Archiv für 9. März 2009

Doof bleibt doof

Nachdem ich das wirklich geniale “Fairwater” von Oliver Plaschka beendet habe, kam “Generation Doof” von Stefan Bonner und Anne Weiss an die Reihe. Nach fünzig Seiten hat es mich noch nicht wirklich gefesselt. Es scheint als würde über 300 Seiten einfach nur über jedes Klischee gelästert, das jemals über die (mit zwischen 15 und 45 ziemlich weit gefasste) “Generation Doof” verbreitet wurde. Und nicht wirklich auf höherem Niveau, so dass man den Autoren sofort abnimmt, selbst zu eben dieser Generation zu gehören. Ziemlich doof.

Deshalb wird mich jetzt “König Lear” ins Bett begleiten, der neben “Fairwater” eine Weile zurück stand. Aber bald erscheint schon “Fool” von Christopher Moore, bis dahin will ich ihn gelesen haben.

Bernhard Hennen – Elfenlied

Elfenlied

Wer hier den vierten Band der Elfenreihe erwartet, wird enttäuscht sein. Elfenlied ist eine Ergänzung, die die Lebensgeschichte der Lutin Ganda enthält, ein paar Fotos mit Elfenmotiven, die Gedichte der Blütenfee Mondblüte und eine Zeitleiste, in der alle Ereignisse aus den bisherigen Bänden chronologisch aufgeführt sind.

Die schon gehörte Kritik, dass der Preis recht hoch sein für eine kurze Geschichte und eine Reihe von Gedichten, von denen eines nicht mal ansatzweise eine Seite füllt, kann ich schon nachvollziehen. Trotzdem war mir das Buch das Geld wert.

Die Geschichte Gandas lässt einen nicht nur endlich wieder in die Welt der Elfen eintauchen, man erfährt darin auch einige Hintergründe zu den Koboldaufständen. Das Volk der Lutin wird ausführlich vorgestellt, aber auch einige Elfen bekommen mehr Hintergrund. So liest man zum Beispiel von Shandrals und Leylins Hochzeit. Wieder einmal kann ich es nach dem Ende der Geschichte kaum erwarten, endlich den nächsten Band der Elfen lesen zu dürfen.

Die Bilder finde ich ganz nett, aber nicht wirklich beeindruckend. Die Gewandungen sind mit Liebe gestaltet. Aber zum einen wirken die meisten Fotos zu sehr posiert, zum anderen sind die Gewandungen so sauber, dass sie dadurch wie eine Verkleidung wirken. Alfadas trägt zum Beispiel eine helle Hose. Wie lange sollte die denn beim Lagerleben so sauber bleiben wie sie hier ist? Vielleicht bin ich auch etwas verwöhnt, da ich schon öfter Menschen in Gewandungen gesehen habe, die darin auch lagern, und damit einfach authentischer wirken. Zu den Elfen passen die reinen Gewänder natürlich, Fenryl hat allerdings etwas zu kräftig in den Rougetopf gegriffen, wodurch das Foto für mich auch an Stimmung verliert.
So leid es mir tut, den Bildband werde ich mir sparen.

Mondblütes Gedichte wurden von einem Literaturwissenschaftler verfasst, der sich wirklich bewundernswerte Mühe damit gegeben hat, schon alleine sich die Art und Weise der Dichtung auszudenken. Die Gedichte bestehen jeweils auch acht Wörtern oder Wortgruppen, die je nach Lesart einen anderen Sinn bekommen. Eine faszinierende Idee.
Die Gedichte sind zwar sehr kurz, aber sie haben mir trotzdem sehr gut gefallen. Nicht zuletzt dank Gandas Kommentaren.

Zur Zeitleiste muss ich wohl nicht viel sagen. Wer die bisherigen Bände gelesen und alle Ereignisse ohne Probleme chronologisch aufzählen kann, hat meine Hochachtung. Dank der Zeitleiste habe ich wieder eine bessere Basis für den nächsten Band.

Auch wenn das Buch relativ dünn ist, ich kann es allen, die die Elfen mögen, nur empfehlen. Sicher kann man auch ohne diese Ergänzung der Reihe weiter folgen, aber die neuen Hintergründe machen das Lesen doch wieder einen Deut interessanter.

Elizabeth George – Doch die Sünde ist scharlachrot

suendescharlachrot
Lynley wandert ziellos an der Küste Cornwalls entlang, um den Erinnerungen an seine tote Frau Helen zu entkommen. Eines Tages stößt er auf die Leiche eines abgestürzten Kletterers. War es Unachtsamkeit? Ein Unfall? Oder steckt doch mehr dahinter?
Obwohl er versucht sich zu weigern, kann Lynley nicht vermeiden in die Ermittlungen einbezogen zu werden. Und schon steckt er mitten drin in den Geheimnissen des Dorfes, die eventuell helfen diese Fragen zu beantworten. Vielleicht aber auch nur viele weitere Fragen aufwerfen.

Elizabeth Georges erste Romane habe ich sehr gerne gelesen. Im Laufe der Zeit lies die Spannung allerdings etwas nach, erst „Wo kein Zeuge ist“ konnte mich wieder überzeugen. „Doch die Sünde ist scharlachrot“ fand ich schon wieder weniger fesselnd. Es war nie wirklich langweilig, aber ich war auch selten so gefesselt, dass ich nicht mehr aufhören wollte zu lesen. Leider kann ich nicht mal wirklich sagen, woran es lag. Vielleicht war es zuwenig Interaktion zwischen Lynley und Barbara? Mit Inspector Bea Hannaford spielte ein weiterer Hauptcharakter mit, fast schien es, als solle sie für die Zukunft neu eingeführt werden. Mir fehlten aber Simon und seine Frau, Barbaras Nachbarn und Lynleys Angestellter. Irgendwie gehören die mit dazu. Eventuell war das der Grund, weshalb das Buch für mich nicht den Charme der meisten anderen Bände von George aufwies. Trotzdem habe ich es gerne gelesen, beim nächsten Band werde ich aber wohl auf das Taschenbuch warten.