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Monatsrückblick Februar 2009

Für den kürzesten Monat des Jahres war er doch recht ergiebig, sechs Bücher mit insgesamt 2332 Seiten wurden gelesen. Ich frage mich gerade, wann ich das alles gelesen habe. Die Woche Urlaub hat den Leseschnitt wohl gerettet.
Rezensionen folgen wieder nach und nach, damit hinke ich etwas hinterher. Vergessen sind sie aber nicht.

Elizabeth George – Doch die Sünde ist scharlachrot +
Meiner Meinung nicht mehr so gut wie die ersten Bände, aber schon wieder viel besser als einige mitten drin. Für Elizabeth George oder Thomas Lynley Fans auf jeden Fall kein Fehlkauf.

Bernhard Hennen – Elfenlied +
Nicht der vierte Elfenband, sondern eine Ergänzung zur Elfenreihe. Für Elfenfans lohnend, sonst kann man sich den Band sparen. Ich habe ihn sehr genossen.

Arne Dahl – Tiefer Schmerz ++
Noch habe ich für mich keinen besseren Krimiautoren entdeckt, er hält die Qualität bisher schon über vier Bände. Ich freue mich auf die noch folgenden.

Nick Hornby – All you can read +
Eine interessante Kolumnensammlung für alle Vielleser und Hornby Fans.

Markus Zusak – Die Bücherdiebin ++

Ein tolles Buch, das mich sehr berührt hat. Kann ich jedem nur ans Herz legen.

Lauren Groff – Die Monster von Templeton +

Schwer in ein bestimmtest Genre einzuordnen, sehr lesenswert.

Büchlein wechsel Dich

Neben dem Lernen war mit Patrick Rothfuss mit “The Name of the Wind” doch zuviel. Es ist zwar gut verständliches Englisch, aber der Stil ist das schöne an dem Buch, den ich nicht durch zu schnelle Lektüre übersehen wollte. Wirklich entspannend war das dann nicht, neben dem Lernen brauche ich aber etwas Entspannung beim Lesen.

Deshalb jetzt der Wechsel zu Oliver Plaschkas “Fairwater”, das letztes Jahr mit dem deutschen Phantastikpreis ausgezeichnet wurde. Momentan wirkt es aber nicht wie reine Fantasy, eher wie ein Mystery Krimi. Egal in welches Genre es gehört, es ist gerade genau das Richtige. Das Gehirn schaltet nicht ganz ab bei der Lektüre, ist aber mal auf viel interessanteren Wegen unterwegs als sonst.

Nebenbei lese ich noch “König Lear” von Shakespeare. Daran ist Christopher Moore schuld, von ihm erscheint im März “Fool”, das von dem Narren in König Lear handelt. Damit mir nicht alle Anspielungen entgehen, wollte ich den noch vorher lesen. Und habe gleich gespürt, dass es etliche Jahre her ist, seit ich ein ähnliches Stück vor mir hatte. Nach kurzem Einlesen läuft das aber auch ganz gut.

Lauren Groff – Die Monster von Templeton

monstertempleton

Templeton ist eine nette kleine Stadt, man kennt sich und die Geschichten der alten Familien, die schon am Aufbau der Stadt beteiligt waren. Willie ist eine Nachfahrin des Gründers dieser Stadt, auf jeden Fall mütterlicherseits. Wer ihr Vater ist, versucht sie in diesem Roman herauszufinden. Dazu gräbt sie tief in der Geschichte ihrer Familie, und damit auch der Geschichte der Stadt, wobei sie so manches Monster der Vergangenheit weckt.

Wirkliche Monster sollte man hier allerdings nicht erwarten, die meisten Monster in diesem Buch sind sehr menschlicher Natur. Abgesehen von Flimmy, dem Seeungeheuer im Flimmerspiegelsee, und einem Geist, der Willie ab und an auf die Sprünge hilft. Ein wenig Mystik ist also schon vorhanden, aber nur sehr wenig. Der größte Teil des Buches dreht sich um Willie, die auf der Suche nach ihrem Vater auch sich selbst entdeckt. Dabei wird einem in interessanten Rückblenden die zweihundertjährige Geschichte der Stadt näher gebracht, in der zum Beispiel auch Chingachcook und Unkas eine Rolle spielen, die den meisten aus „Lederstrumpf“ von James Fenimore Cooper bekannt sein dürften.

Die verschiedenen Erzähler sorgen immer wieder für Abwechslung und verschiedene Einsichten in die Geschichte. Nicht nur Willie erzählt von ihrer Suche, auch viele ihrer Vorfahren kommen zu Wort und erzählen Teile der Geschichte. Auch in der Gegenwart ist Willie nicht alleine, hier dürfen vor allem die „Laufbrüder“, zu denen sie eine ganz besondere Beziehung hat, immer wieder von ihrer Sicht der Dinge berichten. So wird es niemals langweilig, man taucht tief in die Geschichte ein und sucht mit Willie zusammen nach der Lösung des großen Rätsels.
Ab und an könnte man ob der verworrenen Verwandtschaftsbeziehungen in Verwirrung geraten, doch immer gerade dann taucht wieder ein aktualisierter Stammbaum auf, der hilft den Überblick zu behalten.
Es ist mir ein paar Mal passiert, dass ich mich festgelesen hatte und das Buch wesentlich später weg legte als ich geplant hatte.

„Die Monster von Templeton“ sind nur schwer in einer Schublade unter zu bringen. Auf dem Cover steht unter anderem etwas von Schauerroman, das habe ich als weniger passend empfunden. Es ist ein historischer Roman und eine Familiensaga, mit einem Schuss Mystik. Auf jeden Fall eine empfehlenswerte Lektüre, die mir einige sehr schöne Lesestunden beschert hat.

Ebenfalls kurz erwähnt werden sollte das wunderschöne Cover, das sich ausnahmsweise mal wirklich auf das Buch bezieht. Das ist ja leider immer seltener der Fall, hier macht es aber richtig Spaß die einzelnen Elemente im Laufe der Lektüre zuordnen zu können.

Wort gehalten und schon das nächste

Tatsächlich hatte ich es geschafft, und in den letzten drei Tagen nur ein Buch gelesen, ganz ohne Parallellektüren. Bei Markus Zusaks “Die Bücherdiebin” fällt einem das aber auch nicht schwer, es hat mich so sehr beeindruckt wie schon lange kein anderes Buch mehr.

Das muss ich jetzt erst noch ein wenig sacken lassen, dann geht es mit Fantasy weiter. Nach einem besonders guten Buch muss ich das Genre wechseln, dann vergleiche ich nicht zu sehr. Sonst hat das nächste Buch ohne Grund schlechtere Karten. Deshalb folgt Patrick Rothfuss mit “The name of the wind”. Da es auch sehr gut sein soll, könnte das büchertechnisch eine sehr erfolgreiche Urlaubswoche werden. Ein bisschen Ablenkung braucht man ja auch von der Lernerei.

Nur ein Buch!

Nachdem ich es schon wieder geschafft habe, beide Parallellektüren am selben Tag zu beenden, lese ich gerade nur ein einziges neues Buch. Ob das so bleibt ist fraglich, aber wie immer habe ich gute Vorsätze. Da das Buch bisher auch sehr fesselnd ist, hat es gute Chancen meine ungeteilte Aufmerksamkeit zu behalten. Nur seine Größe könnte ihm da zum Verhängnis werden, für die Handtasche ist es nämlich nicht geeignet.
Was mich gerade so fesselt? “Die Bücherdiebin” von Markus Zusak. Von vielen empfohlen, scheinbar hatten sie recht, es liest sich wirklich sehr gut.

Für Fantasyfreunde noch ein Tipp, in der aktuellen “Bücher” gibt es ein Fantasyspecial. Es enthält ein Essay von Dietmar Dath (Autor von “Die Abschaffung der Arten”) darüber, ob Fantasy wirklich “schlechtere” Literatur ist. Anschließend ein Bericht wie Patrick Rothfuss mit seinem Buch “Der Name des Windes” einen Fantasygegner bekehren konnte. Zu guter Letzt noch ein Überblick, was man aus dem Bereich der Fantasy lesen und kennen sollte. Wobei ich mit der Aufzählung nicht so ganz einverstanden bin. Warum wird immer Hohlbein mitgenannt, wer schon über 200 Bücher geschrieben hat kann ja wohl kaum Qualität liefern. Wenn es um gute deutsche Fantasy geht, gibt es inzwischen einige Autoren die hier genannt werden könnten.

Manchmal wundert mich der schlechte Ruf der Fantasy überhaupt nicht. Aufgeschlossene Menschen wollen es mal testen, landen bei Hohlbein und verteufeln es hinterher. Kann ich ihnen nicht verübeln. Aber lasst euch gesagt sein, es geht auch ganz anders.

Thomas Finn – Der letzte Paladin

LetztePaladin

Der Knappe Fabio ist zusammen mit seinem Herrn Ludovico unterwegs zum Anwesen der de Vontafeis. Sie sollen Celeste de Vontafei, eine angehende Sternenmagierin, nach Venezia zu ihrem Orden begleiten. Doch alles kommt anders als geplant. Erst wird eine wertvolle Uhr des Barons de Vontafei gestohlen, dann wird das Haus von Goblins überfallen. Fabio kann zusammen mit Celeste fliehen.
Unterdessen geschehen seltsame Dinge in Astaria. Sterne am Firmament erlöschen einfach. Sternenvampire erscheinen. Immer mehr Zeichen deuten darauf hin, dass Astronos, der gefallene Erzstellar, sich aus seinem Sternkerker zu befreien versucht. Wird es ihm gelingen? Können Fabio und Celeste die Pläne seiner Helfer durchkreuzen? Gehört ihre Begleitung wirklich zu ihren Freunden, oder ist sie eine Feindin? Wem können sie noch vertrauen?

Wieder einmal hat Thomas Finn einen wunderschönen Jugendfantasyroman verfasst. Mit interessanten Charakteren, in die man sich gut hineinversetzen kann und einer spannenden Handlung. Der Schauplatz ist wie schon in „Die Chroniken der Nebelkriege“ eine Mischung aus Realität und Fantasy. Diente dort Hamburg als reale Vorlage, so ist es hier Venedig.
Dass es ein Jugendbuch ist, merkt man hauptsächlich während der Kampfhandlungen, die Gegner werden nur selten getötet. Trotzdem werden auch ältere Leser durchaus noch Spaß an diesem Buch haben.

Im März 2009 erscheint der zweite Band der dreiteiligen Reihe, „Die flüsternde Stadt“. Auch dieses Buch wird sicher noch bei mir einziehen, ich lese Thomas Finns Bücher immer wieder sehr gerne.

Nick Hornby – Mein Leben als Leser

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„Mein Leben als Leser“ ist eine Sammlung von Kolumnen zu Hornbys monatlicher Lektüre. Jedem Beitrag ist eine Liste der gekauften und der gelesenen Bücher des vergangenen Monats voran gestellt. Anschließend berichtet Nick Hornby im gewohnt lockeren Stil über die Lektüre, welches Buch ihm gefiel, welches nicht, warum er gerade dieses Buch kaufen musste oder wie die Bücher sonst den Weg zu ihm finden.

Obwohl ich gar nicht damit gerechnet hatte, hat mich das Buch sofort in seinen Bann gezogen. Das lag zum Teil an Hornbys Schreibstil, den ich einfach gerne mag. Auch seine Romane habe ich sehr gerne gelesen. Andererseits war es aber auch die Verbundenheit mit jemandem, der ebenso mehr Bücher kauft als er je lesen werden kann und sich dessen durchaus bewusst ist. Aber nicht schämt. Meinen Stapel ungelesener Bücher sehe ich seitdem etwas lockerer, auch wenn er demnächst die magische einhundert erreicht. Wie zitierte Nick Hornby Gabriel Zaid so passend: „dass die „wahrhaft Kultivierten die Gabe haben, Tausende von ungelesenen Büchern zu besitzen, ohne ihre Gelassenheit oder den Wunsch nach noch mehr Büchern zu verlieren.““
Noch kann ich mich nicht zu den wahrhaft Kultivierten zählen, aber ich arbeite daran.
Es war auch immer wieder schön auf ein Buch in Hornbys Rezensionen zu stoßen, das ich selbst schon gelesen hatte und seine Meinung dazu zu lesen. Das eine oder andere von ihm für gut befundene Werk ist inzwischen auch auf meine Liste gewandert.

Für alle Leseratten und Fans von Nick Hornby ist dieses Buch auf jeden Fall eine Empfehlung. Wer danach weitere Kolumnen von ihm lesen möchte, kann das auch gleich mit der Fortsetzung „All you can read“ tun.

Leichen, Leser und Lutin…

… begleiten mich gerade.
Die Leichen in Elizabeth Georges “Doch die Sünde ist scharlachrot”. Auch wenn ich den Titel inzwischen besser verstehe, ist er doch eher merkwürdig.
Der Leser ist Nick Hornby mit der zweiten Sammlung seiner Kolumnen, “All you can read”. Wie schon sein Vorgänger liegt das Buch auf dem Nachttisch und allabendlich lese ich länger als geplant.
Wer oder was sind Lutin? Lutin sind gerade mal kniehoch, gemessen an menschlichen Verhältnissen, und haben Fuchsköpfe und -schwänze. Sie tauchen immer wieder mal in der Elfenreihe von Bernhard Hennen auf, in “Elfenlied” ist die Hälfte des Buches der Lebensgeschichte Gandas, eben einer Lutin, gewidmet.

Die verschiedenen Lektüren zeigen mal wieder eindeutig meinen Lesegeschmack: undefinierbar. Wichtig ist nur die Abwechslung. Ich könnte wohl nie nur ein Genre lesen.

Der März ist da!

Na gut, nicht ganz. Aber ein Buch, das eigentlich erst im März erscheinen sollte. Bernhard Hennens “Elfenlied” konnte ich nicht im Regal liegen lassen und musste es sofort kaufen. Habe ich doch schon seit letztem Jahr darauf gewartet.

Neben dem edlen Aussehen, goldene Schrift auf schwarzem Hintergrund, bietet es einiges an Ergänzungen und Hintergrund zu Hennens Elfenreihe. Man findet hier eine Kurzgeschichte über die Lutin Ganda, eine Sammlung von Gedichten der Blütenfee Mondblüte und für mich das Wichtigste: eine Zeitleiste!

Alle bisher beschriebenen Geschehnisse sind chronologisch aufgelistet und ich habe endlich wieder das Gefühl, den Überblick zu haben. Den hatte ich zugegebener Maßen nämlich inzwischen verloren, dafür waren die Abstände zwischen den Büchern zu groß.

Rita Mae Brown – Die kluge Katze baut vor

Ein neuer Fall für Mrs. Murphy, Pewter und Tucker, die den Menschen mal wieder meistens eine Nasenlänger voraus sind.

Über den Fall an sich will ich gar nicht mehr berichten, er ist in dem Buch sowieso nebensächlich. Den Klappentext kann man mal wieder getrost vergessen, nirgendwo findet sich eine kopflose Leichen zwischen den Rebstöcken. Einen dermaßen dicken Fehler im Klappentexte finde ich ziemlich peinlich für den Verlag, dann doch lieber noch unbedeutende Lobhudelei anderer Autoren.

Die Krimireihe von Rita Mae Brown & Sneakie Pie Brown habe ich früher sehr gerne gelesen. Es hat immer wieder Spaß gemacht in das gemütliche Crozet zurück zu kehren und zusammen mit Hund und Katze über die Mordfälle zu grübeln. Nebenbei bekam man noch wunderbare Szenen aus dem Leben Crozets und seiner Bewohner geboten.

All das fehlte mir in diesem Buch. Mit ein Grund, weshalb ich es mal wieder mit einem ihrer Bücher versuchen wollte, war die im Klappentext angekündigte Hochzeit zwischen Harry und Fair. Hat er es also doch endlich geschafft, sie noch einmal zu überzeugen. Die Hochzeit fand auch tatsächlich statt, auf den ersten sieben Seiten und sehr unspektakulär.
Das erste Mordopfer taucht erst ungefähr in der Mitte des Buches auf. Bis dahin finden sich seitenweise Vorträge über Weinanbau in Virginia und Diskussionen über Terrorangriffe. Nichts gegen gründliche Recherche, aber man muss nicht jedes Wort, das man irgendwo gelesen hat, im Roman unterbringen. Wer der Mörder ist war kurz nach dem Auftauchen der Leiche eigentlich auch schon klar. Da Harry nicht mehr im Postamt arbeitet, fielen auch die netten Szenen aus dem Alltag Crozets komplett weg. Viele alte Charaktere tauchten nur noch am Rand auf, die Szenen wurden von neuen Charakteren beherrscht, die einfach nicht das „nach-Hause-kommen-Gefühl“ hervorriefen.

Der Schreibstil war holperig, mit den Charakteren wurde ich gar nicht richtig warm. Obwohl ich über viele von ihnen früher gerne gelesen habe.

Kurz: Mir hat an diesem Buch einfach alles gefehlt, weder hatte es die Wohlfühlatmosphäre der ersten Bände dieser Reihe, noch ist es ein spannender Krimi. Das war leider mein letzter Versuch mit einem Buch von Rita Mae Brown.