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Der Name des Windes

Nein, nicht “Der Schatten des Windes” von Carlos Ruiz Zafón, dessen Fortsetzung “Das Spiel des Engels” mich auch schon verführt. “Der Name des Windes” von Patrick Rothfuss ist der Auftakt einer neuen Fantasyreihe, “Die Königsmörder-Chronik – erster Tag”. Die erste Rezension auf Phantastik-Couch.de klingt nach einem Buch für mich. Und natürlich erscheint es wieder im Klett Verlag, die leider ihre Fantasybücher der Hobbit Presse erst halbe Ewigkeiten später als Taschenbücher herausbringen. Weshalb ich da immer wieder in Versuchung gerate, mir doch die Hardcover zu ihrem recht stolzen Preis zu leisten.

Zum Geburtstag hatte ich mir Robin Hobbs “Die Schamanenbrücke” gegönnt, zu Weihnachten hatte ich Tad Williams “Shadowmarch 2″ eingeplant. Ob ich mit “Der Name des Windes” bis Ostern warten kann? Das wird eine lange Zeit. Welch edler Spender hilft mir aus der Not? ;)

Flusswelt

Aktuell in Bearbeitung ist “Die Flusswelt der Zeit” von Philip José Farmer. Teil eins des Flusswelt-Zyklus. Das Buch ist schon 1972 zum ersten Mal erschienen, lange war die Reihe nicht mehr neu erhältlich. Jetzt wird sie endlich wieder aufgelegt. Laut Vorwort vereint “Die Flusswelt der Zeit” auf einzigartige Weise Fantasy, Abenteuer und Science Fiction.

Bisher ist es noch sehr Science Fiction lastig, fesselt mich aber trotzdem. Normalerweise ist das nicht mein Genre, diesen Klassiker der phantastischen Literatur wollte ich aber zumindest mal getestet haben.

Otfried Preußler – Krabat

Krabat

Inhalt:

Der Betteljunge Krabat folgt trotz der Warnungen, dass es dort nicht ganz geheuer sei, der Stimme aus seinem Traum zur Mühle am Koselbruch. Dort wird er als Lehrjunge eingestellt, nicht nur um die Müllerei zu lernen, sondern auch „das andere“, die schwarze Magie. Als er merkt, wo er hinein geraten ist, gibt es nur noch einen Weg zurück in die Freiheit, die Liebe eines Mädchens.

Meine Meinung:

Krabat ist eine Sagengestalt der Sorben, die Geschichte spielt in der Lausitz. Otfried Preußler hat die ursprüngliche Sage allerdings ein wenig abgewandelt.

Entstanden ist ein Märchen über Freundschaft und Liebe, über Abhängigkeit und die Möglichkeit der Befreiung. Er erzählt darüber, wie wichtig es ist zusammen zu halten. Dass es wenig nützt, andere zu verraten, und dass man sich nicht einfach in sein Schicksal fügen sollte.

Das Buch ist an manchen Stellen traurig, an manchen ein wenig gruselig, an wieder anderen fröhlich und man meint den beschriebenen Frühling zu riechen. Es ist einfach wunderschön geschrieben, man kann in der Geschichte versinken und merkt nicht mehr, wie die Zeit vergeht.

Ein Buch das zu recht mit mehreren Preisen ausgezeichnet wurde und inzwischen ein Klassiker der Jugendliteratur ist.

Leselücke füllen

“Eclipse” fesselt mich nicht wirklich, ist aber auch nicht schlecht genug um abgebrochen zu werden. Die Lösung des Problems hat mich heute nach Hause begleitet: “Krabat” von Otfried Preußler ist eingezogen. Natürlich sollte es noch vor dem Film gelesen werden, also wandern die Vampire erstmal auf den Stapel angefangener Bücher und machen Platz für Müller, Hexer und dunkle Magie. Ich freue mich richtig auf das Buch, meine Fantasy-Leseblockade ist wohl endlich vorbei. Eine peinliche Leselücke wird damit auch geschlossen, als Kind habe ich viele Preußler Bücher unendlich oft gelesen. Das ich gerade dieses hier noch nicht kenne muss schnell geändert werden.

Eigentlich wollte ich ja nicht mehr die Buchvorlage lesen, wenn kurz darauf der Film läuft. Dann sind die eigenen Bilder noch zu frisch und die decken sich nie mit dem Film. Mal sehen, ob ich mich in ein paar Wochen wieder mal über eine schreckliche Verfilmung aufregen darf. ;)

Tobias O. Meißner – Die Dämonen

Daemonen


Inhalt:

Orison ist ein verhältnismäßig friedliches Reich, auch wenn die Barone mit ihrem neuen König nicht unbedingt zufrieden sind.

Der Frieden schwindet allerdings recht schnell, als zwei Dämonen es schaffen aus dem Dämonenschlund zu entkommen, in dem sie mit anderen Dämonen seit langer Zeit gefangen gehalten wurden. Beide Dämonen übernehmen die Körper von Menschen. Schnell stellen sie fest, dass die Lebenskraft von der sie sich ernähren nicht für zwei Dämonen ausreicht. Ein erbitterter Kampf um die Lebenskraft beginnt und geht auch an den Menschen nicht spurlos vorbei.

Meine Meinung:

Fantastische Fantasy der anspruchsvolleren Art. Auch wenn es ein Band der „Geschöpfe-Reihe“ ist, hebt es sich sehr von den meisten anderen Büchern dieser Pseudo-Reihe ab. Was daran liegen könnte, dass es eigentlich auch keine Geschöpfe mehr zu beschreiben gab, da alle schon “abgearbeitet” waren. Daher hatte Tobias Meißner vom Verlag her völlige Freiheit sich etwas auszudenken.

Die Charaktere in „Die Dämonen“ sind weder Gut noch Böse, jeder hat seine Licht- und seine Schattenseiten. Übrigens auch die Dämonen, die so gar nicht wirklich dämonisch sind. Zumindest nicht so, wie ich mir Dämonen vor dieser Lektüre vorgestellt hätte.

Als Leser begleitet man die Akteure während ihrer Metamorphosen, die gewaltig sind. Am Ende des Buches erkennt man die Handelnden aus den ersten Kapiteln kaum wieder.

Ernst trifft auf Komödie, die sich zur Tragödie wandelt. Ordnung wird zu Chaos, bereits vorhandene, sich bis dato nur ab und an bemerkbar machende, Eigenschaften gewinnen die Oberhand, die eigenen Dämonen übernehmen die Führung.

Es ist sehr schwer, dieses Buch zu beschreiben ohne zuviel der Handlung zu verraten. Das Rätseln während des Lesens ist einer der Gründe, weshalb die Lektüre soviel Spaß machte. Vor allem wenn man anschließend entdeckt, dass der Autor einem eigentlich alles schon vorher verraten hatte, nur eben gut versteckt.

Das Buch regt zu Gedanken fernab der eigentlichen Handlung an, es hat so viele Ebenen die es anspricht, dass ich den eigentlichen Reiz nicht beschreiben kann.

Wer gerne etwas andere Fantasy liest, die nicht nur zum einfachen weg lesen einlädt sondern auch zum mitdenken, ist mit diesem Buch gut bedient.

Bissig

Weiter geht es mit dem Kontrastprogramm. “Eclipse” von Stephenie Meyer ist die aktuelle Lektüre, auch als “Biss zur Abendstunde” bekannt. Leichte Lektüre mit jeder Menge Teenie-Schwärmerei. Aber immerhin tue ich etwas für meine Fremdsprachenkenntnisse. Wenn auch fraglich ist, wann ich dieses Vokabular jemals anwenden kann. ;)

Adrian Desmond, James Moore, Janet Browne – Charles Darwin kurz und bündig

darwinkurz


Inhalt:

Der Titel sagt eigentlich schon alles, kurz und bündig ist hier das Leben Charles Darwins zusammen gefasst. Begonnen in seiner Kindheit und mit den verschiedenen Stationen seiner Ausbildung (in Mathe war er nicht wirklich gut, sehr sympathisch). Die Reise auf der Beagle bekam natürlich auch ein Kapitel, anschließend wird der Weg seiner Theorien und deren Veröffentlichung verfolgt.

Meine Meinung:

Wem es ähnlich geht wie mir, schon oft von Darwin gehört und natürlich auch seinen Theorien, aber immer nur oberflächlich und man würde gerne mehr wissen, dem sei zu diesem Buch geraten.

Meine Sorge, dass es relativ trockener Stoff sein könnte, war unberechtigt. Die Autoren haben es geschafft, Darwins Leben interessant und leicht verständlich darzulegen.

Die Kapitel die sich mit seinen Theorien befassen beschränken sich nicht nur auf diese, sie sind eingebettet in das Zeitgeschehen und auch dessen Einflüsse auf die Entstehung und den Zeitpunkt der Veröffentlichungen. „Die Entstehung der Arten“ hat Darwin erst lange nach der Entwicklung dieser Theorie veröffentlicht, da er die Folgen fürchtete.

Wenn man bedenkt, dass andere Biographien 1200 Seiten umfassen, ist diese kleine Biographie wirklich erstaunlich. Natürlich weiß ich nicht, was ich alles verpasst habe, aber nach der Lektüre habe ich den Eindruck, eine gute Übersicht über Darwins Leben und sein Wirken erhalten zu haben.

Meine Hochachtung für diesen Naturwissenschaftler ist weiter gewachsen. Da ich mehr über seine Theorien erfahren möchte, werde ich mir demnächst „Die Entstehung der Arten“ zulegen. Wenn man bedenkt, dass damals Genetik noch absolut unbekannt war, wird die Leistung dieses Wissenschaftlers noch bewundernswerter. Er hatte übrigens eine Theorie über „Keimchen“, die im Körper unterwegs sind und für die Vererbung zuständig. Damit war er von der Realität gar nicht so weit entfernt.

Evolution

Da ich nach “Tausend strahlende Sonnen” etwas ganz anderes brauche, fülle ich jetzt endlich mal meine Wissenslücken über einen bewundernswerten Naturwissenschaftler.

“Charles Darwin – kurz und bündig” von Adrian Desmond, James Moore und Janet Browne soll mir dabei helfen. Bisher sehr gut lesbar geschrieben und interessant sowieso.

Khaled Hosseini – Tausend strahlende Sonnen

tausendstrahlendeSonnen

Inhalt:

Zwei Frauen die gezwungen wurden, den gleichen Mann zu heiraten. Mariam wurde unehelich geboren, mit 15 Jahren wird sie fern ihrer Heimat mit dem dreißig Jahre älteren Raschid verheiratet. Zwanzig Jahre später zwingen die Umstände auch Leila, Raschid zu heiraten. Beide sind anfangs nicht begeistert über die Existenz der anderen. Mit der Zeit freunden sie sich an und helfen sich durch die schweren Kriegszeiten.

Anhand der Schicksale dieser beiden Frauen bringt Hosseini dem Leser die Geschichte Afghanistans von 1960 bis heute näher.

Meine Meinung:

Wie schon „Drachenläufer“ ist auch dies wieder ein fesselndes und bewegendes Buch über das Leben und Überleben in Afghanistan. Hosseini schafft es, einem dieses Leben und die Geschichte dieses Landes näher zu bringen, ohne jemals lehrerhaft zu wirken.

Mariam und Leila durchleben die Jahre der sowjetischen Besetzung, der „Befreiung“ durch die Mudschaheddin und die Zeit unter der Herrschaft der Taliban.

Wie viel Leid diese Menschen zu ertragen haben, ist für die meisten kaum vorstellbar. Auch wenn es sich bei dem Roman um eine fiktive Geschichte handelt, erzählt er doch nur, was unendlich vielen Menschen wahrhaftig geschehen ist und noch immer geschieht.

Hosseini geht sehr sparsam mit den grausamen Bildern des Krieges um. Dadurch wirken die wohl dosierten Berichte von Bombenopfern und Hingerichteten nur noch stärker. Das Bild der hysterischen Mutter, die die Körperteile ihrer Tochter in der Schürze sammelt wird mir nie wieder aus dem Kopf gehen.

Dieses Buch gehört zu denen, die anschließend erstmal eine Pause verlangen um verdaut zu werden. Man kann es nicht einfach zuschlagen und sich der nächsten Geschichte widmen, Leila und Mariam werden mich noch lange in Gedanken begleiten.

Auch wenn dieses Buch alles andere als leichte Lektüre ist, werde ich es noch sehr oft weiter empfehlen.

10 Bücher, die man gelesen haben muss…

Marcel fragt auf Read it! nach 10 Büchern, von denen man meint, die müsse man gelesen haben. Oder die man am wärmsten empfehlen kann. Ich entscheide mich für “die ich am wärmsten empfehlen kann”, da ich denke man muss gar nichts gelesen haben. Jeder soll lesen was ihm Spaß macht. Mit meinem Faible für Fantasy werde ich selbst oft schräg angeschaut und gefragt: “Sowas liest Du?” Ja, sowas lese ich und ich stehe dazu. Fantasy birgt soviele verschiedene Richtungen, von denen ich auch einige niemals in meine vier Wände lassen würde, die meisten die es verurteilen haben gerade mal einen Hohlbein gelesen. (Und das ist keine Fantasy, das ist Schund. ;) )
Daher mag ich Formulierungen die ein “müssen” enthalten nicht wirklich, und mag es auch gar nicht wenn man mir erzählen will, was ich lesen muss. Sagt mir jemand ich müsse dieses Buch unbedingt lesen, hat es schon gleich schlechtere Chancen auch wirklich gelesen zu werden.

Deshalb jetzt von mir die Liste der zehn Bücher die mir so gut gefielen, dass ich sie immer wieder gerne weiter empfehle:

  • Khaled Hosseini – Drachenläufer
  • Rebecca Gablé – Das Lächeln der Fortuna
  • Daniel Kehlmann – Die Vermessung der Welt
  • Carlos Ruiz Zafon – Der Schatten des Windes
  • Bill Bryson – Eine kurze Geschichte von fast allem
  • Douglas Adams – Die letzten ihrer Art
  • Robin Hobb – Die Weitseher
  • George R. R. Martin – Das Lied von Eis und Feuer
  • Walter Moers – Die Stadt der träumenden Bücher
  • Christoph Marzi – Lycidas