
„Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew“ ist ein fantastischer Roman, dessen Handlung sich allerdings kaum beschreiben lässt, ohne zuviel zu verraten. Fairwater ist eine fiktive amerikanische Kleinstadt, mit unzähligen Flüssen und Brücken. Die Reporterin Gloria kehrt nach vielen Jahren in die Stadt zurück, um der Beerdigung eines früheren Freundes beizuwohnen. Schnell entwickelt die Stadt eine unglaubliche Anziehung, nicht nur auf Grund der Story die sie hier wittert. Es kam nämlich zu einigen mysteriösen Mordfällen, als Gloria versucht diesen auf den Grund zu gehen, wird sie von verschiedenen Parteien verfolgt und auch bedroht.
Doch das ist nur der erste Teil des Buches, der ein wenig wie ein Mystery-Thriller wirkt. Jedes Kapitel ist eine ganz eigene Geschichte mit ebenso eigenem Stil. Das zweite Kapitel würde ich dem Genre Horror zuordnen, auch ein Science Fiction Kapitel ist vorhanden. Alle erzählen Teile der Geschichte aus der Sicht verschiedener Personen. Wobei manchmal mehrere Personen auch ein und dieselbe Person sind. Man weiß nie sicher, was von dem gerade gelesenen Realität ist und was Wahn. Wenn eines sicher ist, dann das Fairwater der psychischen Gesundheit nicht wirklich gut tut, woran auch diverse Chemikalien im Flusswasser nicht unschuldig sein dürften.
Das faszinierende ist, dass man dieses Buch auf verschiedene Weise lesen, die Geschichte auf verschiedensten Wegen angehen kann. Auch am Ende wird man nicht zu einer bestimmten Lösung gedrängt, es gibt verschiedene Möglichkeiten. Aus diesem Grund muss man aber auch sehr viel mitdenken. Man bekommt nur wenig Handlung einfach serviert, das meiste muss man sich Stück für Stück erarbeiten, mit dem bereits gelesenen in Verbindung bringen und auch mal gesponnene Theorien wieder aufdröseln und neu spinnen. Dazu braucht man einiges an Aufmerksamkeit, es ist kein Schmöker den man gemütlich nebenbei liest. Aber gerade das macht das Buch auch zu etwas ganz besonderem.
Oliver Plaschka hat mit diesem Buch den Deutschen Phantastik Preis 2009 gewonnen, meiner Meinung nach auch verdient, es ist ein fantastisches Buch. Man sieht auch der Aufmachung an, wie viel Hingabe in diesem Werk steckt. Jedes Kapitel beginnt mit einer Illustration, die man sich am Ende des Kapitels noch mal anschauen sollte, da viele kleine Ausblicke auf die Handlung darin zu finden sind.
Wer nicht auf Realismus in einem Roman besteht, und sich auch gerne mal die Zeit nimmt sich eine Geschichte zu erarbeiten, dem kann ich dieses Buch sehr empfehlen.
Hilfreich war für mich das Nachlesen der autorenbegleiteten Leserunde auf www.leserunden.de, wo Oliver Plaschka einige hilfreiche Tipps gibt aber auch immer wieder betont, dass es keine „falsche“ Lesart gibt, er hat bewusst versucht verschiedene möglich zu machen.
„Fairwater oder die Spiegel des Herrn Bartholomew“ ist ein fantastischer Roman, dessen Handlung sich allerdings kaum beschreiben lässt, ohne zuviel zu verraten. Fairwater ist eine fiktive amerikanische Kleinstadt, mit unzähligen Flüssen und Brücken. Die Reporterin Gloria kehrt nach vielen Jahren in die Stadt zurück, um der Beerdigung eines früheren Freundes beizuwohnen. Schnell entwickelt die ...