Katsa ist eine Beschenkte. Manche Menschen werden mit einer besonderen Gabe geboren, man erkennt sie an den unterschiedlich farbigen Augen. Sie wurde mit der Gabe des Kampfes beschenkt, weshalb ihr Onkel sie gnadenlos als sein Werkzeug einsetzt. Sie soll jeden, der ihm im Weg steht, zur Ordnung rufen. Durch Folter oder auch Mord.
Als sie dem Prinzen Bo begegnet, der ebenfalls ein Beschenkter ist, trifft sie das erste Mal auf einen Menschen, der ihr ebenbürtig ist. Zusammen ziehen sie aus, um das Geheimnis um die Entführung von Bos Großvater zu lösen.
„Die Beschenkte“ wird mit dem Satz „für alle Leser von Stephenie Meyer“ beworben, was meiner Meinung nach nicht zutrifft. Es gibt zwar eine Liebesgeschichte, doch die ist hier eher nebensächlich. Viel mehr geht es darum, wie man mit einer besonderen Begabung umgehen kann. Das eine Begabung abhängig davon, wie man sie nutzt, wertvoll oder schädlich sein kann. Wie man damit umgeht, wenn man anders ist als alle anderen.
Katsa entwickelt sich im Laufe des Buches, sie ist kein starrer Charakter der einmal eingeführt, immer auf die gleiche Art und Weise agiert. Auch die beschriebene Welt ist nicht einfach schwarz weiß, wie man es oft in Jugendromanen findet, sondern weist viele Grautöne auf. Es wird immer wieder deutlich gemacht, dass alles zwei Seiten hat. Die Sprache ist für ein Jugendbuch recht anspruchsvoll, so dass auch erwachsene Leser Vergnügen bei der Lektüre haben. Katsas Alter vergisst man recht schnell, „Die Beschenkte“ ist ein gelungener Vertreter der „All Age Fantasy“.
Ich habe das Buch an nur einem Tag durchgelesen. Es liest sich schnell und flüssig, ist von Anfang an spannend und man möchte es nicht mehr aus der Hand lesen. Von dem Vergleich mit den „Biss“ Büchern sollte man sich nicht abschrecken lassen, mit denen hat es wirklich nichts gemeinsam. Wer wegen des Vergleichs überlegt das Buch zu kaufen: lasst euch von meiner Behauptung nicht abschrecken. Es ist anders als die Bücher von Stephenie Meyer, aber ein tolles Buch. Prinz Bo ist eine harte Konkurrenz für Edward, nur nicht so bissig.






