  • Jennings, Gary – Marco Polo
  • Kammerer, Iris – Varus
  • Kay, Guy Gavriel – Das Komplott
  • Kay, Guy Gavriel – Die Fürsten des Nordens
  • Kay, Guy Gavriel – Silbermantel
  • King, Laurie – Die Farbe des Todes
  • Kingt, Stephen – Schwarz
  • Kundera, Milan – Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
  • Langer, Adam – Crossing California
  • Laurie, Hugh – Bockmist
  • Lawhead, Stephen – Hood
  • Legenden – Das Geheimnis von Otherland
  • Lukianenko, Sergej – Sternenspiel
  • Lukianenko, Sergej – Weltenträumer
  • Lynch, Scott – Die Lügen des Locke Lamora
  • Maguire, Gregory – Wicked
  • McKillip, Patricia – Schatten über Ombria
  • Meißner, Tobias O. – Das vergessene Szepter
  • Meißner, Tobias O. – Die dunkle Quelle
  • Meißner, Tobias O. – Die letzten Worte des Wolfs
  • Meyer, Kai – Der Rattenzauber
  • Meyer, Kai – Frostfeuer
  • Meyer, Kai – Herrin der Lüge
  • Monaldi & Sorti – Secretum
  • Moore, Christopher – Der Lustmolch
  • Nix, Garth – Abhorsen
  • Nix, Garth – Lirael
  • Nix, Garth – Sabriel
  • Novik, Naomi – Drachenprinz
  • Novik, Naomi – Drachenzorn
  • Pratchett, Terry – Good Omens
  • Quammen, David – Das Lächeln des Tigers
  • Roth, Philip – Der menschliche Makel
  • Schacht, Andrea – Der Bernsteinring
  • Schätzing, Frank – Nachrichten aus einem unbekannten Universum
  • Schilddorfer & Weiss – Ewig
  • Schmitt, Oliver Maria – Anarchoschnitzel schrien sie
  • Schneider, Robert – Kristus
  • Schweikert, Ulrike – Die Hexe und die Heilige
  • Tietz, Michael – Rattentanz
  • Weis & Hickman – Der verlorene Stern
  • Weis & Hickman – Krieg der Seelen
  • Wesley, Valerie – Es wird alles anders bleiben

Ungefesselt

Irgendwie schafft es gerade kein Buch, mich so richtig zu fesseln. Angefangen liegen jetzt hier rum:

Irene Dische “Großmama packt aus”

Alice Sebold “In meinem Himmel”

C. J. Sansom “Der Anwalt des Königs”

Sue Townsend “Das Intimleben des Adrian Mole, 13 3/4″

Ein Buch habe ich gestern immerhin beendet, “Ortsgespräch” von Florian Illies. Das hatte aber auch nicht besonders viele Seiten.  Keines der angefangenen Bücher ist schlecht, ein richtiger Pageturner ist für mich aber auch nicht dabei.

Als ich im SUB gerade mal in der zweiten Reihe gestöbert habe (peinlich, einige der Bücher dort hatte ich tatsächlich vergessen) fiel mir “Liegen lernen” von Frank Goosen in die Hände. Könnte bei dem Wetter auf dem Balkon ganz gut passen. Sonst habe ich gleich noch ein angefangenes Buch mehr.  Wenn das mich auch nicht erwischt, geht es mit dem zweiten Band von Douglas Adams weiter, das wird mich sicher gut unterhalten.

Zeit für dicke Bücher

Im Urlaub nehme ich mir endlich auch mal wieder die Zeit für dickere Bücher. “Neue Vahr Süd” von Sven Regener hatte ich trotz der Dicke sehr schnell gelesen, das perfekte Buch für Nachmittage auf dem Balkon. Weiter geht es jetzt mit “Der Anwalt des Königs” von C. J. Sansom. Bei dem Buch war der schöne Einband nicht ganz unschuldig, die Bewertungen sind auch recht positiv, ich bin gespannt.

Da dicke Bücher für unterwegs eher unpraktisch sind, hatte ich auf der Zugfahrt am Samstag noch “In meinem Himmel” von Alice Sebold angefangen. So wirklich vom Hocker gerissen hat es mir bisher nicht. Gestern kam dann noch “Ortsgespräch” von Florien Illies dazu, scheint eine ganz nette Zwischendurchlektüre zu sein.

Der SUB schrumpft trotzdem nicht. “Der Anwalt des Königs” hatte ich mir am Samstag gekauft, gestern geriet ich an einen Mängelexemplartisch. Zwei Büchern konnte ich nicht widerstehen, die auch meiner Regel “nur Bücher vom ME-Tisch, die auf der Noch-Lesen-Liste stehen” entsprachen. Was soll ich tun? Da bin ich wehrlos.