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Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit

„Das Lied der Dunkelheit“ ist der Auftakt zu einer neuen Fantasy-Reihe, die schon jetzt zu meinen Lieblingsreihen zählt und einen Ehrenplatz im Best-Of-Regal bekommt.

In einer mittelalterlich anmutenden Welt fürchten sich die Menschen zu Recht vor der Dunkelheit. Jede Nacht werden sie von Dämonen heimgesucht, die Jagd auf sie machen. Ihre Häuser schützen die Menschen mit magischen Zeichen, doch wehe dem, der sein Siegel nicht gründlich genug gezeichnet hat, oder dem die Witterung auch nur einen Strich undeutlich werden ließ. Die Horclinge finden jede Lücke im Schutzschild und nutzen sie gnadenlos aus. Wer ihnen in die Krallen gerät, von dem bleibt meist nicht mehr viel übrig.

Arlen muss mit ansehen, wie seine Mutter bei einem solchen Dämonenangriff ums Leben kommt, während sein Vater sich voller Angst hinter den Siegeln versteckt. Darauf hin schwört er, lieber zu kämpfen als sich der Höllenbrut ängstlich zu ergeben. Vor dieser Entscheidung stehen die Menschen dieser Tage ständig, sollen sie um das kämpfen was ihnen wichtig ist, oder sich einfach in ihr Schicksal ergeben?

Doch die Geschichte berichtet nicht nur von Arlen und seinem Kampf gegen die Dämonen. Auch Leesha und Rojer begleiten wir auf ihrer Suche nach dem für sie richtigen Weg, in einer Welt, deren Regeln sie ebenso einschränken wie die Horclinge.

Nicht immer mussten die Menschen in Thesa ohne Technik auskommen. Erst der erneute Ausbruch der Dämonen zerstörte die einst technisierte Welt, die als unserer heutigen sehr ähnlich beschrieben wird und warf sie zurück auf einen mittelalterlichen Stand. Da Reisen die länger als einen Tag währen sehr gefährlich sind, nachts gibt es kaum Schutz auf den Straßen, wagen nur wenige die weiteren Wege. Dadurch wird nicht nur der Handel erschwert, auch wertvolles Wissen geht durch den fehlenden Austausch verloren.

„Das Lied der Dunkelheit“ ist ein wundervolles Buch, das es schafft durchgehend spannend zu sein. Nie wurde mir langweilig, immer wieder steigert sich die Spannung kurzzeitig sogar noch und ich vergas fast zu atmen. Nur zu gut kann man sich vorstellen, wie sich die Menschen fühlen, wenn sie nachts in ihren Häusern eingesperrt sind und die Horclinge an den Siegeln kratzen und versuchen einzubrechen. Auch die absolut unterschiedlichen Lebensweisen der Dörfler und der Stadtbewohner sind sehr gut beschrieben, man kann sich in jede von ihnen hineindenken. Die Charaktere sind plastisch, entwickeln sich während der Geschichte immer weiter und man möchte sie am Ende gar nicht verlassen. Peter V. Brett hat es geschafft, dass mir alle drei Hauptcharaktere gleich sympathisch waren, es gab kein Kapitel bei dem ich gerne zu einem anderen Charakter gewechselt hätte.

Es fällt mir schwer, meine Begeisterung für das Buch in Worte zu fassen. Zusammen mit „Der Name des Windes“ von Patrick Rothfuss ist es die beste Fantasy, die ich seit langem gelesen habe. Mit Tolkien würde ich es nicht vergleichen, da seine Leistung die Schaffung einer exakt ausgearbeiteten komplexen Welt war. Aber mit Robin Hobb, Tad Williams oder auch George R. R. Martin würde ich sowohl Rothfuss als auch Brett gleich setzen.

Für April 2010 ist die Fortsetzung angekündigt, mit dem Titel „Das Flüstern der Nacht“. Ich freue mich schon sehr darauf und kann es kaum erwarten.

Wer mal wieder in eine atmosphärische mittelalterliche Welt versinken möchte, aus der man am liebsten gar nicht mehr auftauche würde, sollte sich dieses Buch gönnen.

Wenig spannende Lektüre

Das es hier gerade so ruhig ist, liegt an meiner nicht wirklich spannenden Lektüre. Der angenehmere Teil ist immer noch “Abgebrannt” von Andreas Eschbach. Aber die Prüfungsvorbereitung lässt mir nur wenig Zeit zum lesen, meistens stecke ich die Nase dann doch in meine Skripten oder so tolle Bücher wie “Basiswissen Betriebswirtschaft” oder auch “Praxiswissen Handelsfachwirte”.

In zwei Wochen wird sich das wieder ändern, dann sind Sommerferien. Wer hätte gedacht, dass ich mich in meinem Alter nochmal über Ferien freuen würde.

Markus Heitz – Die Legenden der Albae (Gerechter Zorn)

Wer „Die Zwerge“ von Markus Heitz gelesen hat, kennt die beiden Albae Sinthoras und Caphalor bereits. Wer sie noch nicht kennt, kann dies hier nachholen, auch ohne vorher „Die Zwerge“ gelesen haben zu müssen. „Die Legenden der Albae“ spielt zeitlich vor „Die Zwerge“ und berichtet, wie Sinthoras und Caphalor mehr oder weniger freiwillig zusammen kamen.

Die Albae sehen auf den ersten Blick den Elben sehr ähnlich, doch im Sonnenlicht werden ihre Augen pechschwarz, werden sie wütend, durchziehen schwarze Linien ihr Antlitz. Die Kultur der Albae könnte sich kaum mehr von der der Elben entscheiden, der Tod ist in Form der Knochen und anderer Überreste ihrer Feinde überall in ihrem Reich zu finden. Ihre Bilder malen sie mit dem Blut getöteter Feinde, die Wege bestehen aus fein gemahlenen Knochen derselben. So manches Kunstwerk enthält noch viel natürliches Material.

Sie sind mächtig und fühlen sich jedem Feind überlegen, kein Wunder, dass sie beschließen ihr Reich auszuweiten und das geborgene Land einzunehmen, ihre alten Feinde die Elben zu vernichten. Welche Rolle Sinthoras und Caphalor dabei spielen, lest ihr am besten selbst.

Markus Heitz hat hier seiner Phantasie wieder freien Lauf gelassen und allerhand erstaunliche Kreaturen erfunden. Besonders gut gelungen sind ihm die Fflecx, die mich gleich an die nervigen kleinen Biester im dritten Akt von Diablo II erinnert haben.
Trotz der tollen Besetzung und einer an sich guten Handlung, hat mich das Buch nicht ganz so sehr gefesselt wie vorher alle anderen Bücher aus seiner Feder. Woran es lag, kann ich nicht einmal wirklich sagen, langweilig war es nicht. Die Albae waren mir manches Mal etwas zu friedlich, ich hatte ein blutrünstigeres Bild von ihnen in Erinnerung. Vielleicht lag es einfach an mir, dass ich mich nicht wirklich auf das Buch einlassen konnte.

Auf sein nächstes Buch, die Fortsetzung von „Mächte des Feuers“, freue ich mich auf jeden Fall schon und hoffe, es wird wieder ein Pageturner, wie all seine Bücher zuvor.

Ausgebrannt

“Per Anhalter durch die Galaxis” hatte mich kurzzeitig gerettet, aber der ist so schnell gelesen, mit seinen gerade mal 200 Seiten. Schon stand ich wieder vor der Entscheidung, womit es weiter geht, und kurz vor einer Leseblockade. Ich habe seit gestern morgen keine einzige Seite gelesen. Das kommst so gut wie nie vor bei mir.

Jetzt versuche ich es mal mit einer neuen Taktik und lese ein Buch, von dem ich mir gar nicht soviel erwarte. “Ausgebrannt” von Andreas Eschbach. Vielleicht überrascht es mich ja.

Vielleicht kann ich mich hinterher auch wieder für “Gargoyle” begeistern, der gerade auf dem Küchentisch liegend ein schlechtes Gewissen verbreitet. Aber irgendwie zieht es mich nicht, obwohl es mir bisher gut gefallen hatte. Die richtige Stimmung dafür fehlt einfach.

Petra Schier – Mord im Dirnenhaus

„Mord im Dirnenhaus“ ist der zweite Teil einer Reihe historischer Kriminalromane, die im mittelalterlichen Köln spielen. Die Apothekerin Adelina gerät auch hier wieder unverhofft in einen Kriminalfall, steht sogar selbst in Verdacht die Mörderin zu sein. Doch wer hat den ehrenwerten Kölner Bürger wirklich umgebracht? Noch dazu in einer äußert prekären Situation, während seines Besuches im Dirnenhaus?

Mit den sogenannten „in-Romanen“ (zum Beispiel „Die Kastratin“, „Die Kastellanin“, „Die Pelzhändlerin“ und all ihre Töchter und Enkelinnen) kann man mich jagen. Auch wenn diese Reihe auf den ersten Blick ein wenig danach klingt, passt sie gar nicht in deren Schema. Stattdessen liefert sie eine faszinierende Beschreibung des Lebens in Köln im 14. Jahrhundert. War man gerade in dieser Stadt unterwegs, macht es noch mehr Spaß, zusammen mit Adelina durch diese Straßen zu wandern und sich vorzustellen, wie es damals ausgesehen haben mag. Der Kriminalfall an sich ist ganz nett, für mich aber eher nebensächlich. Viel interessanter finde ich die Berichte über Adelinas Leben. Wie realistisch die sind kann ich nicht einschätzen, aber für mich dürfen auch mal kleinere Fehler enthalten sein. Grobe Schnitzer sind mir keine unter gekommen. Für ein paar nette Stunden in vergangenen Zeiten genau das richtige Buch.

Adams und die Affen

Warum gibt es eigentlich keine kommentierte Variante von “Per Anhalter durch die Galaxis”? Da fänden sich sicher genauso viele Anspielungen und kommentierbare Ideen wie bei James Joyce. ;)

Ein Grund, weshalb man seine Bücher immer wieder lesen kann, sind die vielen Kleinigkeiten, von denen man immer wieder welche neu entdecken kann. Bei meiner ersten Lektüre sind mir zum Beispiel die Affen, die über ihren Hamletentwurf diskutieren wollen, sicher nicht aufgefallen. Was aber auch daran lag, dass mir das “Infinite Monkey Theorem” damals noch nicht geläufig war.

Douglas Adams ist einfach genial. Wer kein Problem mit skurrilen Handlungen hat, sollte ihn unbedingt lesen. Hinter all dem Irrsinn steckt immer wieder erstaunlich viel Logik und auch Wissen. Man sollte sich ein wenig Zeit nehmen, die Sätze auch wirklich zu lesen. Manch einen muss man auch zweimal lesen, um ihn zu verstehen. Es lohnt sich aber immer.

Auch wenn man mal nicht durchblickt: “Keine Panik!”. Und immer ein Handtuch mitnehmen, damit ist man für die meisten Fälle gerüstet.

Monatsrückblick Juni 2009

Der Juni fing ziemlich durchwachsen an, am Ende gab es aber ein wirklich fantastisches Leseerlebnis. Insgesamt wurden 2814 Seiten gelesen, womit ich knapp unter meinem Letztjahresdurchschnitt liege. Aber da habe ich ja auch noch keine Fortbildung gemacht.

Eoin Colfer – Artemis Fowl and the Time Paradox +
Wer Artemis mag, wird hier wieder seinen Spaß haben. Diesmal mit zeitlichen Verwirrungen und Artemis im Doppelpack.

David Foenkinos – Größter anzunehmender Glücksfall 0

Fing ganz gut an, ließ dann aber sehr nach und mich unentschlossen zurück. Ich weiß einfach nicht, wie ich das Buch beurteilen soll.

Volker Klüpfel/Michael Kobr – Milchgeld 0
Ganz nett, aber nicht die Art Krimi die ich bevorzuge. Zu wenig Krimi und zuviel Lokalkolorit.

Michel Birbaek – Wenn das Leben ein Strand ist, sind Frauen das Mehr ++

Ein Buch das man nicht mehr aus der Hand legen möchte. Gefühle ohne Kitsch und Glitter. Sehr empfehlenswert.

Martha Grimes – Inspektor Jury lichtet den Nebel +

Klassischer Krimi mit ebenso klassischem Aufbau.

Peter V. Brett – Das Lied der Dunkelheit ++
Zusammen mit “Der Name des Windes” mein Fantasyhighlight dieses Jahr. Die beiden noch zu toppen ist so gut wie unmöglich. Für alle Fantasyleser eine Kaufempfehlung, auch wenn einem danach der Durchschnittskram nicht mehr viel gibt.

Viele haben in ihren Monatsübersichten auch die Zugänge erfasst. Kurz hatte ich mal darüber nachgedacht, damit auch anzufangen. Mich dann aber doch dagegen entschieden, ich fürchte, das wäre auf Dauer deprimierend. Mein SUB wächst zwar nur langsam, aber stetig immer weiter. Das muss ich mir nicht monatlich in Zahlen vor Augen halten. ;-)

Frust nach der Lust

Wie so oft nach einem richtig guten Buch konnte mich gerade kein anderes wirklich fesseln. Nachdem ich jetzt schon das dritte angefangen und wieder beiseite gelegt hatte, habe ich mich für eine Wiederholungslektüre entschieden. Da weiß ich was mich erwartet, und das es genauso gut ist.

Douglas Adams hat mich mit “Per Anhalter durch die Galaxis” gerade vor dem Lesefrust gerettet. Schon nach dem ersten Absatz wollte ich einfach nur weiter lesen. Jetzt freue mich mich darauf, wieder ein paar nette Stunden mit Athur Dent, Ford Perfect und Zaphod Beeblebrox zu verbringen. Da es ein Doppelband ist, kann ich im Anschluss auch gleich “Das Restaurant am Ende des Universums” anschließen. Wenn ich meinem Bauch nicht eine Lachpause gönnen muss.