Inhalt:
Walter Moers hat den Spieß umgedreht, diesmal gab es nicht erst den Text und dann die Illustrationen, die Bilder waren vor der Geschichte da. Er hat 21 Schnitte Gustave Dorés ausgewählt, des erfolgreichsten Illustrators des 19. Jahrhunderts, und rundherum eine Geschichte gesponnen.
Sie erzählt die Abenteuer des 12jährigen Gustave, der eine Wette mit dem Tod eingeht. Wenn er innerhalb einer Nacht verschiedene, schier unmögliche, Aufgaben löst, darf er weiter leben. Auf seiner Reise kämpft er gegen Riesen, befreit eine Jungfrau aus den Klauen eines Drachen, begegnet dem schrecklichsten aller Ungeheuer…
Meine Meinung:
Ein fantastisches Buch, dass mich sofort in seinem Bann gefangen nahm. Walter Moers setzt die faszinierenden Bilder von Gustave Doré einfach wunderbar in Text um, spinnt eine unglaubliche und spannende Geschichte drumherum. Atemlos folgt man Gustave während seiner Abenteuer, fragt sich, ob er alle Aufgaben gelöst bekommt. Moers ist ja für seine verrückte Fantasie bekannt, die hat er auch hier wieder spielen lassen, allerdings nicht ganz so wild wie zum Beispiel in “Rumo”, die “Wilde Reise durch die Nacht” ist etwas ernster.
Dorés Bilder sind immer einen zweiten Blick wert, in den Schatten verbirgt sich meist noch so einiges. Ihnen verdankt die Geschichte ihre ganz besondere, etwas düstere Stimmung. Man kann Moers Faszination für diesen Künstler leicht nachvollziehen.
Wer etwas mehr Hintergrund zu dem Buch möchte, findet ihn auf der Homepage: http://www.wilde-reise-durch-die-nacht.de/
Dort erzählt Walter Moers unter anderem auch, warum er gar kein schlechtes Gewissen hat, sich einfach so der Bilder zu bedienen und eine ganz andere Geschichte damit zu erzählen, als Doré das wahrscheinlich im Sinn hatte.
