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Jahresbilanz 2008

Hier kommen die Zahlen für 2008, am Ende des Jahres wird mir immer wieder bewusst, wieviel ich gelesen habe. Alljährlich frage ich mich, wann ich das alles gelesen habe.

Dieses Jahr waren es insgesamt 93 Bücher (2007: 76; 2006: 73) in denen 34922 Seiten gelesen wurden (2007: 30612; 2006: 30087).

Das macht im Schnitt 7,75 Bücher pro Monat (2007: 6,33; 2006: 6,08) mit durchschnittlich 376 Seiten pro Buch (2007: 403; 2006: 412). Pro Monat wurden im Durchschnitt 2910 Seiten gelesen (2007: 2551; 2006: 2507), pro Tag 95 Seiten (2007: 84; 2006: 82).

Der lesetechnisch ergiebigste Monat war August mit 4865 Seiten in 11 Büchern, der schlechteste Monat war Februar mit nur 1504 Seiten in 5 Büchern.

Fazit: ich hatte zuviel Zeit zum Lesen. ;) Leider wird sich das nächstes Jahr ändern, da einige Prüfungen anstehen. Deshalb wird es wohl auch hier im Blog etwas ruhiger, aber ganz ohne lesen geht es nicht, deshalb werdet ihr schon immer wieder mal etwas von mir hören.

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch und alles Gute für das nächste Jahr! Vorallem viele gute Bücher und die nötige Zeit um sie zu genießen.

Monatsrückblick Dezember

Da ich mein aktuelles Buch heute nicht mehr beenden werde, kommt hier schon der Monatsrückblick für Dezember. Ein paar Rezensionen fehlen noch, die werden nächstes Jahr nachgeliefert.
Insgesamt waren es diesen Monat zehn Bücher und 3599 Seiten.

Christoph Marzi – Somnia +
Nicht schlecht, aber ich war im Vergleich zu Lycidas und Co. etwas enttäuscht.

Christopher Coake – Bis an das Ende der Nacht ++
Eine mitreißende Kurzgeschichtensammlung.

J. K. Rowling – The Tales of Beedle the Bard +
Schöne Sammlung angeblicher Kindermärchen aus der Zaubererwelt.

Sven Regener – Der kleine Bruder +

Das Zwischenstück zu “Neue Vahr Süd” und “Herr Lehmann”, hat Spaß gemacht.

Ralf Schmitz – Schmitz’s Katze 0
Ganz amüsant, aber Schmitz’ Humor ist nicht ganz meiner.

Jostein Gaarder – Das Weihnachtsgeheimnis 0
Habe ich abgebrochen, hat mich dieses Jahr nicht wirklich erreicht. Neuer Versuch im nächsten Jahr.

J. R. R. Tolkien – Die Briefe vom Weihnachtsmann ++

Sehr schönes Buch, perfekt um in Weihnachtsstimmung zu kommen.

Carlos Ruiz Zafón – Das Spiel des Engels +
Mischung aus Krimi und Mysterythriller, tolle Stimmung.

Joanne Harris – Himmlische Wunder +

Ein sehr schönes Wohlfühlbuch, perfekt für lange Winterabende.

Markus Heitz – Blutportale ++

Spannend, nicht so blutig wie erwartet, konnte mich kaum davon losreißen.

Christopher Coake – Bis an das Ende der Nacht

BisEndeNacht
Nein, es ist kein weiterer Titel der momentan so weit verbreiteten Vampirreihen, sondern eine fesselnde Sammlung von Kurzgeschichten, die von emotionalen Extremsituationen handeln. Ein todkranker Mann steht vor der letzten Entscheidung, die Frau eines Extrembergsteigers muss wieder einmal mit der Angst leben, ihren Mann nie wieder zu sehen, ein junges Paar wird ein Hütte eingeschneit und kämpft ums Überleben. Das sind nur drei der Geschichten, die in diesem Buch versammelt sind.

Eines haben alle diese Geschichten gemeinsam, sie sind bedrückend und tragisch, man kommt nicht daran vorbei, mit den Protagonisten zu leiden und zu bangen. Die Erzählungen sind sehr emotional und gehen unter die Haut, ohne jemals kitschig zu werden.

An sich mag ich Kurzgeschichten nicht wirklich gerne, dieses Buch hatte ich auf der Buchmesse entdeckt, ich habe kurz rein gelesen und es hat mich sofort gepackt. Christopher Coake gelingt es, einem in diesen kurzen Einblicken in das Leben der Charaktere enorm viel zu vermitteln. Ohne ausschweifende Erläuterungen sieht man die Personen vor sich, werden sie greifbar und man fühlt mit ihnen, obwohl man sie erst seit wenigen Seiten kennt.

Ein beeindruckendes Buch, das mich so sehr gefesselt hat, wie schon lange kein anderes Buch mehr. Aber auch eines, das einen nicht glücklich, sondern nachdenklich zurück lässt.

J. R. R. Tolkien – Die Briefe vom Weihnachtsmann

briefeweihnachtsmann

Zwanzig Jahre lang bekamen Tolkiens Kinder alljährlich einen Brief vom Weihnachtsmann, in dem er von seinem Leben am Nordpol berichtet. Von all den Streichen die der Nordpolarbär ausheckt, von Überfällen der Kobolde und vielen anderen Mitbewohnern und Helfern.

Fünfzehn dieser Briefe wurden in diesem Band gesammelt. Von den Schriftstücken und verzierten Umschlägen sind einige Beispiele abgebildet, die Zeichnungen die bei jedem Brief lagen sind alle wiedergegeben.

Die Zeichnungen sind oft relativ einfach gehalten, zeigen aber schöne Details und lassen die Geschichten lebendiger erscheinen.

Ich fand es einfach eine wunderschöne Idee, seinen Kindern jedes Jahr so liebevoll gestaltete Briefe vom Weihnachtsmann zukommen zu lassen. Man spürt in den Briefen Tolkiens Liebe zu seinen Kindern.

Das Buch war für mich eine wunderbare Einstimmung auf Weihnachten, nächstes Jahr werde ich es sicher noch einmal lesen und mich sowohl an den schönen Geschichten als auch den Bildern erfreuen.

Ich wünsche allen Bloglesern schöne Weihnachtsfeiertage, mit ein wenig Ruhe und vielleicht sogar der Zeit um mal wieder in Ruhe ein gutes Buch lesen zu können.

Frohe Weihnachten!

Zu Weihnachten wird es klassisch

Nachdem ich am Wochenende mal wieder alle Parallellektüren beendet habe (ich frage mich wirklich wie ich es immer wieder schaffe, alle innerhalb von zwei Tagen zu beenden, egal wie lange ich daran gelesen habe), geht es jetzt mit einem Klassiker weiter, vor dem ich mich lange gedrückt habe. Aber demnächst kommt er ins Kino, und mein Freund hat mich überzeugt, dass ich vorher das Buch lesen sollte. Ich war ja kurz davor, mich endgültig zu drücken und mit dem Film zu begnügen.

Wer hat es noch nicht erraten? Richtig, es sind die “Buddenbrooks” von Thomas Mann. Erstaunlicherweise lesen sie sich richtig gut und machen Spaß, ich muss mich immer wieder von dem Buch losreißen, da hätte ich nie erwartet. Jetzt bin ich froh, dass ich mir die schöne, in grünem Leinen gebundene, Sonderausgabe gegönnt habe.

Natürlich gibt es auch wieder andere Bücher daneben, hauptsächlich aber, weil ich die “Buddenbrooks” im Zug so schlecht stundenlang halten könnte. Für die lange Reise an den Weihnachtstagen gibt es einmal ein Wohlfühlbuch, “Himmlische Wunder” von Joanne Harris, wenn mir das zu friedlich wird lese ich Arne Dahls “Tiefer Schmerz”. Das ist kein Nackenbeißer, sondern ein sehr guter skandinavischer Krimi, mit nettem schwarzem Humor. Die neue Geo kommt auch noch mit auf die Fahrt, nur für den Fall, dass mir gerade keines der Bücher zusagt.

Bin ich die einzige, die Stunden damit verbringen kann, die richtige Lektüre für die Reise auszusuchen? Das dauert bei mir länger als das restliche Packen.

Sven Regener – Der kleine Bruder

Das erste Buch ist der dritte Teil, das zweite der erste und das dritte füllt die Lücke als zweiter Teil. Verwirrt? In „Herr Lehmann“ begegnen wir Frank Lehmann schon in Berlin, im später folgenden „Neue Vahr Süd“ wird seine Vorgeschichte beim Bund in Bremen erzählt. „Der kleine Bruder“ ist die Verbindung zwischen den beiden Büchern, er erzählt wie Herr Lehmann nach Berlin kommt und von seinen ersten beiden Tagen im West-Berlin der Achtziger Jahre.

Frank Lehmann fährt nach dem verfrühten Ende seiner Bundeswehrzeit zu seinem Bruder Manfred nach West-Berlin. Dummerweise konnte er ihn vorher nicht telefonisch erreichen, und muss nach seiner Ankunft feststellen, dass Freddie, wie ihn hier alle nennen, verschwunden ist. Anscheinend weiß auch niemand von seinen Freunden und Mitbewohnern, wo er abgeblieben ist. Also muss Frank sich alleine durchschlagen, dabei lernt er schnell einige Leute kennen, die wir schon aus „Herr Lehmann“ kennen, und erleben damit auch die Anfänge dieser Freundschaften. In diesen ersten zwei Tagen in Berlin lernt Frank jede Menge Hippies, Punks, Hausbesetzer (echte und unechte) und verdrehte Künstler kennen. Ein buntes Potpourri skurriler Persönlichkeiten.

„Neue Vahr Süd“ habe ich noch nicht gelesen, es steht hier auf dem Stapel ungelesener Bücher und wartet auf mich. Nach „Der kleine Bruder“ ist es ein gutes Stück weiter nach oben gewandert, auch weil ich oft gehört habe, es sei noch besser als dieser. Der gefiel mir nämlich schon sehr gut, er las sich flott und war sehr amüsant. Langeweile kam während der Lektüre nicht auf, ich wollte immer wissen wie es weiter geht. Es sind zwar nur zwei Tage aus Frank Lehmanns Leben, aber ziemlich ereignisreiche und chaotische Tage, die man gerne mit ihm verbringt. In manchen Kritiken ist die Rede von flachen Charakteren, was ich nicht so empfand. Eine ganze Reihe Charaktere wurde durchaus plastisch dargestellt, auch wenn Wiederholungen ständig gleicher Sätze als Stilmittel zur Erkennung ab und an etwas zu häufig eingesetzt wurden.

„Der kleine Bruder“ war eine sehr schöne Lektüre für zwischendurch, die 280 Seiten lesen sich sehr schnell weg, viel zu früh muss man Herr Lehmann alleine in Berlin zurück lassen. Vielleicht gibt es ja irgendwann noch einen Band, der die Jahre bis zu „Herr Lehmann“ füllt. Ich würde mich darüber freuen.

Briefe von der kleinen spielenden Katze

Mal wieder konnte ich nicht bei einem Buch bleiben. Hauptbuch ist noch immer “Das Spiel des Engels” von Zafón. Zwischendurch habe ich “Der kleine Bruder” von Sven Regener gelesen. “Das Weihnachtsgeheimnis” von Gaarder habe ich nach 10 Kapiteln abgebrochen, es konnte mich einfach nicht wirklich begeistern. Obwohl es doch soviele positive Meinungen dazu gibt. Statt dessen gibt es jetzt als weihnachtliche Lektüre “Die Briefe vom Weihnachtsmann” von J. R. R. Tolkien, der mir viel eher liegt als Gaarder. Als Zwischendurchbuch habe ich heute mit “Schmitz` Katze” von Ralf Schmitz angefangen. Eigentlich teile ich seinen Humor zwar nicht wirklich, aber ich mag Katzen sehr gerne. Und er beschreibt das Zusammenleben mit diesen eigensinnigen Vierbeinern doch sehr treffend und lustig. Ich ertappe mich immer wieder beim schmunzeln.

Frühe Bescherung

Nachdem ich in letzter Zeit nur für andere Leute Bücher gekauft habe, Weihnachten naht unerbittlich, habe ich heute einen Gutschein eingelöst und es genossen wieder mal Bücher für mich zu kaufen. Einer Leseratte wie mir traut sich ja niemand mehr Bücher zu schenken, da die Wahrscheinlichkeit doch ziemlich groß ist, das es schon hier steht.

Für den Weihnachtsurlaub habe ich mir gegönnt: “Doch die Sünde ist scharlachrot”, der neue Krimi von Elizabeth George mit einem etwas seltsamen Titel. Ich freue mich schon, Lynley und Barbara wieder zu begegnen. Außerdem noch “Der letzte Paladin” von Thomas Finn, der erste Teil seiner neuen Jugendfantasyreihe. “Das unendliche Licht” von ihm gefiel mir so gut, dass ich sicher auch wieder viel Freude an diesem Buch haben werde. Für die lange Zugfahrt über die Feiertage gab es noch “Himmlische Wunder” von Joanne Harris, die Fortsetzung zu “Chocolat”.

Kann bitte ganz schnell Urlaub sein? ;)

Christoph Marzi – Somnia

Somnia

Zurück in die Uralte Metropole, diesmal aber nicht in Europa, der vierte Band spielt in der neuen Welt, Amerika.

Scarlet Hawthorne, die Tochter Wittgensteins, findet sich ohne Erinnerungen in einem Park mitten im Schneesturm wieder. Ihre Hände sind blutverschmiert, sie ist unverletzt. Wessen Blut ist es? Und wer jagt sie unerbittlich im eisigen Schneesturm? Sie weiß nur, sie muss hier weg. In Sicherheit, wo auch immer diese zu finden ist.

Ich hatte mich sehr auf diesen vierten Teil der Reihe um die Uralte Metropole gefreut, wurde aber leider leicht enttäuscht. Vielleicht lag es an mir, ich möchte die Schuld nicht nur dem Buch geben. Aber das Flair der ersten Bände hat mir gefehlt, Amerika war mir zu jung. In London und Prag kann ich mir Uralte Metropolen vorstellen, in Amerika ist sie vielleicht alt, aber nicht uralt. Auch sind Scarlet und Mistress Abbott einfach nicht Emily und Wittgenstein. Ich wurde mit den beiden Damen einfach nicht warm. Was auch die ständigen Erzählperspektivenwechsel mitten im Absatz nicht angenehmer machten. Bei Emily und Wittgenstein wusste ich immer, wer gerade im Mittelpunkt steht. Bei Scarlet und Mistress Abbott hatte ich damit ab und an Probleme.

Die eingewobenen Mythen und Geschichten kamen mir ebenfalls etwas weniger kunstvoll verarbeitet vor. Die Geschichte von Pocahontas wird zum Beispiel einfach erzählt. Natürlich gab es auch andere Stellen, die durchaus an die ersten drei Bände erinnerten. Es fiel mir aber an der einen oder anderen Stelle auf.

Es war schön, einigen alten Bekannten wieder zu begegnen. Welchen, sei hier nicht verraten. Allerdings fehlte mir das Neue, irgendwie hatte ich das meiste schon einmal gehört, viele alte Geschichten wurden noch einmal aufgewärmt und neu erzählt. Auch wenn ich gerne gelesen habe, was aus einigen guten alten Bekannten wurde, hätte ich gerne etwas mehr Abwechslung gehabt.

Der Anfang des Buches gefiel mir noch sehr gut, gegen Ende hat es mich aber leider immer weniger gefesselt. Vielleicht konnte ich mich auch nur nicht richtig darauf einlassen, für mich kommt es nicht an die ersten drei Bände heran. Wahrscheinlich hätte ich nicht mit der Erwartung auf eine weitere Uralte Metropole an dieses Buch herangehen sollen, hätte ich mich von Anfang an auf eine Geschichte über Wittgensteins Tochter eingestellt, hätte es mich vielleicht mehr begeistert. Es war interessant, über Rimas und ihr Leben zu lesen und zu erfahren, wie es ihnen erging.

Für Liebhaber der Uralten Metropole trotz aller Kritikpunkte eine schöne Fortsetzung, man entdeckt vieles wieder, was man schon in den ersten Bänden gelesen und in der Zwischenzeit vielleicht vermisst hat. Christoph Marzis Schreibstil gefällt mir noch immer sehr gut.

Ob ich einen weiteren Band der Uralten Metropole lesen würde? „Fragen Sie nicht!“

J. K. Rowling – The Tales of Beedle the Bard

beedlebard

Eine liebevoll gestaltete Sammlung von Märchen aus der Zaubererwelt Harry Potters. Dort werden die Märchen von Beedle dem Barden ebenso jedem Kind erzählt, wie wir Muggel zum Beispiel alle „Rotkäppchen“ schon früh und oft zu hören bekamen.

In diesem (wirklich sehr) kleinen Büchlein werden fünf Märchen von Beedle dem Barden erzählt, es ist eine Übersetzung des Buches, das Hermione von Albus Dumbledore vermacht bekam. Jedes Märchen wird auch von Dumbledore erläutert, wie es sich im Laufe der Zeit verändert hat oder warum es dazu führte, dass vor allem Todesser das Buch verboten wissen wollten.

Die Märchen sind gut gelungen, schöne und typische Erzählungen, wie sie auch aus unserer Märchenwelt bekannt sind. Nur dass die Moral eine andere ist. Welche wird nicht verraten, sonst verliert sich der Lesespaß.

Das Buch ist sehr liebevoll gestaltet, ich hatte mich auf Grund des wesentlich ansprechenderen Covers für die englische Ausgabe entschieden. Das sie auch noch günstiger ist, war ein weiteres Argument dafür. Jede Seite ist wirklich schön gestaltet, es finden sich immer wieder Zeichnungen zu den einzelnen Erzählungen.

Den Preis finde ich allerdings bei beiden Ausgaben ziemlich überzogen. Da könnte einem der Verdacht kommen, dass die Harry-Potter-Kuh noch einmal kräftig gemolken werden sollte.

Trotzdem bereue ich den Kauf nicht. Es war schön, noch einmal in die Welt Harry Potters einzutauchen, auch wenn es nur ein kurzer Ausflug war. Aber ich würde das Buch wirklich nur Harry Potter Fans empfehlen, man sollte alle Bände vorher gelesen haben, um das letzte Märchen und Dumbledores Erläuterungen dazu verstehen zu können.