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Der Sommer ist anders …

Lilly Berry hat eine Sommerblogparade gestartet, mit der Frage „Der Sommer ist anders – sind Eure Bücher es auch?“

Das kann ich mit einem eindeutigen „Ja“ beantworten. Zwar lese ich nicht unbedingt mehr im Sommer, abgesehen von den Urlaubswochen, aber die Genreverteilung ändert sich. Schon seit einigen Jahren beobachte ich bei mir eine Fantasy-Flaute in den Sommermonaten. Kommt gerade dann ein Buch eines meiner Stammautoren raus, wird es natürlich trotzdem gelesen. Sonst aber nichts in der Richtung. Nach dem Sommer ist mein SUB (Stapel ungelesener Bücher) daher immer sehr fantasylastig, da ich die meisten anderen Bücher weg gelesen habe und nur noch diese übrig sind.
Was ich statt dessen lese? Alles was ich sonst auch nebenher lese. Krimis, historische Romane und sonstige Belletristik.

Schönes Wetter nutze ich auch gerne mal um draußen zu lesen. Wenn ich bequem bin auf meinem winzigen Balkon, der mit mir und einem guten Buch auch schon überfüllt ist. Wenn es nicht zu heiß ist, laufe ich auch gerne zu meiner Lieblingsbank im Grünen. Die steht gegenüber einer Wand von Bäumen und Büschen, so dass man tatsächlich meinen könnte, dahinter läge nicht gleich eine Schnellstraße. Diese Bank teile ich mir dann für ein oder zwei Stunden mit Horden von Ameisen und der ein oder anderen Raupe oder Spinne. Ab und an kommen ein paar Hunde mit ihren Ausführern aus dem nahen Tierheim vorbei, sonst ist es dort sehr ruhig und angenehm.

Urlaub gibt es für mich dieses Jahr nur auf Balkonien. Das hat den großen Vorteil, dass ich mir keine Gedanken über die Buchauswahl machen muss, was für mich immer das schwierigste am Packen ist.

Ich wünsche euch allen einen wunderschönen Sommer, mit vielen sonnigen Lesestunden und den richtigen Büchern im Gepäck!

Trudi Canavan – Die Rebellin

Sonea lebt mit ihrer Familie in den Armenvierteln. Einmal im Jahr werden diese durch die Magier „gesäubert“. Sonea gerät in einen Aufruhr, zusammen mit einigen Freunden demonstriert sie gegen diese Aktion. Auch wenn sie wissen, dass es zwecklos ist, sie wollen sich nicht kampflos ihrem Schicksal ergeben.
Da geschieht das Unglaubliche, Sonea wirft einen Stein, der die magische Schutzbarriere durchbricht. Das kann nur eines bedeuten, sie hat magisches Potential. Als ungelernte Magierin ist sie allerdings eine Gefahr für sich und andere, da sie ihre Kraft nicht lenken kann. Verschiedene Parteien interessieren sich für sie und wollen ihre Kraft nutzen. Doch wer meint es wirklich gut mit ihr, wem kann sie vertrauen? Den Dieben, die sie vor den Magiern schützen? Oder den Magiern, die sie lehren könnten mit ihren Fähigkeiten umzugehen, die sie aber immer nur als Feinde erlebt hat? Sonea muss sich entscheiden.

Bücher die einen Hype erleben meide ich normalerweise. Schon Harry Potter habe ich erst nach dem vierten Band entdeckt, da ich Bestsellerlisten nicht traue. Auch um die „Gilde der schwarzen Magier“ hatte ich einen Bogen gemacht, die Rezensionen hatten bei mir den Eindruck geweckt, dass es keine besonders gute Fantasy sei, eher flach und eben Standard.

Das war ein halber Irrtum. „Die Rebellin“ liest sich richtig gut, Sonea ist ein toller Charakter und auch die anderen Charaktere gewannen schnell an Form. Die Handlung ist nichts wirklich Neues und die Welt eine klassische mittelalterliche Fantasywelt mit magischen Elementen. Durch die Konzentration auf die Stadt blieb die Handlung auch sehr übersichtlich. Aber man konnte gut in dem Buch versinken und einfach immer weiter schmökern. Ich freue mich schon demnächst in die Fortsetzung eintauchen zu dürfen, und Sonea weiter zu begleiten.

Lesemacken

Nina hat auf Libromanie festgestellt, dass sie eine ganze Reihe an Lese-Macken hat. Damit ist sie nicht alleine, meine Liste mit Lesemacken sieht ihrer in manchen Punkten sehr ähnlich.

Hier kommen die “Macken”, für die ich schon das ein oder andere Mal schräg angeschaut wurde:

1.) Ich kaufe und ertausche mehr Bücher, als ich lesen kann. Aber ohne einen gewissen Vorrat fühle ich mich auch nicht wohl.

2.) Eselsohren finde ich gemein. Ich mache mir ja auch keinen Knoten in die Finger, um mir etwas zu merken.

3.) Wenn ich sehe wie jemand einem Buch brutal den Rücken bricht, muss ich mich beherrschen um nicht laut auf zu heulen.

4.) Schutzumschläge werden vor dem Lesen entfernt und erst im Regal wieder angebracht, schließlich muss man sie schützen.

5.) Zu jedem Buch suche ich ein passendes Lesezeichen aus.

6.) In einer Buchhandlung kann ich stundenlang stöbern, Schuhgeschäfte verlasse ich so schnell wie möglich wieder.

7.) Ich lese nie nur ein Buch, im Normalfall sind es drei parallel.

8.) Meine Bücher haben eine eigene Tasche, für ihre Ausflüge in meiner Tasche.

9.) Meine Lieblingsbücher würde ich nicht einmal meiner besten Freundin ausleihen.

10.) Ich führe eine „Gelesen-Liste“, da ich sonst nicht mehr den Überblick behalten könnte.

11.) Die Liste mit Büchern die ich noch lesen möchte, ist fünf DIN A4 Seiten lang und wird nie kürzer.

12.) Ich fahre lieber Zug als Auto, weil ich dann endlich mal Zeit zum Lesen finde.

Oder um es kurz zu fassen: “Hallo, ich bin Emily und ich bin büchersüchtig.”

Allgemeinwissen

Lesen soll ja das Allgemeinwissen fördern. Bei Moggadodde habe ich einen netten Test dazu entdeckt, das war das Ergebnis:

Allgemeinbildung testen

Aber ich gebe zu, dass es nicht beim ersten Versuch geklappt hat. Flaggenfragen haben mich ein paar Mal in die “Breite Masse” zurück gestupst.

Update: Mein neuer Rekord liegt bei

Allgemeinbildung testen

Es reizt mich ja schon, die 100 noch zu knacken.

Update 2: Geschafft!

Allgemeinbildung testen

Aller guten Dinge sind drei

Deshalb lese ich auch schon wieder drei Bücher parallel. Wenn jemand eine Erklärung hat, warum ich es einfach nicht schaffe, mal ein Buch nach dem anderen zu lesen, immer her damit. Ich wüsste es wirklich gerne.

Ganz brav hatte ich den neuesten Artemis Fowl Band weitergelesen, “The Time Paradox”, der nicht schlecht ist, mich aber nicht wirklich fesselt bisher.
Schon lange bin ich um Michel Birbaks Buch “Beziehungswaise” herum geschlichen, nachdem ich im Forum von Literaturschock einige gute Meinungen gelesen hatte. Am Mittwoch konnte ich dann nicht mehr widerstehen, ich habe es mir gekauft und auch gleich angefangen zu lesen. Das mir nur noch vierzig Seiten bis zum Ende fehlen, sagt wohl genug über das Buch aus.
Da ich wissen wollte, ob mein Neuzugang gut lesbar ist, habe ich auch schnell mal in “Der kleine Darwin” von Ernst Peter Fischer reingelesen. Der liest sich so gut, dass ich ihn auch weiter lese und er nicht mehr im Regal für ungelesene Bücher verschwinden wird.

Darwinjahr

Am 12. Februar diesen Jahres hätte Darwin seinen 200. Geburtstag gefeiert, wenn die Lebenserwartung des Homo sapiens nicht wesentlich geringer wäre.
Da Verlage ja gerne Geburts- und Todestagsjubiläen zum Anlass nehmen, die werte Leserschaft ausgiebigst über die gefeierte Person zu informieren, werden wir auch dieses Mal mit einer wahren Flut an Darwinbüchern überschwemmt.

Da mich die Evolution schon lange fasziniert, muss ich mich gerade sehr zusammen reißen, um nicht Großeinkäufe zu starten. Jürgen Neffes Buch, in dem er von seiner Wiederholung der Reisen Darwins berichtet (“Darwin. Das Abenteuer eines Lebens”) lacht mich schon lange an, zusammen mit David Quammens Darstellung von Darwins Leben und Erkenntnissen (“Charles Darwin: Der große Forscher und seine Theorie der Evolution”). Bei beiden will ich aber auf die Taschenbuchausgabe warten.

Bis dahin tröste ich mich mit dem heute erstandenen “Der kleine Darwin: Alles was man über Evolution wissen muss” von Ernst Peter Fischer. Nachdem ich eine begeisterte Rezension darüber las, konnte ich nicht mehr widerstehen. Ein Darwinjahr ganz ohne Darwinbuch kann ja auch nicht sein. ;-)

Lian Hearn – Das Schwert in der Stille / Der Clan der Otori 1

„Das Schwert in der Stille“ wird in der Fantasy eingeordnet, ist aber alles andere als ein klassischer Fantasyroman. Weder begegnet man hier der typischen Party aus bunt zusammen gemischten Völkern, noch irgendwelchen Trollen, Elfen oder sonstigen Fabelwesen. Lian Hearn hat den „Clan der Otori“ in einem fiktiven Land angesiedelt, das deutlich von japanischen Traditionen und Sitten geprägt ist. So erinnert auch das einzige phantastische in diesem Roman an die klassischen Martial Arts Filme, der Hauptcharakter entwickelt einige spezielle Fähigkeiten, die ihm vor allem im Kampf zu Gute kommen.

Takeo erlebt eine relativ unbelastete Kindheit in einem kleinen Dorf. Doch eines Tages kommt er von einem Ausflug zurück und findet sein Dorf brennend vor. Nur knapp entkommt er den Zerstörern, Lord Shigeru, der Anführer des Clans der Otori, rettet ihm das Leben. Er nimmt ihn mit in seine Heimat und lehrt ihn die Bräuche des Clans. Doch Takeo trägt ein Erbe in sich, das er nicht verleugnen kann. Er ist ein Kikuta, ein Mitglied eines Stammes der sich über die Jahre hinweg besondere Fähigkeiten bewahrt hat. Auch in diesen Fertigkeiten wird Takeo unterrichtet. Er ahnt, dass beide Seiten ihn für einen bestimmten Zweck ausbilden wollen. Doch zu welchem? Kann er beiden Verpflichtungen nachkommen, oder muss er sich eines Tages entscheiden?

Ich habe schon viele positive Meinungen zu dieser Reihe gelesen und kann ihnen nur Recht geben. Der erste Band des „Clan der Otori“ ist spannend, die eher ungewohnte asiatische Welt sehr interessant. Mit Takeo wurde ich schnell warm und habe mit ihm gelitten und gebibbert. Obwohl die Lektüre schon einige Zeit zurück liegt, sehe ich noch immer die wunderschönen Bilder vor mir. Eine Geschichte die ich so schnell nicht vergessen werde, ich freue mich auf die folgenden Bände.

Viel Lärmen um nichts

Mit “Viel Lärmen um nichts” habe ich jetzt das dritte Stück von Shakespeare in diesem Jahr gelesen. Auch wenn es mir wieder gut gefiel, reicht das vorerst. Irgendwann werde ich noch “Hamlet” lesen, aber erst mal werde ich mich wieder anderen Klassikern widmen. Charles Dickens “Oliver Twist” steht zum Beispiel auch hier und wartet darauf, endlich gelesen zu werden. Neben Stapeln aktueller Bücher.

“Viel Lärmen um nichts” ist eine Komödie, deren Inhalt man kurz mit “was sich liebt, das neckt sich” umschreiben kann. Ich habe mich sehr über Beatrices und Benedikts Kabbeleien amüsiert. Natürlich dürfen auch Verwechslungsspielchen und Lug und Betrug nicht fehlen.

Faszinierend finde ich immer wieder, dass Shakespeare es schafft, nur mit Dialogen ganze Bilder zu malen. Obwohl es kaum Regieanweisungen oder Beschreibungen der Umgebung gibt, fällt es nicht schwer, sich die Szenen vorzustellen.

Zu diesem Stück passt als Untermalung wunderbar der Soundtrack zu “Shakespeare in Love”. Auch wenn ich mir die Umgebung südländischer vorgestellt habe als in diesem Film, der ja in England spielt.

Gruselwochenende

Lange habe ich auf die Ausgabe mit dem schönen Cover gewartet, jetzt ist es endlich bei mir eingezogen. “Coraline” von Neil Gaiman, in der neuen Heyne-Ausgabe. Da ich schon viel Gutes über das Buch gehört habe, werde ich es am Wochenende dazwischen schieben. Es hat ja nur 150 Seiten.

Terry Pratchett hat laut Klappentexte dazu gesagt: “Ein Meisterwerk delikaten Horrors in feinster Märchenqualität”.

Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die Stunden mit “Coraline”. Da ich mich kenne, fange ich aber erst morgen damit an. Ein Beginn heute Abend würde mein Schlafdefizit nur noch vergrößern.

Kate Saunders – Liebe macht lustig

Ab und an ist mir nach was leichtem, dann lese ich auch mal einen typischen Frauenroman. Kate Saunders gefällt mir besonders gut, da ihre Bücher trotz des typischen Themas, Liebe und ihre Irrungen und Wirrungen, eine gewisse Tiefe haben.

In „Liebe macht lustig“ entdeckt Beth, dass ihr Mann doch nicht alleine in den Erholungsurlaub fliegen wollte, sondern zusammen mit seiner Geliebten. Letztere ist nicht wirklich erfreut, als der Geliebte mit Frau und den beiden Töchtern am Flughafen erscheint.
Das angeblich traumhafte Chateau stellt sich als Alptraum heraus, der ganze Urlaub wird nicht nur wegen diverser Gefühlsverwicklungen zum Abenteuer. Auch die anderen Gäste und die etwas merkwürdigen Hoteleigentümer sorgen für einige Abwechslung.

Die grobe Handlung ist bei diesen Büchern ja meist ziemlich vorhersehbar. Aber zwischendurch hatte Kate Saunders doch einige schöne Ideen, ab und an kamen mir Zweifel, ob das Ende wirklich so kommen wird wie gedacht. Kam es dann auch nicht ganz. Viel wichtiger ist mir bei ihren Büchern aber auch, wie treffend sie die Gefühle der Personen beschreibt. In diesem Roman besonders interessant, da die Geschichte sowohl aus der Sicht der betrogenen Ehefrau, als auch der Geliebten erzählt wird. In beide kann man sich gut hineinversetzen und weiß nicht so recht, welcher der beiden man den Mann nun wünschen soll. Wäre es nach mir gegangen, hätte der Kerl am Ende ja ohne Frau da gestanden. ;-)

„Liebe macht lustig“ ist eine sehr schöne leichte Lektüre für den Sommer, die sich gut für sonnige Stunden auf dem Balkon oder am Strand eignet.