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Frankfurter Buchmesse 2008

Heute öffnete die Frankfurter Buchmesse zum 60. Mal ihre Tore. Von Mittwoch bis Freitag können nur Fachbesucher die Messe besuchen, Samstag und Sonntag steht sie jeder Leseratte offen.

Gastland ist dieses Jahr die Türkei. Die Ausstellungen der Gastländer fand ich bisher immer sehr interessant. Schade, dass ich sie dieses Jahr verpasse.

Ein weiterer Grund, weshalb ich sehr gerne zur Buchmesse gefahren wäre, (neben der schier unendlichen Mengen an Büchern natürlich) sind die ausgestellten E-Bookreader. Seit Wochen liest man dauernd darüber, ich würde sie wirklich gerne mal sehen und probelesen.

Ich wünsche jedem, der dieses Jahr die Buchmesse besucht, viel Spaß! Nächstes Jahr werde ich hoffentlich auch wieder dort sein.

Ein Tipp für Erstbesucher: Zieht bequeme Schuhe an. Soviele Kilometer wie dort, läuft man sonst nur im Wanderurlaub. ;o) Und sucht euch vorher die Standorte der Verlage raus, die ihr unbedingt sehen wollt. Alles schafft man an einem Tag kaum.

Aller guten Dinge sind drei

Wie so oft, wenn mir die Zeit fehlt ein Buch zügig zu lesen, lese ich mal wieder mehrere nebeneinander. Zeit gewinne ich damit zwar nicht, wirklich erklären kann ich das Phänomen auch nicht, aber es war schon immer so und wird sicher auch so bleiben.

Hauptlektüre ist gerade “Der Zorn der Trolle” von Christoph Hardebusch. Dazu begann heute die Leserunde auf Leserunden.de
Schon die ersten beiden Bände habe ich dort mit Christoph in Leserunden gelesen, was jedes Mal sehr viel Spaß gemacht hat. Er plaudert auch mal ein wenig aus dem Nähkästchen. Deshalb habe ich mich nach langem Zögern auch wieder für die dritte Runde gemeldet. Eigentlich fehlt es gerade an Zeit, das Buch will für eine Leserunde ja nicht nur gelesen, sondern auch kommentiert werden. Aber ich wollte mir das Vergnügen nicht entgehen lassen.

Nebenher lese ich endlich mal “Die Kinder Húrins” von J. R. R. Tolkien weiter. Das Buch landete schon vor etlichen Monaten unverdienter Weise auf dem Stapel angefangener Bücher. Nicht des Buches wegen, das Leben war damals gerade etwas anstrengend und ich hatte nicht die nötige Ruhe für diese Lektüre. Jetzt wurde es endlich wieder befreit, und genossen wie es ihm gebührt.

“Die Schamanenbrücke” von Robin Hobb habe ich auch noch nicht beendet, was ebenfalls nicht am Buch liegt. Ohne die Leserunde hätte ich es weiter gelesen, jetzt lege ich es so lange beiseite. Das Buch hat es einfach verdient, dass man es in Ruhe genießt. Das werde ich mit dem letzten Drittel tun, sobald es sich ausgetrollt hat.

Tolkien Times

Es ist wieder soweit, die jährlich erscheinende (kostenlose) “Tolkien Times” von Klett-Cotta Hobbit Presse ist endlich da!

Die erste Seite macht einem gleich den Mund wässerig, mit einem Bericht über die neue Luxusausgabe des Herrn der Ringe (Bibeldruckpapier, Fadenheftung, Ledereinband mit Prägung in Echtgold). Für Tolkien-Fans ein ganz besonderes Schmankerl, es ist eine überarbeitete Carroux Übersetzung. Ich würde ja nie soviel Geld für ein einziges Buch ausgeben, aber in Versuchung gerate ich schon ein wenig. Die Vernunft bleibt stärker, ich kann aber jeden verstehen, der sich dieses Schmuckstück kauft.

Es gibt auch noch eine Leseprobe aus “Der Name des Windes” und ein Interview mit dem Autor Patrick Rothfuss. Außerdem einen langer Artikel über Robin Hobbs “Im Bann der Magie”, Teil zwei der Nevare-Reihe. Den ich jetzt aber noch nicht lesen werde, da ich ja gerade den ersten Band lese und nicht zuviel über die Zukunft Nevares erfahren möchte.

Als langjähriges Mitglied im Herr der Ringe Forum habe ich mich auch sehr gefreut, dass ein kurzer Bericht über dessen Feier zum zehnjährigen Jubiläum erschien. Auch wenn ich damit mal wieder daran erinnert wurde, dass ich leider ein bemerkenswertes Fest verpasst habe und viele Leute nicht sehen konnte, die ich zu gerne endlich mal wieder getroffen hätte.

Wer jetzt Lust bekommen hat, ebenfalls in der Tolkien Times zu schmökern, der kann sie sich über www.hobbitpresse.de bestellen. Oder mal im Buchhandel schauen, oft liegt sie auch aus.

Die Hobbit Presse ist einer der wenigen Verlage, von dem ich gerne jedes Buch hätte. Sie verlegen durchgehend hochwertige Fantasy und Science Fiction, die nichts mit dem Schund gemein hat, der sich oft in den Buchhandlungen findet.

Literaturnobelpreis 2008

Den Literaturnobelpreis erhielt dieses Jahr Jean-Marie Gustave Le Clézio.

Nie gehört? Ich ehrlich gesagt auch nicht. Wer mehr über ihn wissen möchte, findet beim Börsenblatt des deutschen Buchhandels einige Informationen, inklusive einer Liste seiner bisher erschienen Bücher.

Bei Amazon steigt sein Buch “Revolutionen” quasi minütlich im Verkaufsrang. Glückwunsch an diejenigen, die schnell genug zugegriffen haben und ihn noch günstig gebraucht bekamen.

Angie Sage – Magyk

Magyk


Inhalt:

Die Heaps sind eine Zaubererfamilie, Vater Silas Heap ist der siebte Sohn eines Zauberers. Als sein siebter Sohn Septimus geboren wird, ist die Freude groß. Wird doch dem siebten Sohn eines siebten Sohnes magische Begabung nachgesagt. Leider stirbt Septimus früh, an seiner statt wächst das Findelkind Jenna bei den Heaps auf. Bis sich an ihrem zehnten Geburtstag plötzlich alles ändert, als sie erfährt wer sie wirklich ist. Und ist Septimus damals wirklich gestorben, oder wurde er entführt? Kann der dunkle Magier DomDaniel, der das Königreich bedroht, weiterhin in Schach gehalten werden?

Meine Meinung:

Kurz gesagt, ein gemütliches Buch. Nicht im Sinne von langsam, die Handlung ist immer in Bewegung, sondern im Sinne von sich wohl fühlen. Irgendwie strahlt die Geschichte eine angenehme Wärme aus, es ist genau das richtige um sich an einem ruhigen Tag zu entspannen. Man sollte sich aber darüber im Klaren sein, dass es für Kinder geschrieben wurde.

Die Handlung ist für erfahrene Leser daher leicht vorhersehbar, aber auch für diese gibt es noch die eine oder andere kleine Überraschung. An einigen Parallelen zu gewissen, bekannten Fantasybüchern sollte man sich auch nicht stören. Kann man all das akzeptieren, steht einem angenehmen Aufenthalt in dieser zauberhaften Geschichte nichts mehr im Wege.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, einen gemütlichen Sonntagnachmittag mit den Heaps zu verbringen und ich freue mich schon auf den zweiten Band “Flyte”. Gerade wenn es draußen kalt und stürmisch ist, und man einfach mal abschalten möchte, ist das Buch die richtige Wahl.

Schamanenbrücke

Dass die ganze letzte Woche mehr oder weniger Leseentzug angesagt war, habe ich gestern deutlich gespürt. “Magyk” habe ich in einem Rutsch durchgelesen, zwischendurch nur immer wieder die Waschmaschine neu gefüllt. ;) Endlich Zeit zum Lesen!

Deshalb durfte ich heute auch schon wieder das nächste Buch beginnen, mein Geburtstagsgeschenk an mich selbst wurde vom SUB befreit, Robin Hobbs “Die Schamanenbrücke”. Der erste Band der Nevare-Reihe, da muss ich nicht mehr traurig sein, die Weitseher Zyklen beendet zu haben. Die ersten Seiten lesen sich typisch Hobb, ich kann das Buch kaum wieder aus der Hand legen. Wie schade, dass heute noch andere Dinge anstehen. ;) Für dieses Buch werde ich auch etwas länger brauchen, es steht doch wesentlich mehr auf einer Seite als bei “Magyk”.

Zauberhaft

Jetzt wird “Magyk” von Angie Sage endlich gelesen. Das Buch wurde mir schon so lange immer wieder empfohlen, nach den ersten Seiten ahne ich auch warum. Es ist einfach schön, genau das richtig um sich an einem kalten Tag wie heute in den Lesesessel zu kuscheln, die ersten Lebkuchen des Jahres dabei zu essen und in der Geschichte zu versinken.

“Eclipse” von Stephenie Meyer wird nicht weiter gelesen, es reizt mich einfach nicht mehr. Schon im zweiten Band ging mir Bellas Anbeterei ein wenig auf die Nerven, im dritten ist es zuviel des Guten. Das Buch war nicht wirklich schlecht, aber ich habe genug Bücher auf dem SUB die mit Sicherheit viel besser sind, und deshalb auch eher gelesen werden. “Eclipse” wandert wieder ins Tauschportal, wo ich es auch her hatte. Ein Verlust war es daher auch nicht. Solche Bücher breche ich leichter ab, als wenn ich sie für teures Geld gekauft habe.

Philip José Farmer – Die Flusswelt der Zeit (Der Flusswelt-Zyklus 1)

FlussweltderZeit

Inhalt:

Sir Richard Burton, der berühmte Forscher aus dem 19. Jahrhundert, erwacht nach seinem Tod in einer fremden Welt. Zusammen mit unzähligen Menschen aus allen Epochen und allen denkbaren Ecken der uns bekannten Erde, wird er an einem langen Fluss wieder zum Leben erweckt.

Doch wer hat sie wieder erweckt? Und zu welchem Zweck? Burton wäre nicht der wissbegierige Forscher als der er uns bekannt ist, wenn er sich nicht auf die Suche nach der Lösung dieser Fragen machen würde.

Auf seiner abenteuerlichen Reise trifft er neben vielen interessanten Völkern auch bekannte Persönlichkeiten, wie zum Beispiel Hermann Göring. Hat die Wiedererweckung die Menschen verändert, oder verhalten sie sich noch genauso wie in ihrem ersten Leben?

Meine Meinung:

Ein wichtiger Punkt, weshalb mich das Buch so fasziniert hat, war sicherlich der Charakter des Sir Richard Burton. Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich erst eine Romanbiographie über ihn gelesen, „Der Weltensammler“ von Ilija Trojanow. Was es natürlich umso interessanter machte, ihm hier wieder zu begegnen.

Das Buch wird unter phantastische Literatur eingeordnet, was auch stimmt. Aber es zählt meiner Meinung nach nicht zur Fantasy, sondern eindeutig zur Science Fiction.

Es ist eine abenteuerliche Gesellschaftsanalyse. Oft dreht sich die Handlung darum, wie die Menschen damit umgehen, in dieser fremden Welt eine neue Chance zu bekommen. Aber unter fremd bestimmten Bedingungen. Und in einer Mischung der Gesellschaften aus verschiedenen Zeiten und Gebieten, die schnell zu Konflikten führt. Verständlicher Weise, wie soll zum Beispiel ein Neandertaler auch verstehen, warum ein Homo sapiens sapiens aus dem 21. Jahrhundert seine Vorstellungen von Leichenentsorgung nicht befürwortet.

Wird jemand der in seinem ersten Leben ein Despot war, auch in diesem Leben wieder eine ähnliche Machtposition erlangen? Wie weit hat das Volk auf diese Entwicklung Einfluss? Was passiert, wenn zwei kulturell unterschiedliche Völker aufeinander treffen? Wird eines davon versklavt? Oder lernt die eine Kultur von der anderen? Was geschieht, wenn die Menschen um ihre Vorstellung des Jenseits betrogen werden? Wie entwickeln sich die Religionen, wenn sie um die Verheißung des Paradieses gebracht werden?

Über solche Fragen hat sich der Autor seine Gedanken gemacht und seine Vision dieser bunt zusammen gewürfelten Gesellschaft stellt er uns während Burtons Reise vor.

Ein Buch bei dem man ins Grübeln kommt, dass einen gleichzeitig mit zwei Spannungsbögen fortwährend fesselt. Zum einen der Gesellschaftsentwicklung, zum einen der Frage danach wer diese Welt kreiert hat und zu welchem Zweck. Immer wieder mal zum schmunzeln brachte mich die Erwähnung, dass die Erde 2008 zerstört wurde. Wir haben nicht mehr lange Zeit. ;) Dazu sollte man aber vielleicht auch erwähnen, dass die erste Version dieser Geschichte schon 1952 geschrieben wurde, die erste Veröffentlichung 1972 stattfand. Da war das nächste Jahrtausend noch in weiter Ferne.

Trotz all der positiven Punkte habe ich nicht das Bedürfnis, mir gleich den zweiten Band zu besorgen und weiter zu lesen. Irgendwann werde ich das sicher tun, aber nicht jetzt. Vielleicht liegt das daran, dass die Erzählung ehemals als Novellen erschien, wodurch sie einfach abgeschlossen wirkt. Natürlich kann man noch unzählige Menschen bei ihrem sicher interessanten Weg auf der Flusswelt begleiten, aber die erste Spannung hat sich doch erledigt.

Stöckchen

Gerade bei Bibliomanie gefunden:

1. Nimm das erste Buch in deiner Nähe.
2. Öffne das Buch auf Seite 123 und finde den dritten Satz.
3. Poste die nächsten drei Sätze.
4. Wirf das Stöckchen an fünf weitere Blogger!

Zwei Wochen später war er dann in einem Gebiet, in dem sich vorwiegend Libyer aufhielten, auf Esther, eine sephardische Jüdin aus dem fünfzehnten Jahrhundert gestoßen. “Warum versuchst du dein Glück nicht mal bei einer Nichtjüdin?”, hatte Frigate gefragt. Lev zuckte die mageren Schultern.

Aus: Philip José Farmer, Die Flusswelt der Zeit (Der Flusswelt-Zyklus 1)

Mein erster Gedanke beim Abtippen war: “Man könnte meinen ich lese ein Buch über das Judentum”. Der zweite Gedanke war dann, dass es gar nicht so verkehrt gedacht ist. Zwar erfährt man nicht viel über das Judentum in diesem Roman, aber es spielt doch sehr oft eine Rolle, ob der Charakter Jude ist oder nicht. Und nicht nur, wenn sie gerade auf Hermann Göring treffen. Das war anscheinend doch ein Thema, das den Autor sehr beschäftigt hat.

Teil 4 der Aufgabe werde ich nicht erfüllen, wer möchte kann sich das Stöckchen ja einfach nehmen.

Monatsrückblick September

Der Überblick über meine Septemberlektüre mit “Ein-Satz-Beurteilung”, insgesamt wurden 2627 Seiten gelesen.

Ulrike Purschke – Hendrikje, vorübergehend erschossen 0
Ganz amüsante Lektüre, allerdings hat es mich nicht so sehr vom Hocker gerissen wie ich gehofft hatte.

Christopher Moore – Blues für Vollmond und Kojote ++
Wieder ein toller Moore, ich mag seinen Humor einfach.

Tony Parsons – One for my Baby +
Hat mich überrascht, stand lange auf dem SUB.

Tobis O. Meißner – Die Dämonen ++
Intelligente Fantasy, die gleichzeitig richtig Spaß macht.

Jim C. Hines – Die Goblins 0
Zu sehr Standardfantasy, wenig neues.

Khaled Hosseini – Tausend strahlende Sonnen ++

Beeindruckend, fesselnd, sollte man einfach lesen.

Adrian Desmond – Darwin kurz und bündig ++

Interessante und informative Kurzbiografie über einen bewundernswerten Naturwissenschaftler.

Otfried Preußler – Krabat ++

Ein atmosphärischer Klassiker der seine Auszeichnungen verdient hat.

Was schon rezensiert wurde ist verlinkt. Wenn jemand noch eine Meinung zu einem bisher nicht rezensierten Buch wünscht, bitte melden. Ich werde es gerne versuchen, sofern ich mich noch gut genug an die Geschichte erinnere. ;)